Mehr als fünfzig Jahre lang lebte und wirkte der Schuldirektor und Heimatforscher Josef Schweinester (1873-1952, Bild) in Telfs. Ein Werk, das der vielseitig begabte Sammler und Bewahrer hinterlassen hat, ist eine Ortschronik von Telfs. Darin trug Schweinester in den 1930er-Jahren viel Interessantes aus der Marktgemeinde zusammen. So gibt es etwa auch ein Kapitel mit dem Titel „Volksglaube, Aberglaube, Gebräuche“. Hier einige Sprüche und Aussagen daraus, in denen es um das Thema Gesundheit und Wohlergehen geht. Sicher waren (und sind) einige dieser magisch-traditionellen Vorstellungen allgemein verbreitet, doch manche könnten durchaus auch ureigen „telferische“ Schöpfungen sein.
• Wenn du dir in der Frühe oder während des Tages Gesicht und Hände wäschst, so trockne dir mit dem Handtuch zuerst die Handgelenke ab, dann erst die Hände und das Gesicht, dann bekommst du nie Zahnweh.
• An Freitagen soll man sich nicht die Haare schneiden lassen, weil man sonst in einigen Jahren „glatzet“ wird.
• Die Fingernägel sollen an keinem Mittwoch geschnitten werden, sonst wachsen sie ganz verkrüppelt.
• Finger- und Zehennägel soll man am Freitag abends schneiden, dann bekommt man nie Zahnweh.
• Wer denn „Schnaggler“ (=Schluckauf) hat, braucht nur an eine schwarze Henne zu denken oder auf drei „Glatzete“, nachher wird er gut.
• Am Samstag soll man nicht pfeifen, sonst schaut einen die Muttergottes die ganze Woche nicht mehr an. Daran haben sich besonders die Mädchen zu halten, bei Knaben ist weniger zu fürchten.
• Zur Zeit der Pest wurden die, welche oft nießen mussten, von der schrecklichen Krankheit heimgesucht und starben. Da haben die Leute angefangen zum Nießer „Helfgott“ zu sagen. Wer ein solches Helfgott zugerufen bekam, blieb von der Pest verschont.
• Bei der Fronleichnamsprozession müssen die kleinen Kinder, wenn sie so alt sind, dass sie auf dem Arm getragen werden können, zu den vier Evangelien getragen werden, damit „keins verbrinnt und keins verrinnt“ (=verbrennt oder ertrinkt).
• Wenn in Telfs eine Leiche aus dem Haus getragen wurde, wurde mit dem Sarg über jeden Türschweller, über den man treten musste, ein Kreuzzeichen gemacht. Auch bei jedem Kreuzweg wurde der Sarg niedergestellt.
(Wird fortgesetzt.)
• Wenn du dir in der Frühe oder während des Tages Gesicht und Hände wäschst, so trockne dir mit dem Handtuch zuerst die Handgelenke ab, dann erst die Hände und das Gesicht, dann bekommst du nie Zahnweh.
• An Freitagen soll man sich nicht die Haare schneiden lassen, weil man sonst in einigen Jahren „glatzet“ wird.
• Die Fingernägel sollen an keinem Mittwoch geschnitten werden, sonst wachsen sie ganz verkrüppelt.
• Finger- und Zehennägel soll man am Freitag abends schneiden, dann bekommt man nie Zahnweh.
• Wer denn „Schnaggler“ (=Schluckauf) hat, braucht nur an eine schwarze Henne zu denken oder auf drei „Glatzete“, nachher wird er gut.
• Am Samstag soll man nicht pfeifen, sonst schaut einen die Muttergottes die ganze Woche nicht mehr an. Daran haben sich besonders die Mädchen zu halten, bei Knaben ist weniger zu fürchten.
• Zur Zeit der Pest wurden die, welche oft nießen mussten, von der schrecklichen Krankheit heimgesucht und starben. Da haben die Leute angefangen zum Nießer „Helfgott“ zu sagen. Wer ein solches Helfgott zugerufen bekam, blieb von der Pest verschont.
• Bei der Fronleichnamsprozession müssen die kleinen Kinder, wenn sie so alt sind, dass sie auf dem Arm getragen werden können, zu den vier Evangelien getragen werden, damit „keins verbrinnt und keins verrinnt“ (=verbrennt oder ertrinkt).
• Wenn in Telfs eine Leiche aus dem Haus getragen wurde, wurde mit dem Sarg über jeden Türschweller, über den man treten musste, ein Kreuzzeichen gemacht. Auch bei jedem Kreuzweg wurde der Sarg niedergestellt.
(Wird fortgesetzt.)





