Es ist nicht alles bio, was stinkt
Agnes Dorn präsentiert ihren Debütroman
21. April 2026 | von
Peter Bundschuh
„Es ist nicht alles bio, was stinkt“: Agnes Dorn stellt ihren ersten Kriminal-
roman in der Bücherei Stams vor. Foto: Bundschuh
roman in der Bücherei Stams vor. Foto: Bundschuh
Die Mordermittlung zieht sich wie der sprichwörtliche „rote Faden“ durch die Handlung des Romans. Dorn thematisiert aber Fragen weit über das Kerngeschehen hinaus. Wie verhält es sich mit dem Schutz von Nutztieren? Welches Bauvorhaben wird wann, wo und vor allem wie genehmigt oder durchgedrückt, und wie steht es um behördliches Agieren, den Weg des geringsten Widerstandes und das bewährte Prinzip der „Wurschtigkeit“? Dann gibt es da noch skrupelloses Gewinnstreben und Gewalt in der Partnerschaft, oder sind es ganz andere Motive, die zum Tod einer engagierten Beamtin führten? Um all das rankt sich der literarische Stoff in einer Welt, die Agnes Dorn als Schreibende wohlbekannt ist. Manches hat sich so zugetragen, manches so ähnlich, und alles hätte so sein können. Aber bitte, sollten sich Parallelen zur Wirklichkeit ergeben, sind diese rein zufällig, versteht sich. Bezüglich des „Handwerks“ polizeilicher Arbeit kam der Autorin auch das umfassende Wissen ihres Vaters entgegen, der in seiner Aktivzeit als Polizeijurist umfassend Einblick in die Materie der Verbrechensbekämpfung bekommen hatte.
Inhalt im Stenostil. Susanne Gabl wird schon an ihrem ersten Tag als Chefinspektorin bei der Innsbrucker Kripo zu einem Tatort gerufen. Tote Frau mit Schotter überschüttet, auf einer Baustelle in Mieming. Die junge Beamtin wurde vergiftet. Die Spur führt Gabl und ihren Imster Kollegen George Taschner zum gewalttätigen Lebensgefährten der Ermordeten und zu dem zur Baustelle gehörenden Rinderzuchtbetrieb mit skandalösen Tierhaltungspraktiken und einem Züchter mit fragwürdigen Geschäfts-
praktiken, welche die nunmehr tote Beamtin im Visier hatte. Was machte sie an dieser Baustelle, warum war sie hier, allein oder in Begleitung? Die Schattenseiten am Fuße der idyllischen Mieminger Kette werden immer düsterer, je tiefer sich Gabl und Taschner in den Fall einarbeiten.
Ein rundes Buch. Nein, das Buch ist natürlich nicht rund, die geschilderten Geschehnisse ebenso ganz und gar nicht, aber die klare, auf Kapriolen verzichtende sprachliche Gestaltung des Romans mit ihren selbstverständlichen Übergängen von Erzählung zu Dialog und umgekehrt kommt dem Leser entgegen. Der gewählte Satzbau bleibt unaufgeregt berichtend und verschont vor verschachtelter Verwirrung. Der Roman rund um üble Gerüche, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn, spielt mit Innsbruck und Oetz – Imst auf zwei flexibel gehaltenen Ebenen, die bei der Polizeiarbeit in Mieming zusammenlaufen. Wenn Dorn neben der Ermittlungstätigkeit auch auf die Privatsphäre ihrer Hauptfiguren eingeht, zeigt sie Menschen in ihrem häuslichen Alltag in durchaus erfrischender Weise. Eine Kommissarin aus dem Bildungsbürgertum mit urbanem Lebensstil und der alleinlebende Postenkommandant, eingesessener Oetzer und Hobbygärtner.
