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Gymnasium Meinhardinum beteiligt sich an Experiment „Handyverzicht“

Insgesamt machen über 70.000 Schülerinnen und Schüler in ganz Österreich an dem vergangene Woche gestarteten dreiwöchigen Handyexperiment mit. Die RUNDSCHAU hat vorab Jugendliche vom Gymnasium Meinhardinum über ihre Motivation und ihre Erwartung befragt.

10. März 2026
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Valentina, Nora, Julia, Clemens und Lorenz sehen genauso wie Direktorin Christine Tiefenbrunner-Handl das Experiment als Chance zu mehr Selbstdisziplin. Foto: Dorn
Das Wichtigste vorab: Das sogenannte Handyexperiment beruht auf der Freiwilligkeit der Schülerinnen und Schüler. So haben sich manche Klassen dazu entschlossen, alle ihre Smartphones tatsächlich für drei Wochen wegzusperren. In anderen Klassen beteiligen sich nicht alle Jugendlichen am Experiment durch Verzicht, sondern manche übernehmen eine Funktion als Kontrollinstanz, und manche Klassen einigten sich darauf, ihre Handys daheim auszuschalten und nicht abzugeben. Wissenschaftlich begleitet wird das in ganz Österreich durchgeführte Experiment vom Anton-Proksch-Institut sowie von der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien. Die Schülerinnen und Schüler füllen im Rahmen des Experiments insgesamt drei Fragebögen aus, um die Wirkung des Handyverzichts auf das körperliche und seelische Wohlbefinden sowohl kurz- als auch langfristig bewerten zu können.

BEWUSSTER UMGANG. „Es geht nicht darum, dass man dauerhaft auf das Handy verzichtet, sondern dass die Schülerinnen und Schüler einen bewussteren Umgang lernen“, erklärt Direktorin Christine Tiefenbrunner-Handl, warum sich auch von ihrer Schule insgesamt sieben Klassen am Experiment beteiligen. Und was erwarten sich die Jugendlichen selbst? „Mir geht es darum, mich wieder daran zu gewöhnen, nicht immer aufs Handy zu schauen“, erklärt einer der Fünftklässler, und eine Mitschülerin meint: „Ich möchte wieder mehr Zeit mit Freunden verbringen und meine alten Hobbys wieder aufnehmen.“ Denn darin sind sich alle fünf Interviewten einig: Seit sie ein Handy besitzen, geht immer mehr Zeit beim sinnlosen Scrollen, vor allem in sozialen Netzwerken, verloren.

HILFE ZUM VERZICHT. „Es ist so verführerisch, weil man sich mit dem Handy so leicht die Zeit vertreiben kann. Seit ich eines hab, wird mir ohne es viel schneller langweilig“, ist für einen der Gymnasiasten die Versuchung, nach dem Handy zu greifen, sehr groß. Das Experiment sehen die Jugendlichen als Chance, das eigene Verhalten zu reflektieren und langfristig zu ändern. Denn dass es nicht leicht ist, ohne Unterstützung das eigene Nutzerverhalten einzuschränken, wissen wohl auch viele Erwachsene nur zu gut. Auch einige Lehrkräfte beteiligen sich daher an dem Experiment, und vonseiten der Schulen wird abseits des Projekts der bewusstere Umgang mit Handy und Internet gefördert. So finden regelmäßig Workshops und Unterrichtseinheiten zum richtigen Umgang mit Handy und Internet statt. Schülerinnen und Schüler bis zur Oberstufe dürfen, wie gesetzlich vorgeschrieben, keine Handys während der Schulzeit verwenden. Im Meinhardinum möchte man dazu eigens „Handyhotels“ anschaffen, um die Versorgung der Geräte leichter zu handhaben. Und natürlich wird man das Experiment nutzen, um von dessen Ergebnissen zu lernen.
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Die Handys werden für drei Wochen in den Safe der Direktion gesperrt. Foto: Dorn

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