Wie wird der Wind sich drehen?
Debatte um Windräder am Obsteiger Simmering
Gerüchte um Windräder auf der Simmering-Alm haben im Frühsommer für Gesprächsstoff am Sonnenplateau gesorgt. Nun trat Windstille ein. Was ist also dran an der „Windradlgeschichte“? Die RUNDSCHAU hat nachgefragt.
5. November 2024
Ob die Debatte um die Projektidee Simmering-Alm Windpark fortgeführt wird liegt in den Händen der Alpinteressentschaft–Mitglieder als Eigentümer. Im Bild: Dominik Pfausler, Obmann der Alpinteressentschaft Simmering-Alm. RS-Foto: Bundschuh
Dass die Erschließung, der Einsatz und Ausbau erneuerbarer Energiequellen zu den zentralen Aufgaben der Menschheit zählt, ist weitestgehend unbestritten. Zu den „großen Fünf“ der Hoffnungsträger kommender Generationen zählen: Sonnenenergie als Photovoltaik und Solarthermie, Wasserkraft, Windkraft, Geothermie und Umgebungswärme und Meeresenergie. Dazu noch Bioenergie aus fester Biomasse wie Holz, Biogas und flüssige Biomasse sowie der biogene Anteil an Abfällen. Die Sinnhaftigkeit des Einsatzes von Windenergie liegt auf der Hand, bei der Standortauswahl betreffs der Windräder scheiden sich aber die Geister.
ALPINTERSSENTASCHAFT SIMMERING. In Österreich liefern 1426 Anlagen Windenergie, dabei werden 3885 MW Strom erzeugt. Der größte Teil des Windkraft–Stroms wird im Burgenland realisiert, somit herrscht eindeutig „Ostwind“ vor. In Tirol, Vorarlberg und Salzburg steht derzeit noch kein einziges Windrad. Maßgebend dafür, ob die Debatte um den Windstrom aus Obsteig überhaupt fortgeführt wird, sind die 107 Eigentümerstimmen der Alpinteressentschaft, die mit einfacher Mehrheit entscheiden. Die Alpinteressentschaft Simmering–Alm setzt sich aus Mitgliedern der Agrargemeinschaften Mötz, Mieming und Obsteig zusammen. Die Übertragung der Nutzungsrechte an „ImWind“ würden in Form eines Pachtvertrages erfolgen. Die Nutzungszeit der geplanten fünf Räder ist mit 30 Jahren veranschlagt. Wie Dominik Pfausler erläutert, sei man nach den „ImWind“-Gesprächen am 16. April dieses Jahres unverbindlich auseinandergegangen. Im Falle der Errichtung würde die Alpgenossenschaft jährlich 20.000 Euro pro Windrad lukrieren. Die so erwirtschafteten Beträge würden in Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur bezüglich Wasser und Erschließungen im Almgebiet investiert werden. Betreffs des zur Holzbringung angestrebten Forststraßenausbaues zur Simmering-Alm merkt der Obmann der Alpinteressentschaft an, dass es sich bei dem von „ImWind“ angedachten Straßenbauprojekt um ein anders dimensioniertes, um vieles größeres und daher landschaftlich einschneidendes Bauvorhaben handle und nicht mit den Bestrebungen der Agrarier gleichzusetzen sei.
UND VON SEITEN DER GEMEINDE. Für die Gemeinde Obsteig stellt sich die Mehrwertfrage. Die Errichtung des Windparks würde der Gemeinde Einnahmen sichern, möglicherweise auch den regional angesiedelten Unternehmen nützen, auch unterschiedliche Belastungen mit sich bringen. Besonders ein erhöhtes Schwerverkehrsaufkommen in dem ohnehin schon „transitgebeutelten“ Ort, jedenfalls während der Bauphase. Für Messungen, Behördenverfahren und Genehmigungen würde dem Baubeginn eine Vorlaufzeit von acht Jahren vorausgehen. Ein Windpark samt Zubringersystem bedeutet einen wesentlichen Eingriff in die Natur. Seitens Landschaftsschutzes und Jägerschaft bezüglich des Wildes wäre wohl mit Bedenken zu rechnen, darüber hinaus zählt das auf etwa 1750 Metern gelegene Hochplateau zu den schönsten Almen des Oberlandes.
AUS DEN „IMWIND“-UNTERLAGEN. Als Interessent zeigt sich das „ImWind“ Erneuerbare Energie–Unternehmen aus Niederösterreich. „ImWind“ Projektentwickler Michael Pölzler betont, dass es sich in Obsteig um eine Projektidee und noch nicht um ein Projekt handle (allerdings liegen der RUNDSCHAU detaillierte Planungsunterlagen vor). Pölzler führt weiter aus: „Wir sehen den Standort aufgrund unterschiedlicher Faktoren (Topographie des Hochplateaus, Nähe zum Umspannwerk, Vorhandensein eines Zuweges auf die Alm – müsste man noch entsprechend ausbauen und ertüchtigen, Winddaten/Windpotential) als geeignet an und sind deshalb an die Grundeigentümer herangetreten.“ Weiters weist „ImWind“ darauf hin, dass Windkraft besonders in den energieintensiven Wintermonaten intensiv eingesetzt werden kann.
