Erinnerungszeichen im Ötztal
Jury wählte Siegerprojekt an der HTL Imst
29. Jänner 2026 | von
Martin Grüneis
Freuen sich auf die Umsetzung: Bürgermeister Bernhard Gritsch (Sautens), Bürgermeister Hansjörg Falkner (Oetz), Nicolai Ruetz, Klaus Mungenast, Vincenz Sonderegger und Museumsleiterin Edith Hessenberger (v. l.).
Der Themenschwerpunkt „NS-Zeit im Ötztal“ wurde 2025 in außergewöhnlicher Breite aufgearbeitet: fünf Ausstellungen, ein Sammelband mit 27 wissenschaftlichen Beiträgen, eine Graphic Novel, ein Audioguide mit 15 Stationen im gesamten Tal sowie rund 30 begleitende Veranstaltungen machten die Zeitgeschichte für eine breite Öffentlichkeit zugänglich. Die Ausstellungen werden – sofern sie nicht ohnehin als dauerhaftes Angebot konzipiert sind – bis ins Jahr 2026 verlängert.
WAS BLEIBT, WENN AUSSTELLUNGEN ENDEN? Im Mittelpunkt des Jahres 2026 steht nun eine zentrale Frage der Erinnerungskultur: Was bleibt, wenn Ausstellungen wieder verschwinden? Besonders eindrücklich thematisierte diese Frage die Ausstellung „Auf den zweiten Blick“ von Künstler Elias Holzknecht. Seine Fotografien zeigen Orte mit NS-Geschichte und machen sichtbar, wie wenig Erinnerung im öffentlichen Raum oft vorhanden ist. Die Bilder werfen unbequeme Fragen auf: Darf in einem ehemaligen Zwangsarbeiterlager unkommentiert gespielt werden? Soll vergessen bleiben, dass an einer Schule Frauen mutig Widerstand leisteten, indem sie geschlossen für den Religionsunterricht eintraten? Und wie erinnern wir daran, dass im Sulztal einst drei amerikanische Spione ihr Leben riskierten, um ein Ende des Krieges in Tirol herbeizuführen?
TALWEITES PROJEKT "ERINNERUNG GESTALTEN". Nachdem die Forschungsarbeiten die Zeitgeschichte des Tales wieder zugänglich gemacht haben, braucht es eine niederschwellige Brücke im öffentlichen Raum, um auf die historischen Ereignisse hinzuweisen. 2026 sollen im gesamten Ötztal Erinnerungsorte entstehen. Grundlage dafür bildet der bereits 2025 entwickelte Audioguide, der an 15 Orten im Tal Einblicke in die NS-Zeit gibt (https://oetztalermuseen.at/audioguide-ns/). Das Projekt trägt den Titel „Erinnerung gestalten“ und setzt bewusst auf einen kreativen, partizipativen Ansatz. Im Rahmen einer Kooperation mit der HTL Imst wird dieses Projekt gemeinsam mit dem Museumsteam und einer 5. und einer 4. Klasse umgesetzt. In einem ersten Schritt wurde die 5. Klasse im November 2025 im Rahmen dislozierten Unterrichts durch die Ausstellungen im Ötztal geführt und machte sich anschließend in Form eines Workshops mit dem Thema und dem Projekt vertraut. In den darauffolgenden Wochen erarbeitete die 5. Klasse in Zweiergruppen zehn Entwürfe für ein Erinnerungszeichen, das an allen ausgewählten Orten funktioniert.
JURYENTSCHEIDUNG UND SIEGERPROJEKT. Am 23. Jänner wurden die Entwürfe einer sechsköpfigen Jury präsentiert. Dieser gehörten der Klassenvorstand und Historiker Jakob Schiechtl, Architekt Mathias Gritsch, Museumsleiterin Edith Hessenberger, Museumsvermittlerin Laura Kogler, Bürgermeister Hansjörg Falkner sowie Bürgermeister Bernhard Gritsch an. Projektverantwortlich an der HTL Imst sind Abteilungsvorstand Günther Schwarz und Martin Gamper. Drei Projekte wurden prämiert, eines davon zur Umsetzung ausgewählt. Die Produktion aller Erinnerungszeichen wird im Sommersemester 2026 von der 4. Klasse übernommen. Das Siegerprojekt stammt von Klaus Mungenast, Nicolai Ruetz und Vincenz Sonderegger. Es überzeugte die Jury durch seine schlichte Gestaltung und die zugleich starke Aussagekraft. Die Jury bedankte sich bei allen 21 Schülerinnen und Schülern für ihre engagierte Auseinandersetzung mit dem sensiblen Thema und gratulierte den Preisträgern herzlich.
