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Albert Speer besuchte Seefelder Gasthof zu Propagandazwecken

Stefan Dietrich
7. Juli 2026
Albert Speer besuchte Seefelder Gasthof zu Propagandazwecken
Im Juni 1943, mitten im Zweiten Weltkrieg, veröffentlichten mehrere Zeitungen in Deutschland und dem „angeschlossenen“ Österreich dieses Foto. Es zeigt Albert Speer (2. v. l.), den Minister und Lieblingsarchitekten Hitlers, in einem Seefelder Gasthof im Gespräch mit Industriearbeitern. Im offiziellen Pressetext heißt es: „Der Reichsminister für Bewaffnung und Munition, Speer, besuchte in Seefeld in Tirol die auf seine Einladung gegenwärtig zum Erholungsurlaub dort weilenden Männer der Panzerfertigung und Soldaten der Panzerwaffe. Im Kreis der Urlauber verbrachte der Minister einen geselligen Abend.“

Der propagandistische Hintergrund der Aktion und der Pressemeldung ist nicht zu übersehen. Es sollte demonstriert werden, wie gut es den Rüstungsarbeitern ging, obwohl bereits der „totale Krieg“ ausgerufen war. Zweifellos waren die Urlauber mit Blick auf ihre politische Zuverlässigkeit „handverlesen“. Denn zu dieser Zeit gab es für normale Arbeiterinnen und Arbeiter kaum noch Möglichkeiten, in Urlaub zu fahren. Die vom NS-Regime vorgeschriebene Wochenarbeitszeit betrug 60 bis 72 Stunden! Noch dramatischer war die Situation der hunderttausenden Zwangsarbeiter aus den besetzten Gebieten, die unter oft haarsträubenden Verhältnissen in den Rüstungsbetrieben arbeiten mussten.

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