Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Telfs | Politik | 31. März 2020 | Klara Fritz

Frühlingsgrüße zaubern Lächeln ins Gesicht

Eine „kleine“ Geste mit großer Wirkung: 1200 Blumen hat die Gemeinde Leutasch still und heimlich ausgetragen. Geglückt ist sowohl die Überraschung als auch die Aufmunterung der Dorfbewohner. Fotocollage: Iris Krug
Bürgermeister Georgios Chrysochoidis: „Mit dieser Aktion wollten wir den Leutaschern ein bisschen Zuversicht in dieser schwierigen Zeit geben und Frühling in unser aller Leben bringen.“ Foto: Privat
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Und plötzlich stand ein Blümchen vor der Tür: Die Gemeinde Leutasch verübte einen „Klingelstreich“ der besonderen Art


„Vielen Dank für die Blumen – vielen Dank, wie lieb von dir“, die Worte aus dem Titelsong zur Zeichentrickserie „Tom und Jerry“ sorgen bei vielen für schöne Kindheitserinnerungen. Ein Ohrwurm, der mit guter Laune einhergeht und vor allem für Leutascher kürzlich eine zusätzliche Bedeutung erlangt hat. „Vielen Dank für die Blumen“ – mit diesen und ähnlichen Worten bedanken sich zahlreiche Dorfbewohner bei der Gemeinde und den Initiatoren für eine wunderbare Aktion: Die Leutascher fanden nämlich unlängst durch einen „Klingelstreich“ der besonderen Art eine Frühlingsblume sowie eine Nachricht vor ihren Haustüren vor.


Von Beatrice Hackl


Still und leise hat die Gemeinde Leutasch den Frühlingsgruß vor die Tür gestellt. Als Zeichen des Zusammenhaltes und der Zuversicht, dass „es bald wieder Frühling wird“. Der blumigen Überraschung war ein Brief in schönster Handschrift beigefügt. Eröffnet wird das motivierende Dankesschreiben mit einem Zitat von Jean Paul: „,Das Schöne am Frühling ist, dass er immer gerade dann kommt, wenn man ihn am dringendsten braucht.‘ Liebe Luitascherinnen und Luitascher! ... mit der Zuversicht, dass bald Frühling wird – auch in unserem Leben! Bis dahin: Halt’n ma z’samm! Bleib’s dahoam und bleib’s gsund – gemeinsam packen wir das! Von Herzen Danke sagt die Gemeinde Leutasch.“



Kleine Geste mit großer Wirkung

Auf der Facebook-Seite der Gemeinde haben zahlreiche Dorfbewohner Fotos von ihrem Blumengruß hochgeladen und ihre Dankbarkeit über die Aktion kundgetan. So ist beispielsweise zu lesen: „Was so ein kleines Dankeschön doch an Motivation bringt! Mehr als alle Androhung von Strafen...“ sowie „Danke für den farbenfrohen Blumentopf. Das tut der Seele gut“ und „Tolle Überraschung, es motiviert für die nächste Zeit“. Der Gemeinde ist es sichtlich gelungen, den Bürgern in Zeiten der Quarantäne sowohl ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern als auch hinsichtlich „luitaschbleibtdahoam“ für einen Motivationsschub zu sorgen.




Bürgermeister Georgios Chrysochoidis: „Mit dieser Aktion wollten wir den Leutaschern ein bisschen Zuversicht in dieser schwierigen Zeit geben und Frühling in unser aller Leben bringen.“ Foto: Privat

1200 blumige Hoffnungsträger

Die Idee für die blumige Überraschung kam Iris und Lois Krug, die mit ihrem Vorschlag bei der Gemeinde unmittelbar auf offene Ohren stießen. „Ich habe unseren Bürgermeister Georgios Chrysochoidis angerufen und er war sofort an Bord. Ohne seine Unterstützung wäre die Aktion nicht umsetzbar gewesen“, freut sich Iris Krug über den Zuspruch des Gemeindechefs. „Unser Ziel war es, die Bevölkerung aufzumuntern, uns zu bedanken und zum Durchhalten zu motivieren. Die Leute haben sich über die Aktion, die im Grunde nicht besonders aufwendig war, sehr gefreut“, berichtet der Leutascher Bürgermeister Georgios Chrysochoidis. Bei der Umsetzung hat sich die Gemeinde natürlich genauestens an Sicherheitsvorschriften gehalten. Die Gärtnerei Erwin Seidemann hat 1200 Frühlingsblumentöpfe an den vorgesehenen Verteilungsort bei der bei der Halle Wetterstein geliefert – für jeden Leutascher Haushalt einen. Für die Abwicklung lag allen Helfern ein Verhaltensprotokoll vor. Mithilfe eines Ortsplans wurde die Anzahl der Haushalte in den einzelnen Weilern erhoben und am Sammelplatz entsprechend abgezählt. Die Zufahrt zur Halle wurde geregelt, damit immer nur ein Auto mit einem Helfer vor Ort ist, um die auszuliefernden Pflanzen abzuholen. „Iris Krug hat einen detaillierten Zeitplan erstellt. Im Zehn-Minuten-Takt kamen die Freiwilligen und haben ihre Blumen aufgeladen. Somit bestand kein Kontakt zwischen den jeweiligen Verteilern und die Aktion war in rund zwei Stunden erledigt. Ich persönlich durfte ebenfalls mitwirken und war für die Abzählung der Blumen entsprechend dem Ortsplan zuständig“, erklärt Chrysochoidis. Die Helfer haben stets Handschuhe getragen und die Blumen sowie das Briefchen zügig ausgetragen und vor der Haustür platziert. „Zusammenhalt ist jetzt besonders wichtig und manchmal sind es die kleinen Zeichen und Gesten, die verdammt gut tun, die uns einen wohltuenden Augenblick schenken, uns durchatmen lassen und von den beängstigten Nachrichten und Grübeleien ablenken“, untermauert Krug den Grundgedanken hinter der blumigen Aktion, die sich als voller Erfolg erwies und weit über die Dorfgrenzen hinaus für positive Gesprächsstoff sorgt.

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