Auf den ersten Blick bieten diese gutgelaunten Ausflügler im Gastgarten des Gerhardhofs bei Wildermieming ein idyllisches Bild. Beim zweiten Hinschauen lassen uniformierte SA-Männer und die Hakenkreuzfahnen links hinten aber ahnen, dass es sich nicht um eine ganz gewöhnliche Runde handelt. Das Foto zeigt die Teilnehmer eines Ausflugs der NSDAP Telfs am 1. Mai 1933. Die Ortsgruppe der „Nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei“ in der Marktgemeinde war erst eineinhalb Jahre zuvor gegründet worden, aber schnell gewachsen. Eine im Juli 1933 von der Gendarmerie beschlagnahmte Kartei wies 67 Parteimitglieder aus. Beim Maiausflug dürfte ein Großteil der Mitglieder, begleitet von ihren Familienmitgliedern, dabei gewesen sein. Eine Zeitungsmeldung berichtet, dass die Ausflugsteilnehmer unterwegs am Ortsausgang von Telfs von Kommunisten beschimpft wurden, diese aber ignorierten. Bei der Einkehr im Gerhardhof entwickelte sich dann, so heißt es weiter, „eine äußerst frohe Stimmung“. Ortsgruppenleiter Stockmayer wies die Versammelten „in einer kurzen Ansprache auf die Bedeutung des 1. Mai als nationalsozialistischen Feiertag“ hin.
Weder der Zeitungsbericht noch das Foto lassen ahnen, dass die krisenhaften politischen Entwicklungen zu dieser Zeit einem dramatischen Höhepunkt zustrebten, der auch in der Landgemeinde Telfs zu spüren war. Bereits im März 1933 war das Parlament in Wien unter Ausnutzung einer Geschäftsordnungspanne ausgeschaltet worden. In den folgenden Monaten wurden die Propagandaaktionen und Provokationen der Nationalsozialisten immer radikaler. Nach einem Handgranatenanschlag in Niederösterreich verbot die Regierung Dollfuß am 20. Juni die NSDAP. Diese antwortete mit intensiven Untergrundaktivitäten. Auch in Telfs kam es zu heftiger Propagandatätigkeit: Illegale „Nazis“ warfen Böller, hissten Hakenkreuzfahnen und brannten Bergfeuer in Form von Hakenkreuzen ab. Aber die Hass- und Gewaltspirale drehte sich immer weiter und diese vergleichsweise harmlosen Aktionen schlugen in Terrorismus um. Höhepunkt der Radikalisierung im Raum Telfs war ein Sprengstoffanschlag auf die Kirche von Mösern im Juli 1934, bei dem das Gotteshaus erheblich beschädigt wurde.
Weder der Zeitungsbericht noch das Foto lassen ahnen, dass die krisenhaften politischen Entwicklungen zu dieser Zeit einem dramatischen Höhepunkt zustrebten, der auch in der Landgemeinde Telfs zu spüren war. Bereits im März 1933 war das Parlament in Wien unter Ausnutzung einer Geschäftsordnungspanne ausgeschaltet worden. In den folgenden Monaten wurden die Propagandaaktionen und Provokationen der Nationalsozialisten immer radikaler. Nach einem Handgranatenanschlag in Niederösterreich verbot die Regierung Dollfuß am 20. Juni die NSDAP. Diese antwortete mit intensiven Untergrundaktivitäten. Auch in Telfs kam es zu heftiger Propagandatätigkeit: Illegale „Nazis“ warfen Böller, hissten Hakenkreuzfahnen und brannten Bergfeuer in Form von Hakenkreuzen ab. Aber die Hass- und Gewaltspirale drehte sich immer weiter und diese vergleichsweise harmlosen Aktionen schlugen in Terrorismus um. Höhepunkt der Radikalisierung im Raum Telfs war ein Sprengstoffanschlag auf die Kirche von Mösern im Juli 1934, bei dem das Gotteshaus erheblich beschädigt wurde.