BLICK ÜBER DEN FERNPASS. „ImWind“-Projektentwickler Michael Pölzler wies den Standort Ehrwald–Oberleiten als eine Örtlichkeit aus, die Potenzial für bis zu elf Windräder aufweisen würde. Diesbezüglich gute Bedingungen gäbe es in Tirol überhaupt an mehreren Positionen. Das geplante Ehrwald–Projekt dürfte aber wohl trotz positiver Potentialanalyse nicht zustande kommen, ganz vom Tisch sei es aber nicht, so „ImWind“. Am Fuß der Zugspitze wirbelte der Windradplan jedenfalls einigen Wind auf. Der „ImWind“ Entwicklungschef gegenüber Medien: „Ja, das stimmt, wir haben das Projekt zwischenzeitlich ruhend gestellt“, und weiter: „Wir haben uns entschieden, erst einmal mehr in die Information rund um die Windenergie und Windparks zu investieren.“ Die Stimmung gegenüber dem Windenergieprojekt vor der eigenen Haustüre steht man in Ehrwald und Umgebung bislang jedenfalls eher reserviert gegenüber wenn Bürgermeister Markus Köck meint: „Für mich ist das Thema damit erledigt.“
ALPINTERSSENTASCHAFT SIMMERING. In Österreich liefern 1426 Anlagen Windenergie, dabei werden 3885 MW Strom erzeugt. Der größte Teil des Windkraft–Stroms wird im Burgenland realisiert, somit herrscht eindeutig „Ostwind“ vor. In Tirol, Vorarlberg und Salzburg steht derzeit noch kein einziges Windrad. Maßgebend dafür, ob die Debatte um den Windstrom aus Obsteig überhaupt fortgeführt wird, sind die 107 Eigentümerstimmen der Alpinteressentschaft, die mit einfacher Mehrheit entscheiden. Die Alpinteressentschaft Simmering–Alm setzt sich aus Mitgliedern der Agrargemeinschaften Mötz, Mieming und Obsteig zusammen. Die Übertragung der Nutzungsrechte an „ImWind“ würden in Form eines Pachtvertrages erfolgen. Die Nutzungszeit der geplanten fünf Räder ist mit 30 Jahren veranschlagt. Wie Dominik Pfausler erläutert, sei man nach den „ImWind“-Gesprächen am 16. April dieses Jahres unverbindlich auseinandergegangen. Im Falle der Errichtung würde die Alpgenossenschaft jährlich 20.000 Euro pro Windrad lukrieren. Die so erwirtschafteten Beträge würden in Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur bezüglich Wasser und Erschließungen im Almgebiet investiert werden. Betreffs des zur Holzbringung angestrebten Forststraßenausbaues zur Simmering-Alm merkt der Obmann der Alpinteressentschaft an, dass es sich bei dem von „ImWind“ angedachten Straßenbauprojekt um ein anders dimensioniertes, um vieles größeres und daher landschaftlich einschneidendes Bauvorhaben handle und nicht mit den Bestrebungen der Agrarier gleichzusetzen sei.
UND VON SEITEN DER GEMEINDE. Für die Gemeinde Obsteig stellt sich die Mehrwertfrage. Die Errichtung des Windparks würde der Gemeinde Einnahmen sichern, möglicherweise auch den regional angesiedelten Unternehmen nützen, auch unterschiedliche Belastungen mit sich bringen. Besonders ein erhöhtes Schwerverkehrsaufkommen in dem ohnehin schon „transitgebeutelten“ Ort, jedenfalls während der Bauphase. Für Messungen, Behördenverfahren und Genehmigungen würde dem Baubeginn eine Vorlaufzeit von acht Jahren vorausgehen. Ein Windpark samt Zubringersystem bedeutet einen wesentlichen Eingriff in die Natur. Seitens Landschaftsschutzes und Jägerschaft bezüglich des Wildes wäre wohl mit Bedenken zu rechnen, darüber hinaus zählt das auf etwa 1750 Metern gelegene Hochplateau zu den schönsten Almen des Oberlandes.
AUS DEN „IMWIND“-UNTERLAGEN. Als Interessent zeigt sich das „ImWind“ Erneuerbare Energie–Unternehmen aus Niederösterreich. „ImWind“ Projektentwickler Michael Pölzler betont, dass es sich in Obsteig um eine Projektidee und noch nicht um ein Projekt handle (allerdings liegen der RUNDSCHAU detaillierte Planungsunterlagen vor). Pölzler führt weiter aus: „Wir sehen den Standort aufgrund unterschiedlicher Faktoren (Topographie des Hochplateaus, Nähe zum Umspannwerk, Vorhandensein eines Zuweges auf die Alm – müsste man noch entsprechend ausbauen und ertüchtigen, Winddaten/Windpotential) als geeignet an und sind deshalb an die Grundeigentümer herangetreten.“ Weiters weist „ImWind“ darauf hin, dass Windkraft besonders in den energieintensiven Wintermonaten intensiv eingesetzt werden kann.
BLICK ÜBER DEN FERNPASS. „ImWind“-Projektentwickler Michael Pölzler wies den Standort Ehrwald–Oberleiten als eine Örtlichkeit aus, die Potenzial für bis zu elf Windräder aufweisen würde. Diesbezüglich gute Bedingungen gäbe es in Tirol überhaupt an mehreren Positionen. Das geplante Ehrwald–Projekt dürfte aber wohl trotz positiver Potentialanalyse nicht zustande kommen, ganz vom Tisch sei es aber nicht, so „ImWind“. Am Fuß der Zugspitze wirbelte der Windradplan jedenfalls einigen Wind auf. Der „ImWind“ Entwicklungschef gegenüber Medien: „Ja, das stimmt, wir haben das Projekt zwischenzeitlich ruhend gestellt“, und weiter: „Wir haben uns entschieden, erst einmal mehr in die Information rund um die Windenergie und Windparks zu investieren.“ Die Stimmung gegenüber dem Windenergieprojekt vor der eigenen Haustüre steht man in Ehrwald und Umgebung bislang jedenfalls eher reserviert gegenüber wenn Bürgermeister Markus Köck meint: „Für mich ist das Thema damit erledigt.“





