Artikel teilen
Artikel teilen >

Perlagger König in Imst gekürt

Traditionelles Kartenturnier ging über die Bühne

Perlaggen ist ein traditionelles Kartenspiel, gilt als eines der ältesten Kartenspiele im Alpenraum und gehört zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.
3. März 2026 | von Werner Föger
Perlagger König in Imst gekürt<br />
Die Teilnehmer voll konzentriert beim Spiel Foto: Föger
Der „Perlaggerball“ in Imst ist kein Tanzball im klassischen Sinn, sondern ein traditionelles Perlaggen-Kartenturnier und Brauchtumsereignis, das dort seit dem 19. Jahrhundert stattfindet. Am 21. Februar trafen sich 40 Perlagger im Gasthaus Sonne in Imst, um den diesjährigen Perlagger König zu ermitteln. Begonnen hat der Perlaggerball mit dem Lied „So drei an der Zahl“, ehe Präsident Herbert Gamper alle Teilnehmer und das erweiterte Doppelquartett des Imster Liederkranzes herzlich willkommen hieß. Waren im vergangenen Jahr mehr Sänger als Perlagger beim Ball, so hat sich heuer das Blatt diesbezüglich gewaltig gewendet. Teilnehmer aus Imst, Tarrenz, Telfs, Kematen, Axams, Südtirol u. a. waren gekommen, um nach einigen Stunden des Spielens den Perlagger König zu krönen. Nachdem die letzten Töne vom Perlaggerlied verklungen waren, spielten 20 Paare um den Sieg. Im spannenden Finale konnte sich Hans Perktold gegen Horst Friedl durchsetzen und gewann den begehrten Titel. Am 28. Februar findet das nächste Aufeinandertreffen der Perlagger in Kematen statt, und am 7. März wird in Tarrenz der Perlagger Kaiser ermittelt. 

GESCHICHTLICHES. Der Ursprung des Tiroler Kartenspiels „Perlaggen“ liegt in Südtirol, besser gesagt im Etsch- und Eisacktal. Als Erfinder gelten die Kanzlisten Alois von Perkhammer und Josef Pfonzelter sowie die Forstbeamten Ferdinand Gile und Johann Sarer, die im Jahre 1833 im altbekannten Bozner Gasthaus „Zum Pfau“ als Erste dem „Perlaggen“ frönten. Im Jahr 1879 wird im Boten für Tirol und Vorarlberg über einen „Barlogger-Ball“ berichtet. In der Februarausgabe von 1881 berichtet das gleiche Blatt über einen „Perlagger-Ball“ im Hotel Post. Erster namentlich erwähnter Perlagger-Präsident (vergleichbar mit einem Obmann) war ein gewisser Herr Ingenieur Steger. Dieser Herr Steger scheint von Innsbruck beruflich nach Imst gekommen zu sein und hat das Perlaggen in Imst eingeführt. In den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Ball auf den ersten Fastensamstag festgelegt. Dieser erste Samstag in der Fastenzeit ist bis heute gültig. Alljährlich fand lange Zeit der Perlaggerball im Gasthof Hirschen – seit zwei Jahren aber im Gasthof Sonne in Imst – statt. Der Perlagger König wird mittels einer eigenen Perlaggerkrone gekrönt (Krone mit den drei höchsten Spielkarten aufgesetzt). Zusätzlich bekommt er eine Art Talar aus rotem Samt umgehängt und das Königszepter überreicht. Das Perlåggen ist keine Männerdomäne, so spielen bei den Bällen auch einige Frauen mit. Bereits 1934 wurde Adele Pircher (Hirschenwirtin) zur Perlagger-Königin gekrönt! Der Perlaggerball wird seit jeher durch den Liederkranz eröffnet, es wird das bekannte Perlagger-Lied von Sepp Thaler gesungen. 

 
Perlagger König in Imst gekürt<br />
Das erweiterte Doppelquartett des Imster Liederkranzes eröffnete den Perlaggerball mit dem Perlaggerlied. Foto: Föger
Perlagger König in Imst gekürt<br />
Im Bild: Horst Friedl mit Perlagger König Hans Perktold und Herbert Gamper (v. l.)
Foto: Gamper

Feedback geben

Feedback abschicken >
Nach oben
Wir verwenden Cookies, Tracking- und (Re-) Targeting-Technologien. Damit wollen wir unsere Webseite nutzerfreundlicher gestalten und fortlaufend verbessern. Wenn Sie unsere Webseite weiter nutzen, stimmen Sie dadurch der Verwendung von Cookies zu – ausgenommen sind Cookies für Google-Marketing-Produkte.
Einverstanden
Weiter ohne Google-Marketing-Produkte.
Weitere Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.