Risikobewusstsein ist schon da
Alpinpolizist Manuel Reindl ist von der tiefsten Schlucht bis zum höchsten Gipfel im Einsatz
3. Feber 2026 | von
Agnes Dorn
Als Alpinpolizist ist Reindl viel im Gelände unterwegs, um Unfälle aufzunehmen, aber auch, um vermisste Personen zu suchen. Foto: Manuel Reindl
1952 wurden vom Bundesministerium für Inneres in allen Bundesländern Österreichs Alpine Einsatzgruppen ins Leben gerufen, die dazu dienen, Polizisten auch im alpinen Bereich einzusetzen. Inzwischen gibt es bei der österreichischen Exekutive 29 Alpine Einsatzgruppen mit insgesamt 508 Alpinpolizisten. Der Mieminger Manuel Reindl ist einer von ihnen. Während seiner inzwischen fast zwanzigjährigen Mitgliedschaft hat er die meisten der möglichen Ausbildungen absolviert. Als stellvertretender Leiter der Bezirksgruppe ist er mit seinen 21 Kolleginnen und Kollegen – zwei von ihnen sind weiblich – für Innsbruck Land und Stadt zuständig.
EINSATZORT ALPEN. Das Einsatzgebiet der Alpinpolizei reicht von der Skipiste übers hochalpine Gelände bis zum Wildwasser, wo es Unfälle zu dokumentieren gilt oder Personen gesucht werden müssen. Je nach Situation arbeiten die Polizisten dabei auch mit anderen Gruppen wie der Berg-, der Pisten- oder der Wasserrettung zusammen. Die Tiroler Alpinpolizei ist im Vergleich zu ihren Kollegen in den anderen Bundesländern aufgrund der Topografie besonders gefragt und hat hier rund die Hälfte aller österreichweiten Unfälle zu bearbeiten. Zurzeit sind die Polizisten – allein auf der Seefelder Polizeiinspektion gibt es vier Alpinpolizisten – naturgemäß besonders als Skiunfallerhebungsbeamte im Einsatz. „Wir nehmen nur Kollisionen auf oder einen Anprall gegen ein Hindernis oder einen Sturz über den Pistenrand, wo es Beschuldigte geben kann. Wir sammeln den ganzen Tag die Unfälle und am Abend wird das protokolliert“, beschreibt Reindl seinen Arbeitsalltag. Dabei fährt der jeweilige Alpinpolizist allein, nicht wie sonst beim Streifendienst zu zweit, zum Unfallort oder, wenn die Unfallbeteiligten bereits von der Pistenrettung geborgen wurden, zur Talstation und nimmt den Unfallhergang auf. Nach der einwöchigen Grundausbildung zum Alpinpolizisten besteht die Möglichkeit, sich weiter zum Polizeihochalpinisten und später zum Polizeibergführer weiterbilden zu lassen. Von den Letztgenannten gibt es vier im Bezirk, die bei tödlichen Unfällen oder Lawinenunfällen hinzugezogen werden. Zur Ausbildung gehören dabei Skitouren-, Hochtouren- und Kletterkurse, bei denen Theorie und Praxis vermittelt werden.
AUSBILDUNGEN. Manuel Reindl hat gleich nach dem Präsenzdienst noch im selben Jahr seines Dienstantritts bei der Telfer Polizei vor 19 Jahren mit der Ausbildung zum Alpinpolizisten begonnen und ist inzwischen neben Polizeibergführer auch im Canyoning-Kompetenzteam Tirol dabei, außerdem Alpinsachverständiger fürs Gericht, Zivilbergführer und bei der Bergrettung Mieming aktiv. Dass er gerade als Alpinpolizist Hobby und Beruf miteinander verbinden kann, ist für ihn besonders reizvoll. Auf die Frage, ob sein Job denn nicht gefährlich sei, muss er schmunzeln: „Es hat schon ein paar Situationen gegeben, bei denen ich mir gedacht habe, das hätte man schlauer machen können“, gibt er zu. In den fast zwanzig Jahren seines Dienstes kam es auch zu ein paar Unfällen, auch mit Knochenbrüchen. Wirklich lebensbedrohlich wurde es einmal bei einem Canyoning-Unfall, wie er sich mit Schaudern erinnert.
RISIKOBEWUSSTSEIN. In die Wiege gelegt ist dem in Mötz aufgewachsenen Polizisten die Liebe zum Alpinismus aber nicht, denn auch wenn er mit seinen Eltern als Kind oft wandern ging, machte er seine erste Skitour und seine ersten Klettererfahrungen erst beim Präsenzdienst bei den Gebirgsjägern. Während der beiden Alpinwochen, die er später im Rahmen der Ausbildung bei der Polizei wie alle anderen absolvierte, sprang der Funke über. Heute als Ausbilder weiß er, wie wichtig es ist, über eigene Fehler zu berichten und sich und den anderen auch einzugestehen, wenn man sich etwas nicht zutraut: „Wenn ich mich in einer Situation nicht wohlfühle, sollte ich das auch sagen“, appelliert er an alle, die eigenen Ängste gerade am Berg oder in der Schlucht ruhig auch der Gruppe mitzuteilen. Doch die meisten Menschen hätten zum Glück genug Risikobewusstsein, um gefährliche Situationen zu vermeiden und sich auf Touren entsprechend vorzubereiten. Aber es würde auch jene Menschen geben, die ohne vernünftige Ausrüstung auf den Berg gingen, weil sie das halt seit Jahrzehnten so machen würden und da noch nie etwas passiert sei. Ein Einsatz von der Alpinpolizei sei zwar generell kostenlos, aber bei grob fahrlässigem Verhalten oder bei einer Unverletztenrettung mit dem Polizeihubschrauber würden sehr wohl Kosten verrechnet. Und welchen Tipp hat der erfahrene Alpinist für Tourengeher? „Es würde unsere Arbeit sehr erleichtern, wenn die Angehörigen einen Zugang zum Handy-Tracking bekommen würden“, so Reindl. Denn eine Handy-Peilung bringe im Gebirge sehr wenig und Google und Apple würden Nutzerdaten kaum zur Verfügung stellen, was die Suche für die Polizei sehr schwierig mache.