Dazu ein gemeinsam aufzuklärendes Verbrechen – kann das gutgehen? Von einem Landkrimi erwartet die Leserschaft einen Roman, der eben diesem Provinz-Genre treu bleibt, aber inhaltlich doch auf eigenen Beinen steht, und die finden sich bei Agnes Dorn in ihrer kritischen Haltung gegenüber gesellschaftlich relevanten Themen. In „Es ist nicht alles bio, was stinkt“ geht es nicht um eine Tiroler-Oberland-Problematik, sondern um eine Problematik, die von der Autorin nicht ganz grundlos eben hier angesiedelt wurde, aber mittels derer sie wohl weiten Teilen der Welt auf den Zahn fühlt. Allerdings ist die Anlehnung an bestimmte Vorfälle schon ein besonderes Schmankerl in Sachen Lesevergnügen für Einheimische. Übrigens, Lesevergnügen: Das zweite Buch aus der Dorn-Feder „Eine Hand wäscht die andere“ ist in Arbeit.
Inhalt im Stenostil. Susanne Gabl wird schon an ihrem ersten Tag als Chefinspektorin bei der Innsbrucker Kripo zu einem Tatort gerufen. Tote Frau mit Schotter überschüttet, auf einer Baustelle in Mieming. Die junge Beamtin wurde vergiftet. Die Spur führt Gabl und ihren Imster Kollegen George Taschner zum gewalttätigen Lebensgefährten der Ermordeten und zu dem zur Baustelle gehörenden Rinderzuchtbetrieb mit skandalösen Tierhaltungspraktiken und einem Züchter mit fragwürdigen Geschäfts-
praktiken, welche die nunmehr tote Beamtin im Visier hatte. Was machte sie an dieser Baustelle, warum war sie hier, allein oder in Begleitung? Die Schattenseiten am Fuße der idyllischen Mieminger Kette werden immer düsterer, je tiefer sich Gabl und Taschner in den Fall einarbeiten.
Ein rundes Buch. Nein, das Buch ist natürlich nicht rund, die geschilderten Geschehnisse ebenso ganz und gar nicht, aber die klare, auf Kapriolen verzichtende sprachliche Gestaltung des Romans mit ihren selbstverständlichen Übergängen von Erzählung zu Dialog und umgekehrt kommt dem Leser entgegen. Der gewählte Satzbau bleibt unaufgeregt berichtend und verschont vor verschachtelter Verwirrung. Der Roman rund um üble Gerüche, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn, spielt mit Innsbruck und Oetz – Imst auf zwei flexibel gehaltenen Ebenen, die bei der Polizeiarbeit in Mieming zusammenlaufen. Wenn Dorn neben der Ermittlungstätigkeit auch auf die Privatsphäre ihrer Hauptfiguren eingeht, zeigt sie Menschen in ihrem häuslichen Alltag in durchaus erfrischender Weise. Eine Kommissarin aus dem Bildungsbürgertum mit urbanem Lebensstil und der alleinlebende Postenkommandant, eingesessener Oetzer und Hobbygärtner.
Dazu ein gemeinsam aufzuklärendes Verbrechen – kann das gutgehen? Von einem Landkrimi erwartet die Leserschaft einen Roman, der eben diesem Provinz-Genre treu bleibt, aber inhaltlich doch auf eigenen Beinen steht, und die finden sich bei Agnes Dorn in ihrer kritischen Haltung gegenüber gesellschaftlich relevanten Themen. In „Es ist nicht alles bio, was stinkt“ geht es nicht um eine Tiroler-Oberland-Problematik, sondern um eine Problematik, die von der Autorin nicht ganz grundlos eben hier angesiedelt wurde, aber mittels derer sie wohl weiten Teilen der Welt auf den Zahn fühlt. Allerdings ist die Anlehnung an bestimmte Vorfälle schon ein besonderes Schmankerl in Sachen Lesevergnügen für Einheimische. Übrigens, Lesevergnügen: Das zweite Buch aus der Dorn-Feder „Eine Hand wäscht die andere“ ist in Arbeit.