Droht „Freizeitzentrum Axams“ das Aus?
Ohne finanzielle Zuwendungen des Landes Tirol kann der Betrieb schon bald nicht mehr aufrecht erhalten werden
Den Tiroler Bäder- und Saunabetrieben steht trotz einer sehr erfolgreichen Wintersaison das Wasser bereits bis zum Hals. Ohne finanzielle Unterstützung vom Land sind viele von der Schließung bedroht. Auch der Betrieb des gemeindeeigenen „Freizeitzentrums Axams“ verschlingt Unsummen, die sich die Gemeinde kaum noch leisten kann. „Mittlerweile müssen wir bereits Infrastrukturprojekte wie Straßensanierungen aufschieben, um unser Schwimmbad und Freizeitzentrum langfristig für unsere Region zu erhalten“, fasst Bürgermeister Thomas Suitner die fatale Lage zusammen.
Gebi G. Schnöll
2. Mai 2023
Fordern finanzielle Unterstützung vom Land Tirol für die Tiroler Bäder: (v.l.) Michael Kirchmair, GF „Freizeitzentrum Axams“, Ulrich Mayerhofer, Obmann der Tiroler Bäderbetriebe, Melanie Hechenberger, Betriebsleiterin des „Atoll Achensee“, der Axamer Bürgermeister Thomas Suitner und Patrick Rauter, GF der Fachgruppe Gesundheitsberufe. Foto: WK Tirol
Trotz der hohen Besucherzahlen in den Tiroler Bäder- und Saunabetrieben im Winter 2022/2023, die etwa 15 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt lagen, müssen die Bäder in Tirol den Gürtel enger schnallen. „So sehr uns die zahlreichen Badegäste im vergangenen Winter freuen, machen uns die hohen Energiekosten heuer sehr große Sorgen. Die Situation ist für viele Betreiber:innen öffentlicher Hallenbäder existenzbedrohend“, fasst Ulrich Mayerhofer, Berufsgruppenobmann der Tiroler Bäder, die gegenwärtige Lage zusammen. Mayerhofer fordert daher vom Land für den laufenden Betrieb öffentlicher Hallenbäder nachhaltige Unterstützung in der Höhe von insgesamt zwölf Millionen Euro pro Jahr.
VIER HALLENBÄDER MACHTEN IN DEN VERGANGENEN MONATEN DICHT. In den vergangenen Monaten haben in Tirol bereits vier Hallenbäder ihre Pforten für immer geschlossen. Neben den gestiegenen Energiekosten summieren sich der Fachkräftemangel und die allgemeine Teuerung zu den Problemen der Betriebe hinzu. Der Hauptgrund für die Schließungen liegt aber darin, dass öffentliche Hallenbäder nicht kostendeckend geführt werden können. Besonders Bäder, in denen dringend umfangreiche Sanierungen getätigt werden müssen, geraten so in die Bredouille. „Die Betreiber bemühen sich redlich, die Abgänge gering zu halten und möglichst wirtschaftlich zu arbeiten. Dies führt aber mittelfristig dazu, dass Sanierungsarbeiten aufgeschoben werden und Bäder mit der laufenden Instandhaltung in Rückstand geraten, bis sich hohe Kosten aufgestaut haben“, beschreibt Mayerhofer das Problem. „Die Situation ist dem Land Tirol seit Jahren bekannt, dennoch werden seitens des Landes zwar Investitionen in neue Bäder gefördert, mit dem laufenden Betrieb werden die Gemeinden bzw. Eigentümer der Bäder dann aber allein gelassen“, ruft der Obmann der Tiroler Bäder die Verantwortlichen auf, den operativen Betrieb der Tiroler Bäder von Seiten des Landes finanziell zu unterstützen.
AUCH DEM „FREIZEITZENTRUM AXAMS” DROHT DAS AUS. Auch für Michael Kirchmair, Geschäftsführer des „Freizeitzentrums Axams“, sind die steigenden operativen Betriebskosten bald nicht mehr zu stemmen. „Gerade aufgrund ihrer sozialen und gesellschaftlichen Funktion können öffentliche Hallenbäder nicht kostendeckend geführt werden“, verdeutlicht Kirchmair die angespannte Situation und verweist auf die vielen Schwimmkurse sowie das bestehende Freizeitangebot für Familien und Tourist:innen. Zudem blickt das „Freizeitzentrum Axams“ auf einen enormen Investitionsstau zurück. Während das Bad über eine Solaranlage und Lüftung aus den 90er Jahren verfügt, bedarf der Keller, der bereits seit dem Bau der chlorhaltigen Luft ausgesetzt ist, dringend einer Sanierung. Ein Unterfangen, das nach professioneller Schätzung etwa 15 bis 20 Millionen Euro kosten wird. Deshalb richtet Kirchmair seinen Appell an das Land Tirol. „Die Politik muss die prekäre Situation endlich erkennen und den Bädern vor allem in finanzieller Hinsicht beistehen. Zuschüsse für Investition sind wichtig, aber auch im laufenden Betrieb muss endlich eine Unterstützung vom Land kommen“, fordert Kirchmair. Der Axamer Bürgermeister Thomas Suitner sagt, dass man den laufenden Betrieb vom „Freizeitzentrum“ nur mit Mühe und Not offen halten könne. Rund 400.000 Euro hat die Gemeinde Axams bisher jährlich in den Betrieb investiert, durch die Teuerungen muss künftig jedes Jahr eine Million Euro in die Freizeitanlage gepumpt werden. „Die Gemeinde Axams erhält als Standortgemeinde eine Infrastruktur, die von rund 70 Prozent nicht ortsansässiger Bevölkerung genutzt wird“, beschreibt der Bürgermeister die Problematik und stellt eine regionale Finanzierung durch mehrere Gemeinden zur Diskussion. „Ohne eine jährliche Abgangsdeckung durch das Land Tirol sowie die Beteiligung umliegender Gemeinden und der Tourismusverbände ist bald auch unser Bad in der Schließungsliste zu finden“, richtet Suitner seine Worte vor allem an die Landespolitik.
