Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
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Neuschnee brachte „Glück im Unglück“

Zwölf Millionen Euro Schaden nach Hochwasser landesweit – größte Schäden werden im Ötztal verzeichnet

Starker Dauerregen ließ am vorletzten Sonntag und Montag in ganz Nordtirol den Inn und dessen Seitenbäche anschwellen. Besonders dramatisch war die Situation im Ötztal, wo zwischen Umhausen und Längenfeld vom Hochwasser ein ca. 60 Meter langes Teilstück der Ötztal Landesstraße B186 weggespült wurde. Trotzdem ist man nochmals mit einem „Blauen Auge“ davon gekommen. Hätte nämlich in der Nacht auf Dienstag in den hochalpinen Lagen kein Schneefall eingesetzt, wären die Hochwasserstände noch weit höher angestiegen, was wohl zu noch weit größeren Schäden geführt hätte.
5. September 2023 | von Gebi G. Schnöll
Neuschnee brachte „Glück im Unglück“<br />
Das weggespülte Teilstück der B186 zwischen Umhausen und Längenfeld. Der Straßenabschnitt konnte in Rekordzeit erneuert werden. RS-Foto: Schnöll
Von Gebi G. Schnöll

Gesperrte Straßen und Brücken, das Hinterötztal und das Hinterpitztal von den vorderen Talgemeinden abgeschnitten, dutzende Haushalte ohne Strom, Hangrutsche, kleine Murenabgänge,  Katastrophenalarm im Unterinntal. Im ganzen Land führte der Dauerregen zu Alarmstimmung und massiven Schäden. Besonders dramatisch war die Situation im Ötztal, wo zwischen Umhausen und Längenfeld ein Teilstück der B186 weggespült wurde. Nur wenige hundert Meter entfernt hat das Hochwasser auch die Zufahrtsrampe zur „Köflerbrücke“ mitgerissen. Auch beim Klärwerk Sölden wütete die Ötztaler Ache. Dort wurde ein Teil des Radweges, der nach Naturereignissen bereits etliche Male als Notstraße genutzt wurde, von den Wassermassen mitgerissen. Vorbildhaft der Einsatz, die B186 wieder instanzusetzen! Bis tief in die Nacht drehten sich jeden Tag die Bagger und Muldenkipper.  Das Hinterpitztal war am Freitag wieder erreichbar, Samstagmorgen konnte auch die Straßensperre bei Umhausen wieder  aufgehoben werden.

UNSICHERES KRISENMANAGEMENT. Nach ersten Erhebungen ist landesweit von einer Schadenssumme in Höhe von mindestens zwölf Millionen Euro auszugehen. „Im Ötztal zeigt sich einmal mehr in der Praxis, wie hervorragend die Arbeit in Tirol zwischen Einsatzorganisationen, Behörde und Partnern funktioniert. Das umsichtige Krisenmanagement hat auch wesentlich dazu beigetragen, die Bevölkerung zu informieren und zu sensibilisieren, sodass auch Personenschäden verhindert werden konnten. Im Namen der Landesregierung bedanke ich mich bei den rund 4.400 Feuerwehreinsatzkräften, die landesweit im Einsatz standen, ebenso wie bei allen weiteren Einsatzorganisationen, Partnern und helfenden Händen“, so Sicherheitslandesrätin Astrid Mair bei einem Lokalaugenschein im Ötztal.
Neuschnee brachte „Glück im Unglück“<br />
Die „Köflerbrücke“ ist derzeit nicht befahrbar, weil die Zufahrtsrampe weggespült wurde. Unter der Brücke ein angeschwemmter Anhänger, der am Brückenpfeiler hängengeblieben ist.
RS-Foto: Schnöll
Neuschnee brachte „Glück im Unglück“<br />
Im Oetzer Ortsteil „Habichen“ wurde die über die Ötztaler Ache führende Holzbrücke schwer beschädigt und um einige Zentimeter verschoben. RS-Foto: Schnöll
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Beim Klärwerk Sölden wurde der Radweg, der im Bedarfsfall auch als Notweg genützt wird, von der Flut mitgerissen. Foto: Land Tirol/Christanell

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