Steinöl: Wichtiger Wirtschaftsfaktor auf dem Seefelder Plateau
17. März 2026 | von
Stefan Dietrich
Jahrhundertelang war Steinöl ein wichtiger Wirtschaftsfaktor auf dem Seefelder Plateau und im angrenzenden Bayern. Diesseits der Grenze wurde ölhaltiges Gestein vor allem auf dem Gebiet der Gemeinden Seefeld und Reith abgebaut und verarbeitet. Wie der begehrte Rohstoff für Heilmittel durch Erhitzen aus dem Schiefergestein gewonnen wurde, zeigt das Bild oben. Das Original stammt aus dem Jahr 1827 und befindet sich im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum. In der Ausstellung „Der Stein, der brennt und heilt“ im Geigenbaumuseum in Mittenwald ist derzeit eine großflächige Reproduktion davon und vieles andere über die Steinölgewinnung in unserer Region zu sehen.
Der Sage nach ist das zähflüssige „Dirschenöl“ das Blut des Riesen Thyrsus, das nach dem tödlichen Zweikampf mit seinem Rivalen Haymon in den Boden sickerte. Tatsächlich hat es seinen Ursprung in organisch durchsetztem Schlamm, der sich vor mehr als 200 Millionen Jahren – lange bevor sich die Alpen auffalteten – auf dem Grund eines flachen Urmeeres sammelte. Der aus dem versteinerten Meeresboden gewonnene Wirkstoff Ichthyol ist entzündungshemmend, antibakteriell und schmerzlindernd für Mensch und Tier. Die altbewährten Salben (Bild unten) und andere Produkte werden noch immer von der deutschen „Ichthyol-Gesellschaft“ hergestellt, doch bezieht diese den Rohstoff nicht mehr aus Tirol. Dort wurde der Steinölabbau in den 1960er-Jahren aus Rentabilitätsgründen eingestellt.
Die Ausstellung über den Ölschieferbergbau im Geigenbaumuseum Mittenwald kann täglich außer Montag von 11 bis 16 Uhr (Nebensaison) besucht werden.
Der Sage nach ist das zähflüssige „Dirschenöl“ das Blut des Riesen Thyrsus, das nach dem tödlichen Zweikampf mit seinem Rivalen Haymon in den Boden sickerte. Tatsächlich hat es seinen Ursprung in organisch durchsetztem Schlamm, der sich vor mehr als 200 Millionen Jahren – lange bevor sich die Alpen auffalteten – auf dem Grund eines flachen Urmeeres sammelte. Der aus dem versteinerten Meeresboden gewonnene Wirkstoff Ichthyol ist entzündungshemmend, antibakteriell und schmerzlindernd für Mensch und Tier. Die altbewährten Salben (Bild unten) und andere Produkte werden noch immer von der deutschen „Ichthyol-Gesellschaft“ hergestellt, doch bezieht diese den Rohstoff nicht mehr aus Tirol. Dort wurde der Steinölabbau in den 1960er-Jahren aus Rentabilitätsgründen eingestellt.
Die Ausstellung über den Ölschieferbergbau im Geigenbaumuseum Mittenwald kann täglich außer Montag von 11 bis 16 Uhr (Nebensaison) besucht werden.
