„Der schöne Karl“
Dietmar Wachter hat einen Schelmenroman geschrieben
Seine Krimis hat Dietmar Wachter in ein paar Wochen geschrieben, diesmal aber hat der Perjener vier Jahre lang recherchiert – für einen Roman über seinen Großonkel Karl: Heiratsschwindler, Kunstfälscher, Hochstapler und NS-Deserteur.
10. Dezember 2024
Dietmar Wachter hat sich als Krimiautor einen sehr guten Namen gemacht – nun ist ein Schelmenroman hinzugekommen. Foto: Dietmar Wachter
Mit seinen fünf Krimis hat der Perjener Dietmar Wachter rund 150 Lesungen bestritten. Franz Buchrieser, Sissi Wolf, Krista Posch, Lisa Hörtnagl und Julia Gschnitzer haben in den letzten zwölf Jahren an diesen Abenden aus den Werken des mittlerweile pensionierten Kriminalbeamten gelesen, und zwar in mehreren Bundesländern und in Südtirol. „Für meine Krimis brauchte ich vier bis sechs Wochen, für diesen Roman immerhin vier ganze Jahre“, sagt er nun, nachdem „Der schöne Karl“ erschienen ist. Es wurde ein Schelmenroman, zu dem Wachter durch Ahnungsforschungsunterlagen animiert wurde: Ein Verwandter aus Vorarlberg hatte kistenweise Unterlagen zur Großfamilie, Auswanderungsakten, Memoiren, Tagebücher, Biografien und Gerichtsurteile, die auch Wachters Großonkel Karl betrafen. Auch nach viel Recherche blieb die Biografie lückenhaft, es deutete sich aber heilloses familiäres Durcheinander an – und daraus machte Dietmar Wachter den Schelmenroman „Der schöne Karl“ mit dem Untertitel „Von einem, der die NSDAP betrog“.
WAHRHEIT UND DICHTUNG. Karls Vater stammte aus Meran, seine Mutter aus Vorarlberg. Die Familie erbte ein kleines Gut bei Meran, wo Karl (geboren 1914 in Genf) aufwächst, sich mit einem dubiosen Viehhändler herumtreibt und mit zwanzig Jahren erstmals vor dem Richter steht (Einbruch). Er wandert nach Innsbruck aus, wo er einen Fälscher und Drucker kennenlernt und zum Casanova wird. Er geht mehrere Ehen unter falschen Namen ein, in Imst fliegt er fast auf. Er hatte mindestens zwei Dutzend bekannte Liebschaften und eine Handvoll unehelicher Kinder. Aus der Haft in Vorarlberg wird Karl vorzeitig entlassen, um zum letzten Aufgebot der Wehrmacht einberufen zu werden: Er dient zwei Tage und taucht wieder unter. Er schleppt Juden wie Nazis über den Brenner. 1947 wanderte Karl nach Italien aus, wo er stets an der Seite fescher, wohlhabender Frauen zu finden ist und wie die Made im Speck lebt (er spricht auch fließend Französisch). 2011 stirbt er in Arco am Gardasee. Die Handlung spielt vorwiegend in Meran, am Arlberg, in Innsbruck, Schwaz, Kufstein, Landeck und der Toskana. Die persönliche Geschichte des Lebenskünstlers, Kunstfälschers, Hochstaplers und gewieften Betrügers Karl bettet Wachter sorgsam in das Weltgeschehen ein. „Es gibt mehrere Lücken“, berichtet Wachter – aber diese Leerstellen hat er aufgefüllt nach dem Motto: So könnte es gewesen sein. Kunstfälscher, Kurarzt, Hochstapler, Diplomat und Reisender Charly Gasser fälscht daher Violinsonaten für Albert Einstein, trifft als „Generalkonsul“ bei Staatsbanketten auf Winston Churchill, Roosevelt, Eisenhower und J.F. Kennedy und lernte die Sportgrößen Muhammad Ali und Maradona kennen. Er wohnt als „Graf“ in Villen und Palästen, beherbergt Theaterdirektoren, Filmproduzenten, Schauspieler und Oskar-Preisträger. Der Totgeglaubte erlebt die Mondlandung ebenso wie den Fall der Berliner Mauer, die Einführung des Euros, den Angriff auf das World-Trade-Center sowie die Fußball-WM in Italien. Seine Asche wird am Genfersee verstreut.
