Energie aus Abwasser und Rauchgas
Ortswärme Seefeld setzt auf erneuerbare Energie und ersetzt Gaspufferheizungen durch ökologische Energieträger
10. Oktober 2023 | von
Bernhard Rangger
Vizebürgermeister Andreas Steiner, Betriebsleiter Sebastian Marthe, Bürgermeister Markus Wackerle und DI Andreas Glatzl (v.l.) von der Ortswärme Seefeld beim Startschuss für die Errichtung zweier Wärmepumpen im Seefelder Fernwärmeheizwerk. Foto: Rangger
Von Bernhard Rangger
Neben Ortswärmechef DI Andreas Glatzl, Betriebsleiter Sebastian Marthe und den Angestellten der Ortswärme waren auch der Seefelder Bürgermeister Markus Wackerle, Vizebürgermeister Andreas Steiner und drei Gemeinderäte beim „Spatenstich“ anwesend. Glatzl erklärte, dass viele Seefelder seit der Ukraine-Krise einen Ausweg aus der Abhängigkeit von Öl und Gas suchen würden und daher immer mehr Kunden einen Anschluss an das Ortswärmenetz beantragen: „Es sind derzeit 350 Gebäude in Seefeld angeschlossen. Wir verheizen 100.0000 Schüttmeter Holz, das wir aus einem Umkreis von 50 Kilomestern beziehen und können damit den Wärmebedarf für umgerechnet ca. 9.000 Personen erzeugen.“
STETER AUSBAU. Um dem gestiegenen Bedarf an Energie gerecht zu werden, wurden 2016 das „Kleinwasserkraftwerk Gießenbach“ errichtet und 2017 ein Stromerzeuger über dem Hackschnitzelvergaser in Seefeld aufgebaut. In den vergangenen zwei Jahren errichtete die Ortswärme Seefeld beim Bahnhof und der WM-Sporthalle zusätzliche Puffer- und Energiemanagement-Gebäude, um auch in die Randbereiche von Seefeld ausreichend ökologische Wärme zu bringen. Heuer hat man auf den Gemeindegebäuden mit der Errichtung von PV-Anlagen begonnen, die mangels TINETZ-Zählpunkten neun Monate nach Antragstellung immer noch nicht Strom produzieren und die Bundesförderungen einstreichen können. Mit den Photovoltaik-Anlagen möchte die Ortswärme künftig eine Million kWh-Sonnenstrom erzeugen und eine lokale Energiegemeinschaft gründen, an der sich auch Seefelder Privathaushalte beteiligen können.
PROBEBETRIEB IM NOVEMBER. Im Laufe des Oktobers werden nunmehr zwei industrielle Wärmepumpen im Gebäude der Ortswärme installiert, die zum einen Energie aus den Rauchgasen der Hackschnitzelproduktion entziehen, zum anderen aus den geklärten Abwässern des Seefelder Klärwerks, welche an der Seefelder Straße direkt an der Ortswärme vorbei Richtung Zirl-Eigenhofen gepumpt und dort von der TIWAG im sogenannten „Power-Plopp“ neuerlich zu Strom verarbeitet werden. Glatzl: „Wir nutzen also unseren Rohstoff nochmals und entziehen ihm ca. 3,5 Grad Wärme. Insgesamt erwarten wir durch die neue Anlage eine zusätzliche Ökoenergieleistung von knapp 6.000 kW, womit wir den derzeitigen Gasverbrauch von fünf bis acht Prozent auf unter 1,5 Prozent reduzieren wollen.“
WÄRMEPUMPEN IN ZAHLEN
• zur Herstellung von Ökoenergie aus Abwasser und Rauchgas
• Wärmepumpenleistung thermisch ca. 5.000 kW
• Wärmepumpenleistung elektrisch ca. 750 - 1.200 kW
• Teilstrom (ca. 1/4) wird umgeleitet (bis 66 l/sec.)
