Fast zwei Drittel der Belegschaft Frauen
19. Mai 2026 | von
Stefan Dietrich
Aus der Frühzeit der Textilfabrik Jenny & Schindler in Telfs stammt dieses Foto. Es entstand 1897 und zeigt eine Gruppe von Arbeiterinnen und Arbeitern der Baumwollspinnerei und -weberei, die 1889 ihren Betrieb aufgenommen hatte. Irritierend wirken heute zum einen die vielen Jugendlichen, ja Kinder, zum anderen, dass die meisten Erwachsenen der Belegschaft Frauen sind. Das Bild entlarvt einen hartnäckigen, noch heute präsenten Mythos: Auch in der sogenannten „guten alten Zeit“ war es keineswegs so, dass die Frauen zu Hause Küche und Kinder hüteten, während die Männer zur Arbeit gingen und das Geld verdienten. Das galt bestenfalls für einige wenige Bürger- und Beamtenfamilien. Für Arbeiterfrauen war eine Doppelbelastung normal.
Wie es diesbezüglich in der Telfer Textilfabrik aussah, zeigt eine Kundmachung der k. k. Statthalterei für Tirol und Vorarlberg vom 21. Juli 1896 anhand konkreter Zahlen. Darin wird mitgeteilt, dass mehreren Fabriken behördlich erlaubt wurde, für einige Wochen die täglich elfstündige (!) Arbeitszeit zu verlängern. Für Jenny & Schindler in Telfs werden dabei folgende Beschäftigtenzahlen angegeben: In der Spinnerei arbeiteten 143 männliche und 149 weibliche, in der Weberei 96 männliche und 251 weibliche Arbeitskräfte. Das bedeutet, dass fast zwei Drittel der Belegschaft Frauen waren. Und noch ein interessantes Zahlenverhältnis: Die Fabrik beschäftigte damals 639 Personen – bei einer Gesamtzahl der Gemeinde von rund 2.800 Einwohnern!
Wie es diesbezüglich in der Telfer Textilfabrik aussah, zeigt eine Kundmachung der k. k. Statthalterei für Tirol und Vorarlberg vom 21. Juli 1896 anhand konkreter Zahlen. Darin wird mitgeteilt, dass mehreren Fabriken behördlich erlaubt wurde, für einige Wochen die täglich elfstündige (!) Arbeitszeit zu verlängern. Für Jenny & Schindler in Telfs werden dabei folgende Beschäftigtenzahlen angegeben: In der Spinnerei arbeiteten 143 männliche und 149 weibliche, in der Weberei 96 männliche und 251 weibliche Arbeitskräfte. Das bedeutet, dass fast zwei Drittel der Belegschaft Frauen waren. Und noch ein interessantes Zahlenverhältnis: Die Fabrik beschäftigte damals 639 Personen – bei einer Gesamtzahl der Gemeinde von rund 2.800 Einwohnern!