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Wilderergeschichten in Leutasch und Scharnitz

2. Dezember 2025 | von Stefan Dietrich
Wilderergeschichten in Leutasch und Scharnitz
Foto: Sammlung Risch-Lau, Vorarlberger Landesbibliothek
Die Leutascher und Scharnitzer Gegend ist reich an Wilderergeschichten. Dort, im Grenzgebiet zu Bayern, tummelten sich in früheren Zeiten die Wildschützen offenbar besonders gern. Aber nicht alle Überlieferungen zu dieser verbotenen Spielart des Waidwerks sind fantasievolle Heldengeschichten in epischer Breite. Es gibt auch ganz knappe und nüchterne Nachrichten, die mitunter dennoch dramatische Episoden schildern. So zum Beispiel berichtet der Tiroler Anzeiger vom 13. Jänner 1933 ganz unaufgeregt über einen Zwischenfall, der wohl auch in einem Ganghofer-Roman hätte vorkommen können. Schauplatz ist das Gebiet um die Wangalm im Gaistal, die oben in einem Foto aus dem Jahr 1962 zu sehen ist: „Wilderer in der Leutasch. Am 4. Jänner hörte ein Aufsichtsjäger des Jagdpächters Thien in Leutasch vom Teufelsgsaß, nächst der Wangalpe, her einen Schuss fallen. Er machte sich sogleich auf den Weg in der Richtung zur Wangalpe und legte sich dort auf Vorpaß. Alsbald erschienen drei maskierte Männer, mit Gewehren bewaffnet. Zwei von ihnen trugen ihr Gewehr sogar schussbereit. Der Jagdaufseher rief sie an und forderte sie auf, die Gewehre abzulegen. Sogleich sprangen die drei Maskierten in Deckung und brachten ihre Gewehre gegen den Jäger in Anschlag, der nun der Uebermacht weichen mußte. Die Gendarmerie hat die Ausforschung der drei Wilderer sogleich aufgenommen.“

Ob die Vertreter der Staatsmacht die Wildschützen tatsächlich ausforschen konnten, ist unbekannt. Jedenfalls findet sich in den nachfolgenden Zeitungen keine derartige Erfolgsmeldung.

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