Rote Laterne rechtzeitig zum Derby abgegeben
Oberperfuss ringt dem großen Titelfavoriten IAC ein achtbares 1:1-Remis ab – Kematen stirbt in Volders den Chancentod
Mit einem für’s Selbstvertrauen wichtigen Punktgewinn tritt Oberperfuss die (kurze) Reise an die „Melach Road“ an. Mit im Gepäck: eine ordentliche Portion Optimismus. „Wir wissen, wie Kematen spielt, und wir wissen, wie wir drauf sind. Zudem haben wir in den letzten Derbys immer gut ausgesehen“, so Helmut Lorenz.
17. September 2026
Christoph Mersa (Mitte) und seine Oberperfer rangen dem IAC ein 1:1-Remis ab. Foto: sportszene.tirol
SV BÄCKER RUETZ KEMATEN – SV WEBER BETON OBERPERFUSS, Samstag, 19. September, 16.00. Eine Einschätzung, mit der der Oberperfuss-Coach durchaus richtig liegt. Denn die letzten vier Derbys entschied sein Team allesamt für sich.
Zuletzt trotzten Mersa & Co. dem IAC ein Remis ab. Beim 1:1 war die Verunsicherung ob der jüngsten, nicht berauschenden Ergebnisse, nur zu Beginn zu sehen. Die Innsbrucker wussten daraus allerdings kein Kapital zu schlagen. Die Athletiker beschränkten sich darauf, den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Mit der ersten gefährlichen Aktion kam dann allerdings so richtig Zunder in die Partie. Nach einer schönen Kombination über Sam Abfalterer und Christoph Morscher verwertete Marius Martha einen Stanglpass trocken. Es war der Startschuss zu einer regelrechten Oberperfer Drangperiode. „Die erste Halbzeit war richtig gut. Da hat es uns der IAC auch etwas leicht gemacht, hat uns viele Räume gegeben. Leider haben wir das zweite Tor nicht nachgelegt“, haderte SVO-Coach Helmut Lorenz mit der mangelhaften Chancenverwertung.
In der zweiten Halbzeit kamen die Innsbrucker dann besser ins Spiel. Der 1:1-Ausgleichstreffer nach etwas mehr als einer Stunde war der nicht unverdiente Lohn. Die Schluss-phase gehörte dann wieder den Hausherren. Nur der „Lucky Punch“ wollte nicht gelingen.
Einen solchen verzeichnete Volders gegen Kematen. Ein Treffer vier Minuten vor dem Ende besiegelte die 0:1-Niederlage der „Blues“. „Das war die einzige Chance in 90 Minuten. Noch dazu war der Ball nach einem Freistoß gefühlt eine Minute lang in der Luft“, haderte Elvir Karahasanovic mit dem späten Gegentor. Noch viel mehr ärgerte den Kematen-Coach aber der Umstand, wie fahrlässig seine Mannschaft mit den zahlreichen Tormöglichkeiten umgegangen ist. „Ich glaub’ es gibt keinen Offensive-Spieler von uns, der nicht mindestens zu einer Chance gekommen ist. Wir hatten in der ersten Halbzeit vier und in der zweiten vier. Daraus musst du mindestens ein, zwei Tore machen. Teilweise war das grob fahrlässig wie wir mit den Chancen umgegangen sind“, vermisste Karahasanovic neben der nötige Kaltschnäuzigkeit auch „den unbedingten Willen ein Tor machen zu wollen. Und dann kommt es halt zum Klassiker: Volders, das sich nur auf’s Verteidigen konzentriert hat, macht das entscheidende Tor.“
Auswirkungen auf den Revierschlager gegen Oberperfuss soll die unnötige Pleite keine haben. „Für uns ist es das wichtigste Spiel des Jahres. Da ist es völlig egal, was vorher war.“
SC MÜNSTER – VÖLSER SV, Freitag, 18. September, 20.15. In der jüngeren Vergangenheit standen sich beide Teams erst viermal gegenüber. Und nicht einmal konnte die Heimmannschaft einen Sieg bejubeln.
Nichts zu holen gab es für Völs im Heimspiel gegen Spitzenreiter Kundl. Die Unterländer sorgten früh für klare Verhältnisse. In Minute sechs traf Jakob Antretter zum 0:1, nur drei Minuten später legte Dominik Haaser einen weiteren Treffer nach. Und spätestens mit dem 0:3 nach 25 Minuten war der berühmte Käse gegessen. Der Anschlusstreffer von Bastian Mosser kurz vor der Pause diente nur noch der Ergebniskosmetik.
SV TELFS – FC NATTERS, Sonntag, 20. September, 11.00. In der Tiroler-Liga-Saison 2018/19 standen sich beide Teams letztmals gegenüber. Telfs verlor auswärts mit 2:3 und siegte zuhause mit 5:2. Den Schlusspunkt setzte damals ein gewisser Marcel Schreter.
Dessen Mannschaft klettert in der Tabelle stetig weiter nach oben. In Neustift siegten die „Säbelzahntiger“ nach einer souveränen Vorstellung mit 2:0. Entsprechend zufrieden zeigte sich der Telfs-Coach nach dem ersten Saison-Auswärtssieg. „Das war eine Tipp-Top-Leistung. Wir waren spielerisch ganz klar überlegen, sind von der ersten bis zur letzten Minute immer wieder gefährlich in den gegnerischen Strafraum gekommen.“ Nur mit dem Toreschießen wollte es nicht so recht klappen. Den zahlreichen ungenützten Möglichkeiten nicht genug, scheiterte Marcel Dosch auch noch vom Punkt aus. „Normalerweise müssen wir zur Pause 4:0 führen.“
Dementsprechend stellte Schreter zur Pause seinen Spielern auch die Frage: „Wie kann es noch 0:0 stehen?“. Die Antwort darauf, gab seine Truppe am grünen Rasen. Erst schaufelte Simon Post das Leder nach schönem Zuspiel von Noah Egger über Stubai-Goalie Pirkner hinweg in die Maschen. Und 18 Minuten vor dem Ende war es der von Jakob Klieber und Marius Mittich ideal in Szene gesetzte Christof Mader, der das Leder trocken zum 2:0-Endstand einschob.






