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Einstieg in die Fernwärme

Energiearbeiter luden zur Werksbesichtigung in die Biowärme Imst

Unter dem Motto „Mein Ausstieg aus Öl und Gas“ lud das Energieteam der Stadtgemeinde Imst zum Besuch der Fernwärme Imst und danach zu einem Vortrag der Energieagentur ­Tirol. Die Besucher erfuhren einiges über die nachhaltige Bio­wärme, die rund 420 Kunden in Imst mit Wärme aus Holzschnitzel versorgt.

16. Juni 2026
Einstieg in die Fernwärme<br />
Das Energieteam der Stadtgemeinde Imst unter der Leitung von Herbert Hafele (r.) lud zur Werksbesichtigung in die Biowärme Imst. Foto: Dorn
Seit zwanzig Jahren versorgt das Heizwerk in Imst zahlreiche Haushalte mit Wärme aus Holzverbrennung. Das Material dazu muss aus zertifizierter Forstwirtschaft stammen, wie die Hackschnitzel des holzverarbeitenden Unternehmens Pfeifer, der auch einer der Großabnehmer der erzeugten Wärme des Heizwerks ist. Das angelieferte Material kommt zunächst für zwanzig Stunden in die Trockenkammer, bevor es schließlich in einem der beiden Heizkessel in einem mehrstufigen Verfahren verbrannt wird und dabei das Wasser für die Fernwärmeleitungen erhitzt. Insgesamt werden pro Jahr über 60.000 Schüttraummeter Biomasse aus der Holzindustrie verbrannt, die in ein bis zwei Lkw pro Tag angeliefert werden. 350 Kubikmeter Wasser werden dann pro Stunde in das fast 30 km lange Netz gepumpt und erwärmen dabei die Heizungen von rund 420 privaten und gewerblichen Kunden. Das Wasser hat beim Austritt aus dem Heizwerk eine Temperatur von 95 Grad Celsius und kühlt sich bis zum Rücklauf auf rund 52 Grad ab, eine ideale Differenz, wie der Anlagenverantwortliche des Imster Werks, Stefan Deutschmann, beim Rundgang durch das Heizwerk erklärt. 

RAUS AUS ÖL UND GAS. Derzeit gebe es noch die Möglichkeit, sich an das Netz anzuschließen, wenn man im Einzugsgebiet wohnt und abhängig vom Standort individuelle Anschlussgebühren bezahlt. Das Werk verfügt über eine moderne Rauchgasrückführung und kommt bis auf wenige Wochen im Jahr ohne zusätzlichen Einsatz von Gasverbrennung aus. Dank modernster Filteranlagen und Rauchgaskondensation wird der durch die Holzverbrennung erzeugte Feinstaub auf unter zehn Milligramm pro Kubikmeter reduziert. Das Werk in Imst gehört seit 2014 zu 100 Prozent zum Mutterkonzern Kew Kelag Energie & Wärme, der in ganz Österreich fast 90 Fernwärmeheizwerke betreibt und rund 300 Mitarbeiter beschäftigt. In Imst gibt es zwar kein eigenes Personal, aber vier Servicemitarbeiter, die die Region insgesamt betreuen. Nach der informationsreichen Führung durch das Werk ging es für die Besucher auf Einladung des Energieteams Imst noch in den Stadtsaal, wo Referent Hannes Lichtmannegger von der Energieagentur Tirol über die Möglichkeiten zum Ausstieg aus Öl und Gas informierte.
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Geschäftsführer Harald Moser erklärt einzelne Anlagenteile, die sich hier in die Wasser- und Abgasleitungen aufteilen. Foto: Dorn
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Im Heizkessel wird die Biomasse bei rund 950 Grad verbrannt, wie der Anlagenverantwortliche Stefan Deutschmann beschreibt. Foto: Dorn

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