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Spielerisch den Pflegeberuf erleben

Das Pflegetheater soll Begeisterung für das weite Berufsfeld schaffen und Berührungsängste abbauen

Spannendes Pflegetheater: Mit dem fahrenden Hauskrankenpfleger Stefan ist das Publikum unterwegs zu Oskar, Coco, Sophie und Kira. Hier wird Bauchweh kuriert, da ein Finger verbunden oder Tabletten verabreicht. Die Generalprobe des Theaters fand am vergangenen Donnerstag im Mehrzwecksaal des Altenwohnheims Schlichtling statt. Das interaktive Puppentheater nach einer Idee von Larissa Pöschl, von und mit Stefan Wirtenberger und den Schülern der Polytechnischen Schule Telfs soll Kindern von sechs bis acht Jahren einen ersten Einblick in das weite Berufsfeld „Pflege“ und eine positive Identifikation mit sozialen Werten, welche nachhaltig den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, vermitteln. Bei der Generalprobe waren anstelle der Kinder Pflegefachkräfte und auch die Lebenshilfe mit Team vor Ort.
21. April 2026 | von Christina Hötzel
Spielerisch den Pflegeberuf erleben
Der fahrende Hauskrankenpfleger Stefan (Stefan Wirtenberger) ist unterwegs zu seinen Klienten. Foto: Hötzel
Die Szenen sind interaktiv gestaltet, das Publikum wurde mit eingebunden. Humorvolle Elemente, Musik und kindgerechte Sprache sorgen für Leichtigkeit, erhöhen das Verständnis und erhalten die Aufmerksamkeit. „Den Kindern soll ein Zugang zur Pflege vermittelt werden. Sie sollen keine Berührungsängste haben, etwa wenn sie einmal selbst ins Krankenhaus müssen. Erfreulich wäre auch, wenn wir ein Samenkorn bei der Berufswahl säen könnten“, beschrieb Larissa Pöschl die Idee. Jede Schulklasse, welche bei den zukünftigen Aufführungen anwesend ist, bekommt eine Pflege- und Heilbox (PuH) mit Utensilien, welche im Pflegetheater verwendet werden. Ein besonderes Element der Pflege- und Heilbox ist der Mut-Button. Dieser darf von dem Kind getragen werden, das im Laufe eines Tages eine Situation gut gemeistert hat, etwa eine Verletzung, selbst Mut bewiesen hat oder wenn es durch gezeigte Empathie und Hilfsbereitschaft mutig war. Die Pflege- und Heilbox wird durch den Kooperationspartner Lebenshilfe Telfs hergestellt.

EINBLICKE IN DAS WEITE BERUFSFELD. Das Projekt Pflegetheater wird durch das Regionalmanagement Innsbruck-Land zu 80 Prozent und durch die Rotarier zu 20 Prozent gefördert. „Das Ganze lässt sich aber nur mit viel Herzblut und Ehrenamt umsetzen“, so Pöschl. Die Schüler, die mitspielen, belegen den Gesundheit/Soziales-Zweig in der Polytechnischen Schule. Das Pflegetheater soll auch an andere Schulen übergeben werden. Auch in Zukunft wird es wohl zu wenig Pflegelehrlinge geben. Deshalb sei es wichtig, Interesse zu wecken, meint Pöschl. Ansonsten entsteht mit dem Pflegetheater ein neuartiges Kulturangebot für Kinder, das Bildung, Theaterpädagogik und Gesundheitsförderung verbindet. Das Konzept haben Rosemarie Lamprecht, Larissa Pöschl, Alexandra Welzenberger und Stefan Wirtenberger erstellt.
Spielerisch den Pflegeberuf erleben
Ein Sorgenfresser für Kira, deren Mama krank ist. Außerdem empfiehlt der erfahrene Pfleger ein Rezept mit Apfel und Karotte, die Kraft spenden sollen. Foto: Hötzel
Spielerisch den Pflegeberuf erleben
Die Schülerinnen und Schüler der Polytechnischen Schule Telfs mit Larissa Pöschl (l.) und ihrem Lehrer Stefan Wirtenberger, dem Autor und Regisseur. Foto: Hötzel

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