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Kaiser Franz Josef machte Station in Telfs

11. November 2025 | von Stefan Dietrich
Kaiser Franz Josef machte Station in Telfs<br />
In seiner 68 Jahre dauernden Regierungszeit kam Kaiser Franz Josef bei Reisen ins Oberinntal mehrmals durch Telfs. Mindestens zweimal machte er in der Gemeinde Station. Das Foto oben wurde zwar nicht in Telfs aufgenommen, sondern in Bregenz, es zeigt aber, wie man sich den Empfang des Monarchen und seines Gefolges durch die Bevölkerung und die örtlichen Honoratioren vorstellen kann.

Bevor er bei seinem Besuch am 12. August 1881 zum Mittagessen in den Gasthof Post einkehrte, schritt der Kaiser die Reihen der für ihn angetretenen Formationen ab. Dabei kam es zu einem originellen Vorfall, über den das „Neuigkeits-Welt-Blatt“ vom 19. August 1881 berichtet: In der Reihe des Telfer Veteranenvereins stand ein Mann in der Uniform eines Forstbeamten, der einen halben Schritt vorgetreten war und offenbar darauf hoffte, vom Kaiser angesprochen zu werden. Dieser blieb tatsächlich stehen und fragte ihn, ob er Forstwart sei. Der Telfer antwortete: „Gewesen, Eure Majestät, bin vor Kurzem in Pension gegangen, hab’s aber recht schlecht getroffen.“ Natürlich fragte Franz Josef nach und der Angesprochene antwortete, er sei mit nur 7/8 seines Gehalts pensioniert worden, weil man ihm zwei seiner vier Kriegsjahre nicht angerechnet habe. Auf die Frage nach seinem Militärdienst meldete der Veteran, dass er als Kaiserjäger 1848 in Italien und 1849 in Ungarn gekämpft habe. 1859 sei er mit der Försterkompanie und 1866 mit den Schützen erneut in Italien im Einsatz gewesen. Er habe wegen der Pensionshöhe bereits Eingaben gemacht, aber abschlägige Antworten bekommen.

Der Monarch riet ihm, eine weitere Eingabe zu machen, worauf der Telfer – wohl mit treuherzigem Blick – erwiderte, dass er das Schreiben schon in der Tasche habe. Er wisse aber nicht recht, an wen er sich damit wenden solle … Wie erwartet nahm der Kaiser das Bittgesuch seines pfiffigen Untertanen höchstselbst in Empfang und reichte es einem Adjutanten zur Erledigung weiter. Der Artikelschreiber, der diese Anekdote überliefert, musste wohl kein Hellseher sein, um im letzten Satz vorauszusagen: „Das Gesuch wird in dieser Weise wohl an den richtigen Ort gekommen sein und das letzte Achtel nicht lange auf sich warten lassen.“

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