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Zusammenhalt rettet Reither Ortskern

Ein neuer Dorfladen und die „Hausbäckerei Waldhart“ sichern die Nahversorgung – Eröffnungsfest am Samstag

Als im Herbst 2025 das seinerzeitige örtliche Bäckereigeschäft seine Türen schloss, drohte der Gemeinde Reith bei Seefeld ein verwaister Ortskern ohne Einkaufsmöglichkeit. Doch anstatt die entstandene Versorgungslücke hinzunehmen, ergriffen patente Frauen aus Reith die Initiative und gestalteten die Zukunft ihres Dorfes. Im „Reither Riesen“ am Dorfplatz betreibt nun die Genossenschaft „Dorfzeit“ ein Lebensmittelgeschäft und die Hausbäckerei Waldhart aus Telfs hat dort eine Bäckereifiliale mit Café eröffnet.
21. April 2026 | von Georg Newesely
Zusammenhalt rettet Reither Ortskern<br />
„Dorfzeit“-Gründerinnen und Vorstandsmitglieder Romana Maria Rainer, Anne-Britt Redlich, Anne-Kristin Sus (v.l., nicht im Bild: Carolin Mittendorfer) freuen sich über den erfolgreichen Start des Gemeinschaftsprojekts „Reither Riese“. Foto: Georg Newesely
Der Dorfladen und die Bäckerei befinden sich unter einem gemeinsamen Dach. Die beiden Geschäfte bieten nicht nur Waren an, sie sind zugleich ein wichtiger sozialer Treffpunkt. Hinter dem Erfolg steht die neu gegründete „Dorfzeit eGen“. Den entscheidenden Anstoß für das Projekt gaben engagierte Initiatorinnen: Romana Maria Rainer, Anne-Kristin Sus, Anne-Britt Redlich und Carolin Mittendorfer ließen sich nicht beirren. Mit einer klaren Vision entwickelten sie das Konzept für den „Reither Riesen“ und trieben die Umsetzung entschlossen voran. Ohne ihren Mut und ihre Ausdauer wäre der Ortskern heute wohl tatsächlich verwaist. Getreu dem Raiffeisen-Motto „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele“, sichern nun bereits rund 70 Mitglieder mit ihren Genossenschaftsanteilen das Fundament für den „Reither Riesen“. Milchprodukte, Fleisch oder Gemüse – die meisten Waren stammen direkt von Landwirten und Produzenten aus der Umgebung. Viele dieser Lieferanten sind selbst Teil der Genossenschaft. Dieser Kreislauf garantiert nicht nur kurze Lieferwege und maximale Frische für die Kunden, sondern sorgt dafür, dass die Wertschöpfung vor Ort bleibt und die lokale Landwirtschaft gestärkt wird.

GEMEINDE REITH STAND HINTER DEM KONZEPT. Ein wesentlicher Baustein für das Gelingen war die enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde Reith. Zwar schätze man die wirtschaftlichen Möglichkeiten einer Dorfgenossenschaft zunächst eher vorsichtig ein. Bürgermeister Dominik Hiltpolt erkannte aber früh den Wert der Initiative und schuf entgegenkommende Rahmenbedingungen für das Geschäftslokal direkt am Dorfplatz.  Die Eröffnung des Reither Riesen wurde dann dadurch ermöglicht, dass die bekannte Hausbäckerei Waldhart aus Telfs gewonnen werden konnte, hier auch eine ihrer Filialen mit angeschlossenem Café zu betreiben. Bäckerei, Café und Lebensmittelgeschäft ergänzen sich so einander unter einem Dach.

EINLADENDER TREFFPUNKT. Der einladende Treffpunkt stärkt das Dorfzentrum nachhaltig. Denn der „Reither Riese“ geht weit über den täglichen Einkauf von Brot, Milch, Nudeln, Fleisch und Gemüse hinaus. Er ist ein Ort der Begegnung und führt Jung und Alt am Dorfplatz zusammen. In Zukunft wird der Reither Reise auch als Veranstaltungsort dienen. Außerdem wird er sich als lohnendes Ausflugsziel für Wanderungen und Radtouren etablieren können. Was den „Reither Riesen“ so besonders macht, ist das enorme Engagement hinter den Kulissen. Die Genossenschaft lebt von den helfenden Händen ihrer Mitglieder, die überall dort anpacken, wo Hilfe gebraucht wird. Ob beim Einräumen der Regale, der Dekoration oder der organisatorischen Planung. So bleibt der Dorfladen ein lebendiges Gemeinschaftsprojekt.

ERÖFFNUNGSFEST AM SAMSTAG. Die Eröffnung des Dorfladens und der Filiale der Hausbäckerei Waldhart im „Reither Riesen“ wird am Samstag, 25. April, ab 10 Uhr am Dorfplatz Reith gebührend gefeiert. Das bekannte Reither Duo „Sneak A Peek“ sorgt für die passende musikalische Stimmung. Links: www.reither-riese.at, hausbaeckerei-waldhart.at
Zusammenhalt rettet Reither Ortskern<br />
Bürgermeister Dominik Hiltpolt würdigt die Gründung der Genossenschaft „Dorfzeit“. Foto: Georg Newesely

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