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„Wir haben eine Eisproblematik“

Pucks, Politik und pure Begeisterung: Tirols Eis-Zwerge erobern Telfs

Man sagt ja, Eishockey sei ein Sport für harte Kerle. Wer jedoch kürzlich in die Gesichter der rund 70 Kinder beim U7-Learn-to-Play-Turnier in Telfs blickte, sah vor allem eines: die pure, ungefilterte Freude am Gleiten (und gelegentlichen Hinfallen). Es war der krönende Abschluss einer Saison, in der nicht das nackte Ergebnis, sondern das Miteinander auf den scharfen Kufen im Zentrum stand. Nicht alles ist beim Eishockey hierzulande aber Eitel Wonne. Infrastrukturell nagt der Zahn der Zeit.
25. Feber 2026 | von Albert Unterpirker
„Wir haben eine Eisproblematik“
Die Nachwuchstrainer hatten viel zu tun und machten einen super Job. Den Eiszwergen gefiel es. Foto: Albert Unterpirker

In einer Welt, die sonst oft von verbissenem Konkurrenzdenken geprägt ist, wurde beim U7-Learn-to-Play-Turnier in Telfs völlig anders, erfrischend gewaltet. Die Teams aus Silz, Imst, Telfs, Zirl, Götzens, Ehrwald, Steinach und Mils wurden kurzerhand ordentlich durchgeschüttelt. „Damit alle das gleiche Level haben“, erklärt Ullrich Steiner, Nachwuchstrainer der Telfs Knights. Es gibt drei Könnensstufen und vier bunt gemischte Mannschaften. Das Ziel? Niemand soll untergehen, jeder soll glänzen. Oder wie Steiner es trocken-philosophisch auf den Punkt bringt: „Die Kinder haben eine super Gaudi!“ Und ist das im Alter von unter sieben Jahren nicht der einzige Sieg, der wirklich zählt?

SPASS. Für Christoph Baumann, TEHV-Wettspielreferent, geht es bei den insgesamt rund 30 Nachwuchsturnieren pro Saison in ganz Tirol um weit mehr als nur den Sport. Es geht auch um soziale Grundpfeiler und Vernetzung: „Es ist wichtig, dass sich die Kinder bei diesem Turnier untereinander kennenlernen, das ist auch für die Zukunft gut.“ Vor allem etwa bei den U7-Turnieren „sollen die Kinder einfach Spaß haben“, führt Baumann aus. Man könnte fast meinen, hier würde die nächste Generation an Diplomaten herangezogen – nur eben mit Schläger und Helm. Wenn man das Gewusel auf dem Eis beobachtet, darf man konstatieren: Die Zukunft des Tiroler Eishockeys ist sportlich definitiv gesichert.

PFLICHT. Doch wo Licht ist, ist in Tirol oft auch eine sanierungsbedürftige Eisfläche. Baumann nutzte die Bühne des Abschlussturniers nicht nur für Lobeshymnen, sondern schlug auch kritische Töne Richtung Landespolitik an. Besonders die Zustände u. a. in Zirl, Silz und Imst bereiten Sorgen. „Wir haben eine Eisproblematik“, stellt Baumann klar und nimmt die Entscheidungsträger in die Pflicht: „Es muss den politischen Verantwortlichen und dem Land Tirol ein Anliegen sein, dass die Zukunft für unsere Kinder gesichert ist!“ So bleibt zu hoffen, dass die Botschaft in den warmen Amtsstuben ankommt, bevor der Nachwuchs sprichwörtlich auf dem Trockenen sitzt. Denn während die Kleinen in Telfs bewiesen haben, wie man Herausforderungen mit einem Lächeln meistert, liegt der Puck nun bei der Politik.
„Wir haben eine Eisproblematik“
Auch eine gepflegte Rutschpartie gehört ab und zu dazu, nicht wahr? Die Gaudi stand im Vordergrund. Foto: Albert Unterpirker
„Wir haben eine Eisproblematik“
Sind quasi bei allen TEHV-Turnieren im Einsatz: Christoph Baumann (Wettspielreferent), Sven Paukner (Kassier) und Heike Schönherr (Vize-Präsidentin, v. l.). Foto: Albert Unterpirker
„Wir haben eine Eisproblematik“
Ullrich Steiner hat beim U7-Turnier alles im Griff. Der Nachwuchs war aufmerksam und motiviert bei der Sache und hielt sich an die Anweisungen von „Ulli“. Foto: Albert Unterpirker

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