„Der schöne Karl“, ISBN: 978-3-99126-287-9, Verlag Bibliothek der Provinz GmbH, ist in der Buchhandlung Tyrolia in Landeck erhältlich (eine Veröffentlichung als e-book ist derzeit nicht geplant). Erste Lesungen aus dem Schelmenroman sind bereits fixiert: 9. Jänner um 19 Uhr in der Feindestillerie Kössler in Stanz; 14. Jänner um 19 Uhr in der Tyrolia und 30. Jänner um 19 Uhr in der Stadtbücherei Landeck.
WAHRHEIT UND DICHTUNG. Karls Vater stammte aus Meran, seine Mutter aus Vorarlberg. Die Familie erbte ein kleines Gut bei Meran, wo Karl (geboren 1914 in Genf) aufwächst, sich mit einem dubiosen Viehhändler herumtreibt und mit zwanzig Jahren erstmals vor dem Richter steht (Einbruch). Er wandert nach Innsbruck aus, wo er einen Fälscher und Drucker kennenlernt und zum Casanova wird. Er geht mehrere Ehen unter falschen Namen ein, in Imst fliegt er fast auf. Er hatte mindestens zwei Dutzend bekannte Liebschaften und eine Handvoll unehelicher Kinder. Aus der Haft in Vorarlberg wird Karl vorzeitig entlassen, um zum letzten Aufgebot der Wehrmacht einberufen zu werden: Er dient zwei Tage und taucht wieder unter. Er schleppt Juden wie Nazis über den Brenner. 1947 wanderte Karl nach Italien aus, wo er stets an der Seite fescher, wohlhabender Frauen zu finden ist und wie die Made im Speck lebt (er spricht auch fließend Französisch). 2011 stirbt er in Arco am Gardasee. Die Handlung spielt vorwiegend in Meran, am Arlberg, in Innsbruck, Schwaz, Kufstein, Landeck und der Toskana. Die persönliche Geschichte des Lebenskünstlers, Kunstfälschers, Hochstaplers und gewieften Betrügers Karl bettet Wachter sorgsam in das Weltgeschehen ein. „Es gibt mehrere Lücken“, berichtet Wachter – aber diese Leerstellen hat er aufgefüllt nach dem Motto: So könnte es gewesen sein. Kunstfälscher, Kurarzt, Hochstapler, Diplomat und Reisender Charly Gasser fälscht daher Violinsonaten für Albert Einstein, trifft als „Generalkonsul“ bei Staatsbanketten auf Winston Churchill, Roosevelt, Eisenhower und J.F. Kennedy und lernte die Sportgrößen Muhammad Ali und Maradona kennen. Er wohnt als „Graf“ in Villen und Palästen, beherbergt Theaterdirektoren, Filmproduzenten, Schauspieler und Oskar-Preisträger. Der Totgeglaubte erlebt die Mondlandung ebenso wie den Fall der Berliner Mauer, die Einführung des Euros, den Angriff auf das World-Trade-Center sowie die Fußball-WM in Italien. Seine Asche wird am Genfersee verstreut.
„Der schöne Karl“, ISBN: 978-3-99126-287-9, Verlag Bibliothek der Provinz GmbH, ist in der Buchhandlung Tyrolia in Landeck erhältlich (eine Veröffentlichung als e-book ist derzeit nicht geplant). Erste Lesungen aus dem Schelmenroman sind bereits fixiert: 9. Jänner um 19 Uhr in der Feindestillerie Kössler in Stanz; 14. Jänner um 19 Uhr in der Tyrolia und 30. Jänner um 19 Uhr in der Stadtbücherei Landeck.
Daniel Haueis 