EINSATZORT ALPEN. Das Einsatzgebiet der Alpinpolizei reicht von der Skipiste übers hochalpine Gelände bis zum Wildwasser, wo es Unfälle zu dokumentieren gilt oder Personen gesucht werden müssen. Je nach Situation arbeiten die Polizisten dabei auch mit anderen Gruppen wie der Berg-, der Pisten- oder der Wasserrettung zusammen. Die Tiroler Alpinpolizei ist im Vergleich zu ihren Kollegen in den anderen Bundesländern aufgrund der Topografie besonders gefragt und hat hier rund die Hälfte aller österreichweiten Unfälle zu bearbeiten. Zurzeit sind die Polizisten – allein auf der Seefelder Polizeiinspektion gibt es vier Alpinpolizisten – naturgemäß besonders als Skiunfallerhebungsbeamte im Einsatz. „Wir nehmen nur Kollisionen auf oder einen Anprall gegen ein Hindernis oder einen Sturz über den Pistenrand, wo es Beschuldigte geben kann. Wir sammeln den ganzen Tag die Unfälle und am Abend wird das protokolliert“, beschreibt Reindl seinen Arbeitsalltag. Dabei fährt der jeweilige Alpinpolizist allein, nicht wie sonst beim Streifendienst zu zweit, zum Unfallort oder, wenn die Unfallbeteiligten bereits von der Pistenrettung geborgen wurden, zur Talstation und nimmt den Unfallhergang auf. Nach der einwöchigen Grundausbildung zum Alpinpolizisten besteht die Möglichkeit, sich weiter zum Polizeihochalpinisten und später zum Polizeibergführer weiterbilden zu lassen. Von den Letztgenannten gibt es vier im Bezirk, die bei tödlichen Unfällen oder Lawinenunfällen hinzugezogen werden. Zur Ausbildung gehören dabei Skitouren-, Hochtouren- und Kletterkurse, bei denen Theorie und Praxis vermittelt werden.
AUSBILDUNGEN. Manuel Reindl hat gleich nach dem Präsenzdienst noch im selben Jahr seines Dienstantritts bei der Telfer Polizei vor 19 Jahren mit der Ausbildung zum Alpinpolizisten begonnen und ist inzwischen neben Polizeibergführer auch im Canyoning-Kompetenzteam Tirol dabei, außerdem Alpinsachverständiger fürs Gericht, Zivilbergführer und bei der Bergrettung Mieming aktiv. Dass er gerade als Alpinpolizist Hobby und Beruf miteinander verbinden kann, ist für ihn besonders reizvoll. Auf die Frage, ob sein Job denn nicht gefährlich sei, muss er schmunzeln: „Es hat schon ein paar Situationen gegeben, bei denen ich mir gedacht habe, das hätte man schlauer machen können“, gibt er zu. In den fast zwanzig Jahren seines Dienstes kam es auch zu ein paar Unfällen, auch mit Knochenbrüchen. Wirklich lebensbedrohlich wurde es einmal bei einem Canyoning-Unfall, wie er sich mit Schaudern erinnert.
RISIKOBEWUSSTSEIN. In die Wiege gelegt ist dem in Mötz aufgewachsenen Polizisten die Liebe zum Alpinismus aber nicht, denn auch wenn er mit seinen Eltern als Kind oft wandern ging, machte er seine erste Skitour und seine ersten Klettererfahrungen erst beim Präsenzdienst bei den Gebirgsjägern. Während der beiden Alpinwochen, die er später im Rahmen der Ausbildung bei der Polizei wie alle anderen absolvierte, sprang der Funke über. Heute als Ausbilder weiß er, wie wichtig es ist, über eigene Fehler zu berichten und sich und den anderen auch einzugestehen, wenn man sich etwas nicht zutraut: „Wenn ich mich in einer Situation nicht wohlfühle, sollte ich das auch sagen“, appelliert er an alle, die eigenen Ängste gerade am Berg oder in der Schlucht ruhig auch der Gruppe mitzuteilen. Doch die meisten Menschen hätten zum Glück genug Risikobewusstsein, um gefährliche Situationen zu vermeiden und sich auf Touren entsprechend vorzubereiten. Aber es würde auch jene Menschen geben, die ohne vernünftige Ausrüstung auf den Berg gingen, weil sie das halt seit Jahrzehnten so machen würden und da noch nie etwas passiert sei. Ein Einsatz von der Alpinpolizei sei zwar generell kostenlos, aber bei grob fahrlässigem Verhalten oder bei einer Unverletztenrettung mit dem Polizeihubschrauber würden sehr wohl Kosten verrechnet. Und welchen Tipp hat der erfahrene Alpinist für Tourengeher? „Es würde unsere Arbeit sehr erleichtern, wenn die Angehörigen einen Zugang zum Handy-Tracking bekommen würden“, so Reindl. Denn eine Handy-Peilung bringe im Gebirge sehr wenig und Google und Apple würden Nutzerdaten kaum zur Verfügung stellen, was die Suche für die Polizei sehr schwierig mache.
