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Imsterberg über ÖBB-Standpunkt verärgert

Kopfschütteln und Befremdung von Bürgermeister Richard Bartl nach ÖBB-Pressemitteilung

In Sachen zweigleisiger Schienenausbau im Oberland konstatiert Bartl trotz anderslautender Aussagen des Landes ein Beharren der Bundesbahn auf dem zweigleisigen Ausbau entlang der bereits bestehenden Gleisführung durch das Siedlungszentrum von Imsterberg–Au.
31. Juli 2025 | von Peter Bundschuh
Imsterberg über ÖBB-Standpunkt verärgert<br />
Angeblich stünden die ÖBB in regelmäßigem Austausch mit der Gemeinde Imsterberg. „Stimmt absolut nicht“, so Bürgermeister Richard Bartl. RS-Foto: Bundschuh
„Die Planungen an einem zweigleisigen Abschnitt an der Bestandsstrecke in Imsterberg werden vorangetrieben.“ So in der Aussendung der Bundesbahnen vom 16. Juli. Weiters: „… den ÖBB sind die Bedenken aus Imsterberg bekannt und die Projektverantwortlichen stehen sowohl mit der Gemeinde als auch dem Land Tirol im regelmäßigen Austausch.“ Diesbezüglich findet Richard Bartl im RUNDSCHAU-Gespräch unmissverständliche Worte: „Das ist zumindest die Gemeinde Imsterberg betreffend eine glatte Unwahrheit, die noch dazu geeignet ist, die Bevölkerung hinsichtlich des Kommunikationsflusses zwischen Gemeinde und Bürger zu verunsichern. Es gibt seit der höchst unbefriedigend verlaufenen Gemeindeversammlung vom 10. April, bei der sich die ÖBB-Seite als unbeweglich erwies, weder einen regelmäßigen noch einen sporadischen, sondern gar keinen Austausch zwischen der Gemeinde Imsterberg und den ÖBB.“

IM WORTLAUT BETRACHTET. Ein deutlich wahrnehmbares neuerliches „Rumoren“ in Imsterberg bezüglich der vorliegenden ÖBB-Stellungnahme ist durchaus nachvollziehbar. Die ÖBB-Aussagen halten sich darin recht allgemein und dürften weitgehend unwidersprochen bleiben. Darüber hinaus wird bei der Lektüre aber auch klar, dass Bedenken aus Imsterberg bekannt seien, ja, und daraus dürfte man wohl schließen, dass Lösungsansätze in Aussicht stünden. Außerdem stehe man in regelmäßigem Kontakt zur Gemeinde. Andererseits wird in der Aussendung dezidiert und ausschließlich von einem zweigleisigen Ausbau entlang der Bestandsstrecke ausgegangen. Demnach wird also keinerlei Bereitschaft zu einer Trassenvariante im Sinne Imsterbergs signalisiert. Also alles beim Alten, da fährt der Zug drüber. 

BIS IN DIE DORFMITTE UND ENDE GELÄNDE? Bürgermeister Bartl habe 2024 monatelange Gespräche mit den ÖBB geführt und dabei Vorschläge zu alternativen Trassenführungen eingebracht. Trotzdem werde offenbar nur die Führung entlang der Bestandsstrecke mit Stopp und Abstellgleis im Ortszentrum von Imsterau, etwa 200 Meter vor der Haltestelle in Imsterberg, ÖBB-seitig forciert. Vorschläge zu Verlegungen Richtung Inn (Ortsgebiet Imsterberg) oder auch die Wiederaufnahme eines in den 1990er-Jahren unmittelbar vor der Realisierung gestandenen Tunnelprojektes seien nur oberflächlich und unzureichend geprüft und schließlich nicht weiter berücksichtigt worden, führt Bartl aus. Dieser weiter: „Die Planer veränderten ihren Standpunkt bisher in keiner Weise und man wusste offenbar in Projektierung, Umsetzung und letztlich auch in der Einreichung der Umweltverträglichkeitserklärung nur bis hierher, nämlich Imsterberg, und nicht weiter. Technische Problemstellungen wie die Unterführung bei der Haltestelle in Imsterberg samt Verlegung der Landesstraße sowie die Trassenführung im Bereich des westlich gelegenen Schattenbergmassivs sind offenbar bisher nicht vertiefend angedacht worden. Eine Ganzheitlichkeit des Vorhabens, vor allem die Weiterführung in westlicher Richtung, konnte ich nicht erkennen. Kurz: Konkrete weiterführende Lösungen konnten auch im Rahmen der Gemeindeversammlung im April nicht vorgebracht werden.“ Also Ausbauende im Zentrum von Imsterau ohne konkrete Perspektiven? Bürgerreaktion: „Das kann es nicht sein.“

KLARES „JA“ ZUR ZWEIGLEISIGKEIT, ABER… Die Gemeinden Imsterberg und Mils bei Imst gelten als die von der vorliegenden ÖBB-Trassenführungsvariante am stärksten Beeinträchtigten. Dass sich die Einwohner vehement gegen weitere Belastungen zur Wehr setzen, liegt auf der Hand. Dabei wird die grundsätzliche Notwendigkeit eines Ausbaus in keiner Weise bestritten, weder von Bürgermeister Bartl noch vom Milser Amtskollegen Bernhard Schöpf. „Wir sehen uns als Partner der Bundesbahnen und wollen in Gesprächen auf Augenhöhe mit den Projektverantwortlichen eine umwelt- und bürgerverträgliche Gleisführung unter Einbindung der Bevölkerung erarbeiten. Dazu braucht es aber Kommunikation und Ergebnisoffenheit in der Trassenwahl, und dies findet derzeit nicht statt“, meint der Imsterberger Bürgermeister und ausgebildete Mediator. Bei Redaktionsschluss, also erst nach der betreffenden ÖBB-Aussendung, konnte Bartl gegenüber Medien auf erste Terminvorschläge zu weiteren Gesprächen seitens ÖBB hinweisen, diese sollen im Spätsommer stattfinden. „Ob nun alternative Lösungsansätze für unser Gemeindegebiet erarbeitet wurden, wird sich erst bei diesen Gesprächen zeigen“, gibt sich der Imsterberger „Ortschef“ abwartend.

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