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Klimaräte präsentierten die Ergebnisse

26 Bewohner von Reith und Leutasch setzten sich mit dem Klimawandel und Gegenmaßnahmen auseinander

Im Rahmen des regionalen Klimarat-Wochenendes am 21. und 22. April setzten sich die 26 zufällig ausgewählten Bürger aus Reith b. Seefeld und Leutasch mit Fragestellungen zum Erhalt beziehungsweise der Verbesserung der Lebensqualität
auseinander. Die Ergebnisse wurden nun in der bis auf den letzten Platz gefüllten „Karwendelhalle“ in Reith, begleitet von den Vertreterinnen des „Klimabündnis Tirol“, Sonja Gamper und Lisa Prazeller, sowie von den Moderatoren von „Partizipation Tirol“, Ruth Buchauer und Rainer Krismer, präsentiert und den Bürgermeistern beider Gemeinden überreicht.
2. Mai 2023 | von Friederike Bundschuh
Klimaräte präsentierten die Ergebnisse<br />
Die Klimaräte übergaben ihre insgesamt 28 Empfehlungen zum Erhalt der Lebensqualität an den Leutascher Bürgermeister Georgios Chrysochoidis (l.) und den Reither Dorfchef Dominik Hiltpolt (r.). RS-Foto: Bundschuh
Von Friederike Bundschuh

Es ging konkret um die Fragestellungen „Wie können wir unseren Lebensraum nachhaltig gestalten?“, und „Was wollen wir in Bezug auf Klima, regionale Kreisläufe und Mobilität bewirken, um langfristig eine hohe Lebensqualität zu erhalten?“ Besprochen wurden Herausforderungen, verschiedene Sichtweisen, Bedenken und Lösungsansätze. Bemerkenswert war die „Altersbandbreite“ der Klimaräte von 13 Jahren bis 80 Jahren, die sicherstellte, dass die Bedürfnisse aller Generationen einfließen konnten. Im Ergebnis arbeiteten die Klimaräte 28 Empfehlungen in vier unterschiedlichen Handlungsfeldern heraus, wobei im vorgegebenen Rahmen der RUNDSCHAU inhaltlich nur ein Überblick gegeben werden kann.

VERBESSERUNG DER VERKEHRSSITUATION. Dabei steht die Reduzierung des Individualverkehrs auf freiwilliger Basis und ohne sozialen Druck im Mittelpunkt. Die Vorschläge reichten von der Einführung eines Früh-Shuttle-Dienstes von Reith nach Seefeld für Schüler bis hin zu einer breiteren Gästeinformation durch Betriebe über die bereits bestehende ÖFFI-Regionskarte. Zur Erleichterung der Mobilität könnte auch die bereits bestehende Mitfahr-App „Ummadum“ für die Region adaptiert und genutzt werden. Weiters sollten so genannte „Mitfahrbänke (MB) am Plateau installiert und besser gekennzeichnet werden, um die Nutzbarkeit zu optimieren. Darüber hinaus wären der Ausbau der Radwege samt einer Entschärfung neuralgischer Stellen, die Forcierung einer Umfahrung in Lehen oder auch die Einführung von Blockabfertigungen für den Schwerverkehr zwischen Zirl und Scharnitz mögliche Vorschläge für die Entschärfung der Verkehrssituation.

ÖKOLOGISCHE PUTZ- UND REINIGUNGSMITTEL UND ENERGIEEFFIZIENTE REGION. Die Region sollte Vorreiter bei der Nutzung ökologischer Putz und Reinigungsmittel werden. Dafür sollten Gemeinden und Betriebe ökologische Wasch-, Sanitäts- und Reinigungsmittel beschaffen und verwenden. In Bezug auf die Energieeffizienz gingen die Empfehlungen hin zur Einführung einer Höchstdauer für Genehmigungsverfahren und zur Entwicklung von Gemeinde-Richtlinien bezüglich des Ortsbildschutzes in Hinblick auf die Verwendung von kleinen Windturbinen oder den Aufstellwinkel von Photovoltaik- und thermischen Solaranlagen. Auch neue Finanzierungsmöglichkeiten wie Crowdfunding, Einkaufsgemeinschaften für PV-Anlagen und vor allem Unterstützung bei der Einreichung von Förderunterlagen wurden vorgeschlagen.

INFORMATION ALS SCHLÜSSEL. Wesentliche Elemente dieses Handlungsfeldes liegen in der Kommunikation der Empfehlungen des regionalen Klimarates an die Bürger:innen unter Heranziehung sämtlicher Informationskanäle wie Flugblätter oder Gemeindezeitungen. Darüber hinaus wird die Durchführung von regelmäßigen Informationsabenden und verpflichtenden Schulprojekten zum gegenständlichen Themenbereich eingefordert. Weiters sollte in etwa zwei Jahren geprüft werden, ob die vom Klimarat empfohlenen Maßnahmen auch umgesetzt wurden. Es wurden auch im Laufe des Abends noch Anregungen ausgearbeitet, die den Entscheidungsträgern mitgegeben werden sollten. Darunter fanden sich Vorschläge zur Verbesserung der Transparenz in Bezug auf die Bewusstseinsbildung, die Anregung zur Durchführung eines Pilotprojektes zur Energie-Autonomie oder auch Maßnahmen zur Verbesserung der Strassenbeleuchtungssteuerung. Nun sind die Entscheidungsträger am Zug: Es gilt jetzt, die Empfehlungen zu sichten und möglichst umzusetzen.

 

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