WAS BLEIBT, WENN AUSSTELLUNGEN ENDEN? Im Mittelpunkt des Jahres 2026 steht nun eine zentrale Frage der Erinnerungskultur: Was bleibt, wenn Ausstellungen wieder verschwinden? Besonders eindrücklich thematisierte diese Frage die Ausstellung „Auf den zweiten Blick“ von Künstler Elias Holzknecht. Seine Fotografien zeigen Orte mit NS-Geschichte und machen sichtbar, wie wenig Erinnerung im öffentlichen Raum oft vorhanden ist. Die Bilder werfen unbequeme Fragen auf: Darf in einem ehemaligen Zwangsarbeiterlager unkommentiert gespielt werden? Soll vergessen bleiben, dass an einer Schule Frauen mutig Widerstand leisteten, indem sie geschlossen für den Religionsunterricht eintraten? Und wie erinnern wir daran, dass im Sulztal einst drei amerikanische Spione ihr Leben riskierten, um ein Ende des Krieges in Tirol herbeizuführen?
TALWEITES PROJEKT "ERINNERUNG GESTALTEN". Nachdem die Forschungsarbeiten die Zeitgeschichte des Tales wieder zugänglich gemacht haben, braucht es eine niederschwellige Brücke im öffentlichen Raum, um auf die historischen Ereignisse hinzuweisen. 2026 sollen im gesamten Ötztal Erinnerungsorte entstehen. Grundlage dafür bildet der bereits 2025 entwickelte Audioguide, der an 15 Orten im Tal Einblicke in die NS-Zeit gibt (https://oetztalermuseen.at/audioguide-ns/). Das Projekt trägt den Titel „Erinnerung gestalten“ und setzt bewusst auf einen kreativen, partizipativen Ansatz. Im Rahmen einer Kooperation mit der HTL Imst wird dieses Projekt gemeinsam mit dem Museumsteam und einer 5. und einer 4. Klasse umgesetzt. In einem ersten Schritt wurde die 5. Klasse im November 2025 im Rahmen dislozierten Unterrichts durch die Ausstellungen im Ötztal geführt und machte sich anschließend in Form eines Workshops mit dem Thema und dem Projekt vertraut. In den darauffolgenden Wochen erarbeitete die 5. Klasse in Zweiergruppen zehn Entwürfe für ein Erinnerungszeichen, das an allen ausgewählten Orten funktioniert.
JURYENTSCHEIDUNG UND SIEGERPROJEKT. Am 23. Jänner wurden die Entwürfe einer sechsköpfigen Jury präsentiert. Dieser gehörten der Klassenvorstand und Historiker Jakob Schiechtl, Architekt Mathias Gritsch, Museumsleiterin Edith Hessenberger, Museumsvermittlerin Laura Kogler, Bürgermeister Hansjörg Falkner sowie Bürgermeister Bernhard Gritsch an. Projektverantwortlich an der HTL Imst sind Abteilungsvorstand Günther Schwarz und Martin Gamper. Drei Projekte wurden prämiert, eines davon zur Umsetzung ausgewählt. Die Produktion aller Erinnerungszeichen wird im Sommersemester 2026 von der 4. Klasse übernommen. Das Siegerprojekt stammt von Klaus Mungenast, Nicolai Ruetz und Vincenz Sonderegger. Es überzeugte die Jury durch seine schlichte Gestaltung und die zugleich starke Aussagekraft. Die Jury bedankte sich bei allen 21 Schülerinnen und Schülern für ihre engagierte Auseinandersetzung mit dem sensiblen Thema und gratulierte den Preisträgern herzlich.