VIER HALLENBÄDER MACHTEN IN DEN VERGANGENEN MONATEN DICHT. In den vergangenen Monaten haben in Tirol bereits vier Hallenbäder ihre Pforten für immer geschlossen. Neben den gestiegenen Energiekosten summieren sich der Fachkräftemangel und die allgemeine Teuerung zu den Problemen der Betriebe hinzu. Der Hauptgrund für die Schließungen liegt aber darin, dass öffentliche Hallenbäder nicht kostendeckend geführt werden können. Besonders Bäder, in denen dringend umfangreiche Sanierungen getätigt werden müssen, geraten so in die Bredouille. „Die Betreiber bemühen sich redlich, die Abgänge gering zu halten und möglichst wirtschaftlich zu arbeiten. Dies führt aber mittelfristig dazu, dass Sanierungsarbeiten aufgeschoben werden und Bäder mit der laufenden Instandhaltung in Rückstand geraten, bis sich hohe Kosten aufgestaut haben“, beschreibt Mayerhofer das Problem. „Die Situation ist dem Land Tirol seit Jahren bekannt, dennoch werden seitens des Landes zwar Investitionen in neue Bäder gefördert, mit dem laufenden Betrieb werden die Gemeinden bzw. Eigentümer der Bäder dann aber allein gelassen“, ruft der Obmann der Tiroler Bäder die Verantwortlichen auf, den operativen Betrieb der Tiroler Bäder von Seiten des Landes finanziell zu unterstützen.
AUCH DEM „FREIZEITZENTRUM AXAMS” DROHT DAS AUS. Auch für Michael Kirchmair, Geschäftsführer des „Freizeitzentrums Axams“, sind die steigenden operativen Betriebskosten bald nicht mehr zu stemmen. „Gerade aufgrund ihrer sozialen und gesellschaftlichen Funktion können öffentliche Hallenbäder nicht kostendeckend geführt werden“, verdeutlicht Kirchmair die angespannte Situation und verweist auf die vielen Schwimmkurse sowie das bestehende Freizeitangebot für Familien und Tourist:innen. Zudem blickt das „Freizeitzentrum Axams“ auf einen enormen Investitionsstau zurück. Während das Bad über eine Solaranlage und Lüftung aus den 90er Jahren verfügt, bedarf der Keller, der bereits seit dem Bau der chlorhaltigen Luft ausgesetzt ist, dringend einer Sanierung. Ein Unterfangen, das nach professioneller Schätzung etwa 15 bis 20 Millionen Euro kosten wird. Deshalb richtet Kirchmair seinen Appell an das Land Tirol. „Die Politik muss die prekäre Situation endlich erkennen und den Bädern vor allem in finanzieller Hinsicht beistehen. Zuschüsse für Investition sind wichtig, aber auch im laufenden Betrieb muss endlich eine Unterstützung vom Land kommen“, fordert Kirchmair. Der Axamer Bürgermeister Thomas Suitner sagt, dass man den laufenden Betrieb vom „Freizeitzentrum“ nur mit Mühe und Not offen halten könne. Rund 400.000 Euro hat die Gemeinde Axams bisher jährlich in den Betrieb investiert, durch die Teuerungen muss künftig jedes Jahr eine Million Euro in die Freizeitanlage gepumpt werden. „Die Gemeinde Axams erhält als Standortgemeinde eine Infrastruktur, die von rund 70 Prozent nicht ortsansässiger Bevölkerung genutzt wird“, beschreibt der Bürgermeister die Problematik und stellt eine regionale Finanzierung durch mehrere Gemeinden zur Diskussion. „Ohne eine jährliche Abgangsdeckung durch das Land Tirol sowie die Beteiligung umliegender Gemeinden und der Tourismusverbände ist bald auch unser Bad in der Schließungsliste zu finden“, richtet Suitner seine Worte vor allem an die Landespolitik.





