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„Kongruenz“ im Mesnerhaus

Ausstellung von Maria Dörrer-Metnitzer und Hannes Metnitzer in Mieming

Die beiden Obsteiger Künstler verbindet die Liebe zur Regelmäßigkeit und Wiederholung, zu Systemen und Konzepten, ihre Materialwahl könnte jedoch gegensätzlicher nicht sein – kurz eine Werks-Präsentation, die begeistert. Musikalisch begleitete das Saxophonensemble „Smesch“ die Vernissage.

13. Oktober 2026
„Kongruenz“ im Mesnerhaus<br />
Hannes Metnitzer und Maria Dörrer-Metnitzer zeigen ihre Werke erstmals gemeinsam im Mesnerhaus. Im Bild vor Hannes Werk „Parallelwelten“, Aluminium/Lack (2026). Fotos: Bundschuh
„Herzlich Willkommen im Kunstwerkraum Mesnerhaus, wir freuen uns sehr über das große Interesse“, eröffnete Eva-Maria Huter die Ausstellung. Das Künstlerpaar Maria Dörrer-Metnitzer und Hannes Metnitzer zeigt erstmals gemeinsam eine Ausstellung. Der Titel der Ausstellung „Kongruenz“ geht auf die antiken griechischen Mathematiker Euklid oder Pythagoras zurück. Carl Rogers führte den Begriff in den 1950er Jahren in der Psychologie ein. Kongruenz bedeutet in der Psychologie, dass persönliches Handeln und innere Werte im Einklang stehen. Ein kongruenter Mensch handelt authentisch, ohne eine Maske zu tragen. Das trifft auf das gemeinsame Leben und die Werke des Künstlerpaares zu. Dazu Friedrich Hölderlin in seiner Hymne „Friedensfeuer“: „Der Mensch ist ein Gespräch und am Ende ein harmonischer Gesang.“

Was haben eine Raute und eine Wabe gemeinsam? Hannes konstruiert und formt geometrische Objekte aus starrem stabilem Aluminium, Maria durchläuft intensive schöpferische Prozesse und lässt ihre Werke aus leichtem eigendynamischem Papier und luftigem transparentem Drahtgitter „am Rand der Bildhauerei“ entstehen. Laudatorin Lisa Krabichler stellt zu Beginn einige Fragen darunter: „Was haben eine Raute und eine Wabe gemeinsam? Hannes verwendet immer gleiche Profile, definiert Längen, Winkel und Schnittstellen, die bewirken, dass sich seine Skulpturen im Raum neigen. Im Querschnitt erscheint eine Raute, die aus zwei gleichseitigen Dreiecken zusammengesetzt ist. Pythagoras ist für ihn ein durchaus interessanter Partner, die Mathematik Ideengeberin. Auch die Farbe Pergamentweiß ist wesentlich, da sie das Licht einfängt und reflektiert, das Volumen und die Plastizität der Objekte betont, Körperschatten sichtbar macht und die Stimmung des Raumes aufnimmt. Maria setzt sensible Impulse, sie faltet, entnimmt einzelne Fasern oder knickt ihr Material. Und plötzlich beginnt sich die Form zu krümmen, zu drehen, sich selbst zu organisieren. Ihre Grundstoffe besitzen Eigendynamik, formen sich aus sich selbst heraus – immer anders, immer neu. Aus Marias zunächst zweidimensionalem Ausgangmaterial entwickeln sich Flächenstrukturen, Körper und Räume. Dadurch schafft sie nicht einfach Objekte, sondern Bedingungen für Wandel. Das zeigt sich zum Beispiel an drei Objekten, die aus 60 gleich großen Papierstreifen bestehen, die Maria zu Waben gefaltet hat. Diese öffnen sich beim Auseinanderziehen und vergrößern so ihr Volumen, die Struktur staucht sich, trägt sich selbst, zieht sich zusammen und expandiert.“ 

Die Antwort lautet ... „Beide sind ein Anfang. Ein klares Prinzip, aus dem etwas Individuelles und Größeres entstehen darf – etwas, das nicht vollständig geplant werden will und nicht erklärt werden muss. Genau darin liegt die Verbindung zwischen Maria und Hannes. Sie zeigen uns mit ihrer Kunst, dass Ordnung und Freiheit keine Gegensätze sein müssen – dass Regeln nicht einschränken, sondern öffnen.“ Das Saxophon-Quartett „Smesch“ stimmt schmissige Klänge an, Hannes Metznitzer dankt im Namen Beider, verweist launig auf das schmackhafte „Streichorchester“ und lädt zur entspannten Feier einer Ausstellung, die die Betrachter herausfordert, „ums Eck zu denken, weit zu schauen, innezuhalten und zu staunen“, ganz so wie es Lisa Krabichler auf den Punkt bringt. 

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