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Mit breiter Brust in die Sonntags-Matinee

Derbysieger Kematen empfängt Nachzügler Mils – Derby-Verlierer Völs muss ebenfalls gegen einen Abstiegskandidaten ran

(fly) Dass es sich mit breiter Brust leichter Fußball spielen lässt, ist kein Geheimnis. Entsprechend groß ist bei Kematen die Vorfreude auf die Sonntagsmatinee gegen Mils. Immerhin gelangen aus den letzten fünf Spielen vier Siege. Vor allem der letzte, das 3:1 im Derby gegen Völs, schmeckte süß. Geht es nach Sammy Glatz, darf es in dieser Tonart weitergehen.
29. April 2025 | von Alex Dosch
Mit breiter Brust in die Sonntags-Matinee
Beim Derby zwischen Völs (Yalin Genc, vorne) und Kematen blieben die in rot gekleideten „Blues“ rund um Lorenzo Popovic (hinten) mit 3:1 siegreich.
Foto: Alex Dosch
SV BÄCKER RUETZ KEMATEN – SC MILS, Sonntag, 4. Mai, 10.30. „Wenn wir weiterhin mit dieser Freude Fußball spielen, dann ist noch einiges möglich“, gibt sich Kematens Trainer ob des jüngsten Erfolgslaufs angriffslustig. Ohne allerdings nicht darauf zu vergessen, vor dem kommenden Gegner zu warnen. „Mils ist eine Mannschaft, die nie aufgibt und sehr zweikampfstark ist. Entsprechend gut eingestellt müssen wir in dieses Spiel gehen.“
Eine Einschätzung, die auch die nackten Zahlen belegen. Im Frühjahr holte Mils schon jetzt um einen Punkt (7) mehr als in der gesamten Hinrunde (6). Interessant: alle bisherigen drei Siege gelangen der Klingler-Elf auf fremdem Boden. Im Herbst siegte Kematen mit 3:0.
Einen äußerst prestigeträchtigen Sieg landeten die „Blues“ zuletzt. Mit dem 3:1 bei Lokalrivalen Völs verkürzten Plunser & Co. in der Derby-Bilanz auf 12:13. „Wir sind richtig gut in die Partie gestartet, haben zwei frühe Tore gemacht. Das war wichtig“, sah Glatz seine Mannschaft in der ersten Hälfte „auch spielerisch überlegen. Wir haben Völs wenig Luft zum atmen gelassen“.
Leicht verändert zeigten sich die Kräfteverhältnisse nach dem Seitenwechsel. „Zwar waren wir weiter spielbestimmend. Allerdings haben wir in dieser Phase zu viele Flanken zugelassen. Und da kann immer wieder mal was passieren.“ Dennoch sprach Kematens Coach von einem letztlich verdienten Sieg. „Weil wir in der Defensive extrem kompakt waren und im Spiel nach vorne durchaus auch Raffinesse bewiesen haben.“ So glänzten die beiden Sechser Fabian Leitner und Joel Ngouno Djankeu als Ballverteiler – war Stürmer Matteo Peternell ein stetiger Gefahrenherd. Zudem kam Niklas Zauner nach langer Verletzungspause zu einem Kurzeinsatz.

SPG SILZ/MÖTZ – VÖLSER SV, Samstag, 3. Mai, 16.00. Wie Lokalrivale Kematen bekommt es auch Völs mit einem Abstiegskandidaten zu tun. Der letzte Sieg auf Mötzer bzw. Silzer Boden liegt lange zurück. Am 22. August 2014 gelang ein deutliches 7:1. Die Chancen, dass es 3.907 Tage später neuerlich zu einem Dreier langt, stehen durchaus gut. Auch, weil Silz/Mötz im Frühjahr noch nicht wirklich in die Gänge kam. Das Hinspiel entschieden die Grün/Weißen mit 2:1 für sich. „Um in Mötz etwas zu holen, müssen wir den Kampf annehmen und ein anderes Gesicht zeigen als zuletzt gegen Kematen“, erwartet sich Gregor Engelbrecht eine Reaktion auf die 1:3-Derbypleite. „So wie wir gespielt haben, muss noch genug im Tank drinnen sein.“
Der Völs-Coach vermisste im Derby so ziemlich alles, was es braucht, um erfolgreich zu sein. „Es gibt im Fußball gute Tage, und es gibt solche. Das war von Anfang an zu wenig und unsere bislang schlechteste Leistung im Frühjahr.“ Was Engelbrecht besonders ärgerte: „Wir haben gewusst, dass Kematen mit vielen langen Bällen agieren wird. Und dennoch haben wir es nicht geschafft, diese zu verteidigen.“ Ein solcher weiter Ball führte auch zum ebenso frühen wie unglücklichen 0:1. Francesco Riehle beförderte den Ball ins eigene Netz.
Dem nicht genug, haderten die Hausherren auch mit so manch Entscheidung des nicht immer ganz sattelfesten Schiedsrichters Alexander Pale. „Nach dem 0:1 wurde uns ein klarer Handelfmeter vorenthalten. Das hat uns sogar die Kemater Bank bestätigt.“ Dennoch wollte der VSV-Trainer die Schuld nicht beim Unparteiischen suchen. „Kematen war heute einfach cleverer.“

SV TELFS – SV WÖRGL, Sonntag, 4. Mai, 17.00. Von den letzten sechs Duellen entschied Telfs fünf für sich. Jenes im Herbst mit 1:0.
Ein Erfolgserlebnis blieb zuletzt beiden verwehrt. Während Wörgl Wacker Innsbruck mit 0:3 unterlag, verschluckten sich die „Säbelzahntiger“ abermals an „St. Johannern“. Das 1:4 war die vierte Pleite gegen die Ramsbacher-Elf in Folge. Weit mehr als das Ergebnis ärgerte Marcel Schreter jedoch die Leistung von Schiedsrichter Cemil Et. „Ich halte mich mit Schiri-Kritik normal zurück. Aber schön langsam ist das Fass voll. Jede Kleinigkeit wird gegen uns gepfiffen. Und der Höhepunkt war heute die gelb/rote Karte für Noah (Egger, Anmerk.). Der bekommt die zweite Gelbe, obwohl nicht er, sondern ein anderer Spieler das Foul gemacht hat. Das ist unglaublich.“
Und das in einer Phase, in der Telfs auf den Ausgleich drängte. „Ich bin überzeugt, dass wir in Überzahl das Spiel noch gedreht hätten.“ So stand am Ende die siebte Saisonpleite. „Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Wir waren zu Beginn das bessere Team und im weiteren Spielverlauf ebenbürtig. Aber St. Johann hat sich vor dem Tor wieder einmal als eiskalt erwiesen“, so ein sichtlich angefressener Telfs-Coach.

Die Spiele der 20. Runde: Völs – Kematen 1:3 (0:2). Tore: Kinzner (82. Elfmeter); Riehle (3. Eigentor), Peternell (22.), Djankeu (72.). St. Johann – Telfs 4:1 (1:1). Tore: Pauli (36., 85., 99.), Cisse (61.); Steko (5.). Rot: Kazacoks (85. St. Johann/Tätlichkeit. Gelb/Rot: Egger (82. Telfs/Foul).

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