Blätter fallen von den Bäumen – Punkte nicht
Völs vergibt in der Schlusssekunde den ersten Sieg am Emat seit über 36 Jahren – dreimalige Führung aus der Hand gegeben
Es gleicht schon etwas einer Herbst-Depression, die Völs aktuell durchläuft. Seit Anfang September reichte es in fünf Spielen nur zu einem Zähler. Und selbst der gab wenig Anlass zur Freude. Denn beim 3:3 in Telfs gelang den Hausherren mit der letzten Aktion der Ausgleich. Bei der Matinee am Sonntag soll es endlich wieder mit einem Dreier klappen.
6. Oktober 2026
Telfs (Bedran Özgen, links) und Völs (Daniel Kofler) lieferten sich einen offen Schlagabtausch. Foto: sportszene.tirol
VÖLSER SV – FC NATTERS, Sonntag, 11. Oktober, 11.00. Letztmals standen sich beide Teams in der Saison 2022/23 gegenüber. Völs verlor auswärts 1:4, holte zu Hause ein 2:2-Remis. Ein Unentschieden der bitteren Sorte gab es in Telfs. Bitter deshalb, weil man dreimal einen Vorsprung aus der Hand gab und der Ausgleich mit der letzten Aktion fiel. Andererseits hatte Telfs über 90 Minuten gesehen mehr vom Spiel. Allerdings verteilten die „Säbelzahntiger“ Geschenke, wie man es sonst nicht gewohnt ist. Beim 1:0 nutzte Matej Sehic einen haarsträubenden Fehler im Spielaufbau, beim 2:0 verwertete Irko Musie Yohannes einen Chipball über die gesamte Abwehr hinweg. Und auch das dritte Geschenk in Minute 90 nahmen die Gäste dankend an. Nach einem Querpass stand Eray Aysel mutterseelenallein in der Box, traf zum vermeintlichen 3:2-Siegtreffer. Doch der dritte Dämpfer ließ nicht lange auf sich warten. Ein Gegentor in Minute 95 verhinderte den ersten Völser Sieg am Emat seit über 36 Jahren. „Der Ausgleich schmerzt enorm. Vor allem, weil er in der fünften Minute der Nachspielzeit fiel und der Schiedsrichter nur vier Minuten anzeigte“, war Lion Wetzel mit der Leistung des Unparteiischen nicht zufrieden. „Man wusste zu keiner Sekunde was er pfeift. Da ist es den Telfern wohl gleich gegangen wie uns.“ Letztendlich sprach der Völs-Coach von einem gerechten Remis, „weil beide Teams eine enorme Willensleistung gezeigt haben.“
SV WÖRGL - SV BÄCKER RUETZ KEMATEN, Freitag, 9. Oktober, 19.15. Kematens jüngste Bilanz auf Wörgler Boden ist mit vier Siegen, einem Remis und drei Niederlagen positiv. Wenn man den bisherigen Saisonverlauf mit dem Wort positiv beschreiben würde, dann wäre das etwas untertrieben. Nach dem Erfolg über Mils – das 5:0 war der sechste Sieg im zehnten Spiel – liegen Raitmair & Co. sensationell auf Platz drei. „Wir stehen da, wo wir gerade sind, weil wir es uns verdient haben. Und das ist schön. Mehr aber auch nicht. Es sind ja erst zehn Runden gespielt“, hält Elvir Karahasanovic trotz des aktuellen Höhenflugs den Ball flach. Gegen Mils feierte seine Mannschaft einen hochverdienten 5:0-Sieg. „Wir haben uns von Anfang an viele Chancen erarbeitet. Auch weil wir viel ohne Ball gelaufen sind“, sprach Kematens Coach auch von Toren zur rechten Zeit. „Es ist nicht das Spiel von Mils, einem Rückstand hinterherzulaufen. Ähnlich wie uns, liegt ihnen das Umschaltspiel besser.“ Dass seine „Blues“ mittlerweile auch mit Ballbesitz umzugehen wissen, bewiesen diese in Hälfte zwei eindrucksvoll. „Wir haben die zweite Halbzeit dominiert.“ Auf die Frage, warum es aktuell so gut läuft, hat Karahasanovic eine ebenso kurze wie treffende Antwort parat. „Weil es momentan grauslig ist, gegen Kematen zu spielen.“
SV WEBER BETON OBERPERFUSS – SV ABSAM, Sonntag, 11. Oktober, 11.00. Oberperfuss verlor keines der letzten vier Duelle (zwei Siege, zwei Remis) gegen Absam. Weiter warten heißt es dagegen auf den ersten Saison-Auswärtssieg. In Münster bescherte ein später Treffer von Christoph Mersa (85.) immerhin den ersten Punkt auf fremdem Terrain. „Eigentlich war alles für den ersten Auswärtssieg angerichtet. Wenn du zwölf Chancen oder noch mehr vorfindest, dann musst du einfach gewinnen“, überwog bei Trainer Helmut Lorenz nach dem 2:2 die Enttäuschung. „Ich bin überhaupt nicht zufrieden. Wir sind so oft über die Seite durchgedrungen, aber der letzte Pass bzw. der Abschluss hat überhaupt nicht funktioniert.“ Zu allem Überdruss verteilte seine Mannschaft auch noch Geschenke. Wie etwa beim frühen 0:1. „Dennoch müssen wir das Spiel für uns entscheiden. Münster hat gekratzt, gebissen und gekämpft. Das hat heute gegen uns gelangt.“
FC VOLDERS - SV TELFS, Sonntag, 11. Oktober, 11.00. Seit mittlerweile vier Spielen ist Telfs gegen Volders ungeschlagen. Und auch die imposante Heimserie gegen Völs (keine Niederlage in zwölf Spielen) hat weiter Bestand. Fabian Schreter sei Dank! Der 19-Jährige traf in Minute 95 zum 3:3-Endstand. „Unsere Offensive war heute richtig gut. Leider waren wir in der Defensive katastrophal. Jeder hohe Ball war gefährlich. Zeitweise sind wir richtig geschwommen. Alle drei Gegentore waren Geschenke“, attestierte Marcel Schreter seiner Mannschaft jedoch eine tolle Mentalität. „Die Jungs haben extreme Moral bewiesen. Dreimal einen Rückstand aufholen, dass musst du erst schaffen.“ Weniger zufrieden war Schreter mit Schiedsrichter Staudinger. „Was der gepfiffen hat, war eine absolute Frechheit. Er hat zwei klare Elfmeter für uns nicht gegeben.“
Christina Hötzel 