• höchstzulässige Betriebs-/Vorlauftemperatur 85 Grad
• Rücklauftemperatur 25-50 Grad
• die Trennung zwischen geklärtem Abwasser und dem Zwischenkreis der Ortswärme erfolgt über Trenntauscher
• als Kältemittel: R1234ze (nicht klimaschädlich)
• sicherheitstechnische Vorkehrungen gemäß Kältemittekverordnung
• beide Wärmepunmpen sind ganzjährig im Betrieb
Neben Ortswärmechef DI Andreas Glatzl, Betriebsleiter Sebastian Marthe und den Angestellten der Ortswärme waren auch der Seefelder Bürgermeister Markus Wackerle, Vizebürgermeister Andreas Steiner und drei Gemeinderäte beim „Spatenstich“ anwesend. Glatzl erklärte, dass viele Seefelder seit der Ukraine-Krise einen Ausweg aus der Abhängigkeit von Öl und Gas suchen würden und daher immer mehr Kunden einen Anschluss an das Ortswärmenetz beantragen: „Es sind derzeit 350 Gebäude in Seefeld angeschlossen. Wir verheizen 100.0000 Schüttmeter Holz, das wir aus einem Umkreis von 50 Kilomestern beziehen und können damit den Wärmebedarf für umgerechnet ca. 9.000 Personen erzeugen.“
STETER AUSBAU. Um dem gestiegenen Bedarf an Energie gerecht zu werden, wurden 2016 das „Kleinwasserkraftwerk Gießenbach“ errichtet und 2017 ein Stromerzeuger über dem Hackschnitzelvergaser in Seefeld aufgebaut. In den vergangenen zwei Jahren errichtete die Ortswärme Seefeld beim Bahnhof und der WM-Sporthalle zusätzliche Puffer- und Energiemanagement-Gebäude, um auch in die Randbereiche von Seefeld ausreichend ökologische Wärme zu bringen. Heuer hat man auf den Gemeindegebäuden mit der Errichtung von PV-Anlagen begonnen, die mangels TINETZ-Zählpunkten neun Monate nach Antragstellung immer noch nicht Strom produzieren und die Bundesförderungen einstreichen können. Mit den Photovoltaik-Anlagen möchte die Ortswärme künftig eine Million kWh-Sonnenstrom erzeugen und eine lokale Energiegemeinschaft gründen, an der sich auch Seefelder Privathaushalte beteiligen können.
PROBEBETRIEB IM NOVEMBER. Im Laufe des Oktobers werden nunmehr zwei industrielle Wärmepumpen im Gebäude der Ortswärme installiert, die zum einen Energie aus den Rauchgasen der Hackschnitzelproduktion entziehen, zum anderen aus den geklärten Abwässern des Seefelder Klärwerks, welche an der Seefelder Straße direkt an der Ortswärme vorbei Richtung Zirl-Eigenhofen gepumpt und dort von der TIWAG im sogenannten „Power-Plopp“ neuerlich zu Strom verarbeitet werden. Glatzl: „Wir nutzen also unseren Rohstoff nochmals und entziehen ihm ca. 3,5 Grad Wärme. Insgesamt erwarten wir durch die neue Anlage eine zusätzliche Ökoenergieleistung von knapp 6.000 kW, womit wir den derzeitigen Gasverbrauch von fünf bis acht Prozent auf unter 1,5 Prozent reduzieren wollen.“
WÄRMEPUMPEN IN ZAHLEN
• zur Herstellung von Ökoenergie aus Abwasser und Rauchgas
• Wärmepumpenleistung thermisch ca. 5.000 kW
• Wärmepumpenleistung elektrisch ca. 750 - 1.200 kW
• Teilstrom (ca. 1/4) wird umgeleitet (bis 66 l/sec.)
• höchstzulässige Betriebs-/Vorlauftemperatur 85 Grad
• Rücklauftemperatur 25-50 Grad
• die Trennung zwischen geklärtem Abwasser und dem Zwischenkreis der Ortswärme erfolgt über Trenntauscher
• als Kältemittel: R1234ze (nicht klimaschädlich)
• sicherheitstechnische Vorkehrungen gemäß Kältemittekverordnung
• beide Wärmepunmpen sind ganzjährig im Betrieb