Artikel teilen
Artikel teilen >

Debatten um Siedlung und Zuschüsse

Seefelder Gemeinderat kürzte bei jüngster Sitzung Subventionen und lehnte Geldzuschuss für Musiktage ab

Die Beschlussfassung der Subventionen bildete den Diskussionsschwerpunkt bei der jüngsten Seefelder Gemeinderatssitzung. Das Ansuchen der Kaufmannschaft wurde vorerst vertagt, die Bargeldförderung für die Musiktage wurde gestrichen und die Schützenkompanie, die bis vor drei Jahren 8.000 Euro erhielt, wurde dieses Jahr auf 4.800 Euro gekürzt. Alle anderen Subventionen werden wie gefordert ausbezahlt. Beim Siedlungsgebiet „Camp Alpin“ befürchtet man zu geringes Interesse, da die Kosten angestiegen sind.
25. April 2023 | von Bernhard Rangger
Debatten um Siedlung und Zuschüsse
Mit einer Ausschreibung will die Gemeinde erheben, wieviele Seefelder sich für das Siedlungsprojekt „Camp Alpin“ bewerben. Rendering: Arch. Kröpfl
Von Bernhard Rangger

Die Sitzung verlief entspannt, alles war bestens vorbereitet. Die 80 Interessenten, die sich für das „Siedlungsprojekt Leutascherstraße“ angemeldet haben, werden nunmehr schriftlich informiert, dass sie die voll erschlossenen Grundstücke (maximal 400 Quadratmeter) zu einem Preis von 300 Euro erwerben können. Sollten sich nicht genug Seefelder bzw. Rücksiedler melden, werden diese einem erweiterten Kreis von Interessenten angeboten, die nicht den Förderkriterien entsprechen. Sie müssen für den Grund 800 Euro pro Quadratmeter hinblättern. Die darauf zu errichtenden Doppelhäuser werden schlüsselfertig mit Keller und Bauherrenhilfe zwischen 350.000 und 380.000 Euro kosten. Es wird auch die Variante angeboten, die Häuser ohne Keller und nur als Rohbau zu erwerben. Auf die Frage von den Gemeinderäten Alexander Schmid und Bettina Moncher, ob man die Gründe auch selbst bebauen könne, meinte GR Architekt Alexander Meissl: „Mit dem derzeitigen Projekt reizen wir die Flächen derart aus, dass das nicht funktionieren würde. Zum Beispiel werden je zwei Häuser aneinander gebaut, damit wir allein mit dem Wegfall der Mindestabstände überhaupt Wohnflächen von 110 Quadratmeter und damit die höchste Wohnbauförderung erreichen.“ Alle Gemeinderäte stimmten schließlich der Ausschreibung zu, da man anhand des Rücklaufes bewerten könne, ob das Interesse an der Siedlung bei den Seefeldern überhaupt vorhanden ist.

GELD FÜR VERKÖSTIGUNGEN? Lange Debatten gab es schließlich wegen der Subventionsansuchen, die erstmals nach den neuen Richtlinien des Dorfleben-Ausschusses vergeben wurden. Im Mittelpunkt standen da vor allem die Subventionen an die Schützenkompanie bzw. an die Musikkapelle, denn in beiden Ansuchen wurde um Unterstützung von Verköstigungen gebeten. Die Schützen haben den Antrag von 6.000 auf 4.800 Euro gekürzt. „Die Schützen haben bei ihrem Antrag auch Verköstigungen beantragt, die die Gemeinde bei Prozessionen ohnehin subventioniert“, argumentierte GR Philip Mausser. Bürgermeister Markus Wackerle, der sich der Abstimmung aus Befangenheit (er ist Schützenhauptmann) enthielt, konterte, dass mit diesen Verköstigungen Ausrückende zu Bataillonsfesten und zu Großveranstaltungen im Tiroler und Bayerischen Nahraum gemeint sind, wo die Seefelder Schützen den Ort repräsentieren. GR Schmid machte darauf aufmerksam, dass auch bei der Bürgermusikkapelle von erwünschten 15.000 Euro um 9.800 Euro Verköstigungen angesucht wurden. Bei den Abstimmungen wurde den Vorschlägen des Ausschusses Rechnung getragen. Obmann Christian Raunigger versprach aber, mit den Verantwortlichen der beiden Vereine Rücksprache zu halten, damit es zu einer Gleichbehandlung beider Vereine kommt. Uneinig war man auch beim Antrag der Senioren, denen man für ihre Reisetätigkeit 1.500 Euro statt 3.000 Euro zukommen lassen wollte, weil es sich um parteipolitische Veranstaltungen handeln würde. GR Bettina Moncher schlug vor, dass sie gemeinsam mit Andrea Neuner vom Seniorenbund den Gemeindeseniorenausflug, der seit Corona nicht mehr durchgeführt wurde, organisieren würde, wenn dieser zusätzlich zur Seniorensubvention von der Gemeinde getragen würde. Der Beschluss fiel einstimmig aus.

NUR RÄUME FÜR MUSIKTAGE. Mit einer Gegenstimme (GR Alexander Meissl: „Es handelt sich um Hochkultur, die man nicht mit unserem normalen Vereinswesen vergleichen kann!“) wurde das monetäre Ansuchen von Stargeiger Rudens Turku abgelehnt, zum 15-jährigen Bestand der „Seefelder Musiktage“ einen Zuschuss von 10.000 Euro zu gewähren. Die Gemeinderäte beschlossen, den Musiktagen Räumlichkeiten in Alpenbad, in der Musik- und Volksschule sowie die Überdachung des Kurparks zur Verfügung zu stellen (Gegenwert ca. 20.000 Euro), dafür aber keine Subvention auszuzahlen. Grund: Es liegt bis dato noch kein Vorschlag für ein Rahmenprogramm vor. Die Homepage sei nicht aktuell. Es gäbe kaum andere Sponsoren außer der Gemeinde und dem TVB.

UNSTIMMIGKEITEN. Bei der Subvention der Kaufmannschaft kam es zu Unstimmigkeiten zwischen den Ausschüssen. Während der Dorfleben-Ausschuss Probleme mit den Subventionskriterien sah, wollte der Fußgängerzonenausschuss den Kaufleuten das Ansuchen genehmigen. Der Antrag wurde vertagt, um über die Veranstaltungen der Kaufleute noch einmal intern zu debattieren.

Feedback geben

Feedback abschicken >
Nach oben
Wir verwenden Cookies, Tracking- und (Re-) Targeting-Technologien. Damit wollen wir unsere Webseite nutzerfreundlicher gestalten und fortlaufend verbessern. Wenn Sie unsere Webseite weiter nutzen, stimmen Sie dadurch der Verwendung von Cookies zu – ausgenommen sind Cookies für Google-Marketing-Produkte.
Einverstanden
Weiter ohne Google-Marketing-Produkte.
Weitere Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.