Vollmond voraus: Der Letzte biegt den Ersten
Das zuvor fünf Spiele sieglose Oberperfuss schlägt Spitzenreiter Kundl mit 3:0 - vor allem die Art und Weise überzeugte
Freitag-Abend, knapp vor Anpfiff des Spiels zwischen Oberperfuss und Kundl: Der zunehmende Mond strahlt nahezu vollständig beleuchtet über den grünen Rasen. Wie sich später herausstellen sollte, ein gutes Zeichen. Denn Morscher & Co. boten Vollmond- bzw. Vollgas-Fußball vom Feinsten.
29. September 2026
Oberperfuss (Sam Abfalterer, links) und Kundl lieferten sich ein packendes Match. Foto: sportszene.tirol
SC MÜNSTER - SV WEBER BETON OBERPERFUSS, Samstag, 3. Oktober, 15.30. In Münster – Oberperfuss gewann vier der letzten sechs Duelle – gilt es nun diesen Gala-Auftritt zu bestätigen.
Gegen Kundl fragten sich jedenfalls viele der 250 Zuschauer: Wer ist hier der Tabellenführer und wer das Schlusslicht? Schon lange nicht mehr sah man das Team von Helmut Lorenz derart spritzig, spielfreudig und vor allem ballsicher. „Tore geben der Bewertung eines Spiels oft einen anderen Eindruck. Und die haben wir mit der zweiten und vierten Chance gemacht. Aber ja: Das war eine sehr gute Leistung. Und was mich besonders freut: Dass wir mit unserer Art Fußball zu spielen, erfolgreich waren“, sagte der Oberperfuss-Coach.
Den ersten Höhepunkt in einer temporeichen, höchst attraktiven Begegnung gab es bereits nach sechs Minuten. Ein weite Flanke von Noah Heis versenkte Kapitän Simon Kirchmair sehenswert per Flugkopfball. Nicht minder spektakulär das 2:0 durch Marius Martha. Von Heis schön in Szene gesetzt, schnippelte Martha das Spielgerät elegant über Torhüter Margreiter hinweg in die Maschen. Der Kundl-Goalie wurde später zur tragischen Figur. Nach einem Foul an Sam Abfalterer, für das er wegen Torraubs die rote Karte sah, musste Margreiter schwer verletzt mit der Rettung abtransportiert werden. „Diese Szene hat einen ansonsten tollen Abend getrübt hat. Wenn der Fuß 90 Grad in die falsche Richtung schaut, dann weißt du, dass es gröber fehlt.“ Zum Glück funktionierte die Rettungskette hervorragend. „Es war unser Arzt vor Ort. Auch Sanitäter waren zur Stelle.“
Und nachdem das Spiel eine halbe Stunde unterbrochen war – den aus dem Foul heraus resultierenden Freistoß verwertete Tobias Obkircher zum 3:0 - ging das Spiel mit dem selben Elan wie die 60 Minuten zuvor weiter. „Das hat mich dann doch etwas überrascht, dass die Intensität trotz des Schocks nicht nachgelassen hat“, so Lorenz.
SV BÄCKER RUETZ KEMATEN – SC MILS, Samstag, 3. Oktober, 16.00. Kematen verlor keines der letzten sieben Duelle, holte dabei nicht weniger als 19 Punkte. Allerdings zeigt sich Mils gegenüber der Vorsaison stark verbessert. Zuletzt besiegte die Klingler-Elf Titelfavorit IAC mit 1:0.
Aber auch der Motor der „Blues“ läuft aktuell wie geschmiert.
In Kolsass fuhr das Team rund um „Doppelpacker“ Maximilian Plattner einen ungefährdeten 3:1-Erfolg ein. „Das war eine absolut souveräne Vorstellung. Kolsass hat in einem defensiven 4-5-1 agiert und ausschließlich lange Bälle gespielt. Darauf haben wir uns gut eingestellt. Zudem hatten wir gefühlt 70 Prozent Ballbesitz. Aber mittlerweile wissen wir ja, wie wir mit dem Ball umzugehen haben“, hat Trainer Elvir Karahasanovic angesichts der stark steigenden Formkurve aktuell leicht lachen. Einen Kritikpunkt fand der „Blues“-Coach aber dann doch. „Die Chancenverwertung! Die muss deutlich besser werden. Aber wie wir zu den Chancen kommen, das ist schon richtig gut.“
SV TELFS – VÖLSER SV, Sonntag, 4. Oktober, 16.00. Bricht Völs endlich den Emat-Bann? Seit unglaublichen 36 Jahren konnten die Grün/Weißen nicht mehr in Telfs gewinnen. Die desaströse Bilanz: zehn Niederlagen, ein Remis. Die aktuelle Formkurve gibt allerdings wenig Anlass zur Hoffnung. Gegen Absam setzte es die vierte Pleite in Folge. Bereits nach acht Minuten musste Torhüter Matteo Mitterer das erste Mal hinter sich greifen. Am Ende stand eine 2:4-Niederlage. Einziger Lichtblick: Der Doppelpack von „Youngster“ Irko Musie Yohannes.
Mehr Licht als Schatten gab es für den kommenden Gegner Telfs. Auch wenn die „Säbelzahntiger“ beim 3:3 in Ebbs zwischenzeitlich mit 2:0 und 3:1 in Front lagen. „Natürlich trauerst du, wenn du zweimal mit zwei Toren Vorsprung führst, einem Sieg hinterher. Noch dazu, wo wir blöde Gegentore bekommen haben. Vor allem beim 3:3 nach eigenem Einwurf haben wir uns nicht gut angestellt. Aber Summa summarum geht das Unentschieden in Ordnung“, attestierte Trainer Marcel Schreter seiner Mannschaft eine gute Leistung. In einem Spiel, das in alle Richtungen ausgehen hätte können, weil gegen Ende hin beide Teams ihre Chancen auf den Dreier hatten. So fand etwa ein Stanglpass von Bedran Özgen in Christof Mader einen Abnehmer. Der traf den Ball allerdings nicht richtig. Auf der Gegenseite blieb die Pfeife von Schiedsrichter Kostacevic nach einem Elfmeterverdächtigen Foul von Timo Klauder stumm.






