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Bobfahren für den Adrenalinkick

Die Inzingerin Lea Haslwanter genießt das Tempo ihres Sports und trainiert für die Olympiaqualifikation

Mit über 130 Stundenkilometern flitzt die Bobpilotin Lea Haslwanter aus Inzing durch den Eiskanal. Sie liebt den Adrenalinkick, wenn es dann in die Gerade geht und sie den Wind von der Geschwindigkeit neben sich hört. Der Wechsel vom schnellen, kraftvollen Anschieben zum feinen, ruhigen Steuern des Bobs ist eine herausfordernde Kombination. Mit der RUNDSCHAU sprach sie über die Vielseitigkeit ihres Sports, ihre Ziele in der kommenden Wintersaison und die Möglichkeit, auf ihrer Homepage „Saison-Fan“ zu werden und sie in der Randsportart zu unterstützen.
16. September 2025 | von Christina Hötzel
Bobfahren für den Adrenalinkick<br />
Lea Haslwanter beim Gespräch in Telfs über ihre diesjährigen Ziele und die Leidenschaft für ihren Sport. RS-Foto: Hötzel
Lea Haslwanters Familie war immer sehr aktiv und sie verbrachte in ihrer Kindheit viele Stunden auf den Bergen. Ihre Sportkarriere startete sie mit Volleyball und Ringen, mit 13 Jahren wechselte sie zu einem Leichtathletikverein. Anfangs war ihre Hauptdisziplin der Weitsprung, womit sie sich für die „International Children Games“ in Lake Mcquarie qualifizieren konnte. Später begeisterte ihr Trainer sie für das Hammerwerfen. In dieser Disziplin konnte Haslwanter einige nationale und auch internationale Medaillen erwerfen. Dank der Leichtathletik wurde sie bei einer Staatsmeisterschaft auf den Bobsport aufmerksam. Der ÖBSV veranstaltete einen Anschubwettkampf, welchen sie gewann und somit die Aufmerksamkeit des Verbandes weckte. Nach kurzem Zögern aufgrund ihres Studiums beschloss sie im Herbst 2021, dem Bobsport eine Chance zu geben. Und das bisher ziemlich erfolgreich.

TRAININGSALLTAG. Auch im Sommer trainiert die Bobpilotin. „Wir haben nach der Saison, die endet meistens so mit März, einen Monat ‚Off-Season‘, in dem wir ein bisschen Zeit für uns haben. Ich bin immer aktiv und ich liebe es, mich zu bewegen, aber in dieser Zeit ist es nicht ganz so strikt nach Plan. Seit April/Mai bin ich wieder voll im Training. Wir absolvieren über den Sommer viele Sprint-Trainings, Kraft-Trainings und wir haben eine Anschubbahn in Unterberg, das ist Richtung Brenner, auf der wir den Start üben können und es auch wirklich bergab geht. Bobfahren ist ein Teamsport und ich mag es gerne, immer Menschen um mich zu haben.“

SEHR VIELSEITIGER SPORT. „Man bekommt nicht so mit, was alles hinter der relativ kurzen Fahrt steckt. Der Zuschauer sieht im Winter nur, wie wir einen Bob anschieben und runterfahren, aber da braucht es natürlich viele andere Aspekte, die zusammenspielen müssen, um eine gute Startzeit hinlegen zu können. Unser Verband nimmt erst Sportler ab 18 Jahren auf, weil man einfach eine gewisse Kraft braucht, um unsere Geräte herumzutragen. Der Monobob hat mindestens 163 Kilo, der Zweierbob mindestens 170 Kilo. Dann kommen noch die Schonkufen dazu. Die wiegen auch nochmal 15 bis 20 Kilo. Das heißt, man trägt knapp 180, 190 Kilo. Natürlich ist es von Vorteil, wenn man auch groß ist. Im Bobsport hat man ein Minimumgewicht, das der Schlitten haben muss, und ein Maximumgewicht, das der Schlitten mit Insassen haben darf. Ich habe aber schon eine Anschieberin gehabt, die nur 1,62 Meter groß ist.“

KONKURRENZFÄHIGES MATERIAL. „Nebenbei habe ich das Ziel, für die nächste Saison neue Kufen zu kaufen, damit ich ein konkurrenzfähiges Material habe, um mithalten zu können und weitere Top-20- oder Top-15-Platzierungen im Weltcup zu erzielen. Ich bin für jede Unterstützung dankbar und ich habe mir gedacht, dass ich einen ,Saison-Fan‘ ins Leben rufe. Ich habe das letztes Jahr schon auf meiner Internetseite gestartet. Da waren es eher Familie und Freunde, die mich unterstützt haben. Auf der Website kann sich jeder Bobsport-Interessierte anmelden und erhält aktuelle Informationen und News über die Saison verteilt. Am Ende findet ein ,Season-Fest‘ statt, bei dem alle zusammenkommen und die Saison-Highlights feiern. Ab 40 Euro könnte man mit dabei sein. Ich habe das Konzept von anderen Piloten und von meinem Freund aus der Schweiz übernommen und ich habe mir gedacht, das ist eigentlich ganz eine coole Idee. Es ist einfach super, dass man neben den großen Sponsoren auch kleine, persönliche Unterstützung bekommt. Dadurch, dass wir eine Randsportart sind, ist das oft nicht so leicht. Wir haben jetzt schon wieder ein bisschen mehr mediale Präsenz. Ich hoffe, heuer mit der Olympiasaison wird es noch mehr. Man freut sich, wenn der Sport ein bisschen mehr Aufmerksamkeit bekommt und Nachwuchsfahrer hinzukommen.“

JUNIOREN-WM UND OLYMPIA-QUALIFIKATION. „Das Ziel der kommenden Saison ist, im Weltcup gut mit dabei zu sein. Mein Wunsch wäre es auch, dass ich die Junioren-WM nochmal fahren könnte. Bei uns im Bobsport kann man lange bei den Junioren starten, bis unter 26. Da habe ich letztes Jahr einen guten, aber unglücklichen vierten Platz erreicht. Ich war mega happy mit dem Ergebnis, vor allem, weil es eine relativ technisch anspruchsvolle Bahn zum Fahren war und ich auf dieser Bahn, in Altenberg, die Jahre davor immer Schwierigkeiten gehabt habe. Ich war umso glücklicher, dass mir letztes Jahr der ‚Knopf‘ auf der Bahn aufgegangen ist und ich wirklich so gut mithalten konnte. In dieser Saison ist die Junioren-WM in St. Moritz. Das ist meine Lieblingsbahn. Bei der Teilnahme kommt es ein bisschen auf die Olympia-Qualifikation an, weil die Junioren-WM direkt vor den Olympischen Spielen ist.“ Am 15. Oktober geht es dann los ins erste Trainingslager in Lillehammer.
Bobfahren für den Adrenalinkick<br />
Bobfahren ist auch ein Teamsport. Haslwanter hat gerne immer Menschen um sich und braucht die Unterstützung ihrer Fans. Foto: „Rekords“
Bobfahren für den Adrenalinkick<br />
Mit über 130 Stundenkilometern geht es durch den Eiskanal. Foto: „Rekords“
Bobfahren für den Adrenalinkick<br />
Wechsel zwischen kraftvollem Anschieben und ruhigem Steuern. Foto: „Rekords“

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