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„Mich interessieren Tabuthemen“

Die Mötzerin Isabel Kapeller hat ihren zweiten Roman veröffentlicht

Nach dem 2019 erschienen Roman „Dünnes Glas“ erzählt die Oberländer Autorin Isabel Kapeller in ihrem neuesten Werk „Löwin des Windes“ die Geschichte einer Frau auf der Suche nach ihrem Vater und sich selbst.
23. September 2025 | von Agnes Dorn
„Mich interessieren Tabuthemen“
Isabel Kapeller spricht mit ihrem neuesten Roman Themen an, die in unserer Gesellschaft gerne verschwiegen werden. RS-Foto: Dorn
Es sind keine leichten Themen, denen sich die Autorin Isabel Kapeller in ihren Werken widmet: So ließ sie in ihrem Debütroman „Dünnes Glas“ ihre Protagonistin Lola mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung um die Liebe eines weitaus älteren Mannes kämpfen. In ihrem neuesten, gerade erschienenen Entwicklungsroman „Löwin des Windes“ sind es wiederum Angststörungen, die ihre Hauptfigur Stella zu bewältigen hat. Auch sie muss in einer Welt bestehen, die es ihr nicht immer leicht macht, die eigenen sozialen Schwächen zu überwinden.

STARKE FRAUENFIGUREN TROTZ VERLETZLICHKEIT. „Ich gehe gern an emotionale Grenzen. Mich interessieren Tabuthemen. Die Menschen wollen oft keine persönlichen Fragen stellen, weil sie Angst vor den Antworten haben. Jeder möchte ein perfektes Bild von sich selbst vermitteln, aber hinter den Fassaden sieht es anders aus“, will Kapeller offene Wunden nicht verdecken. Im Gegenteil: Trotz oder gerade wegen ihrer Verletzlichkeit sind es immer starke Frauenfiguren, die die Autorin mit viel Liebe zur Charakterstudie zeichnet. Der Leser darf sich auf den oft steinigen Weg begeben und die Frauen bei ihrer Suche nach sich selbst begleiten.

SPURENSUCHE AUF ELBA. Die Hauptprotagonistin Stella hat verschiedene Phobien, die sich während ihrer traumatischen Kindheit verstärkten, und sie entwickelt zudem noch eine überaus toxische Beziehung zu ihrem Stiefbruder. Mittels Yoga gelingt es ihr jedoch, der totalen Verzweiflung zu entgehen. Als sie kurz vor dem Tod ihrer Großmutter erfährt, dass ihr Vater keinesfalls gestorben ist, sondern vermutlich noch auf Elba lebt, begibt sie sich auf der italienischen Insel auf eine Spurensuche nach ihren Wurzeln. Dabei muss sie aus ihrer Komfortzone raus und sich ihren Ängsten stellen. „Ich möchte mit diesem Roman das Bewusstsein der Gesellschaft für Phobien und Ängste schärfen. Zum Beispiel sind Sozialphobien sehr verbreitet. Ich habe als Kind selbst Ängste gehabt, die ich dann angegangen bin“, erzählt Kapeller, die wie ihre Hauptfigur auch Yoga praktiziert und eine Ausbildung zur Yoga-Lehrerin absolviert hat.

SCHREIBEN ALS LEBENSBEGLEITERIN. Es ist aber auch das Frausein, dem sich die Autorin in ihren Büchern widmet. „Dieses perfekte Bild, wie eine Frau zu sein hat, widerstrebt mir total. Das Schöne am Älterwerden ist auch die Befreiung davon und dass man lernt, Grenzen zu ziehen“, versteht sich die Mutter von zwei Töchtern als „sanfte Feministin“. Auch wenn sie heute im Brotberuf als kieferorthopädische Assistentin arbeitet, hat sie das Schreiben doch seit ihrer Jugend begleitet. Aufgewachsen in Mötz, hat sie ihre ersten Gedichte schon mit zwölf Jahren verfasst. Neben lyrischen Werken hat sie als Jugendliche auch einige Songtexte verfasst, die sie mit ihrer damaligen Band vertont und zur Aufführung gebracht hat, wie sie erzählt: „Nirvana waren meine Helden. Die haben das rausgeschrien, was ich mich damals nicht getraut habe.“ Der Roman „Löwin des Windes“ kann wie ihre beiden Bände mit Kurzgeschichten und ihr Debütroman über ihre Homepage isabel-kapeller.at bestellt oder über den Buchhandel bezogen werden.

 
„Mich interessieren Tabuthemen“
Der Roman „Löwin des Windes“ ist zum Beispiel in der Tyrolia Telfs oder auf Bestellung erhältlich. RS-Foto: Dorn

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