Schuldig oder nicht schuldig
Winkelbühne Prutz brilliert mit „Terror“-Aufführung
Wenn das Publikum zum Richter wird, darf man auf das Ergebnis gespannt sein. Und spannend war die Premiere des Theaterstücks „Terror“ von Ferdinand von Schirach in der ausverkauften Winkelbühne Prutz. Ein Theaterabend als moralischer Prüfstein.
25. August 2026
Kampfjetpilot Lars Koch verteidigt seine Handlungsweise emotional. Foto: Irmi Pfurtscheller
Darf man 164 Menschen töten, um 70.000 zu retten? Ferdinand von Schirachs Justizdrama „Terror“ lässt das Publikum über Recht und Unrecht abstimmen. Die Winkelbühne Prutz hat sich mit diesem Gerichtsdrama wirklich ein herausforderndes Stück vorgenommen und dies auch bewundernswert auf die Bühne gebracht. Ferdinand von Schirach – einer der wichtigsten Autoren der Gegenwart – schuf mit „Terror“ ein bedeutsames Drama am Puls der Zeit.
ZWISCHEN GESETZ UND GEWISSEN. In dem Gerichtsdrama geht es um den Kampfjetpilot Lars Koch, der bei einem Terroreinsatz den Befehl verweigerte und seinem Gewissen folgte. Ein islamistischer Terrorist hat ein Passagierflugzeug mit 164 Personen an Bord gekapert, mit dem Ziel, ein vollbesetztes Fußballstadion zu treffen. Zwei speziell dafür ausgebildete Kampfpiloten versuchen, den Jet mit Warnschüssen zur Landung zu zwingen. Da dies misslingt und die Zeit für den Flug ins Stadion knapp wird, entscheidet sich Koch für die Missachtung des Befehls und schießt das Flugzeug ab. Keiner der Passagiere überlebt.
MÖRDER ODER HELD. Nach der Erklärung von Kochs Verteidiger folgte die Beweisaufnahme. Oberstleutnant Helene Lauterbach schilderte das Geschehen an besagtem Tag in einem disziplinierten und strammen militärischen Auftritt. Fragen der Staatsanwältin brachte die Soldatin, die Befehle ausführt und nicht hinterfragt, in Bedrängnis. Der beschuldigte Pilot erörterte die Ereignisse aus seiner Sicht. Emotional schilderte er die Situation, für die er zwar ausgebildet wurde, aber hoffte, nie davon betroffen zu sein. Befehl befolgen oder seinem Gewissen folgen! Koch entschied sich für sein Gewissen, und er würde sich auch wieder so entscheiden, bekräftigte er vor Gericht. Im zweiten Teil der Verhandlung folgten die Plädoyers von Staatsanwalt und Rechtsanwalt. Die Anklage plädierte auf Mord in 164 Fällen und argumentierte u. a., dass Leben nicht gegen Leben aufgewogen werden dürfe. Es gehe um Prinzipien und um die Würde des Menschen. Worauf der Verteidiger bei seinem Plädoyer sogleich nachhakte. „Wegen eines Prinzips sollten 70.000 Menschen sterben?“ Der Angeklagte habe das kleinere Übel dem größeren vorgezogen. Terror sei Krieg, und jeder Krieg fordere seine Opfer. „Ulrike Raich“ beeindruckte in ihrer Rolle als Staatsanwältin mit Professionalität und brachte die „Schöffen“ schon ziemlich auf ihre Seite. Doch Verteidiger „Roland Schlamminger“ hatte vielleicht den Vorteil, sein Plädoyer zum Schluss vorzubringen (ein psychologischer Vorteil, da das zuletzt Gehörte eher haften bleibt), und mit seinem emotionalen und impulsiven Schlussplädoyer, hat er die „Schöffen“ überzeugt. Zwei Drittel der Schöffen stimmten für „unschuldig“ und somit ging Pilot Koch als freier Mann aus dem Gerichtssaal. Hannes Januska mimte seine Rolle als Angeklagter ungemein authentisch, Richter Franz Buchhammer war eine souveräne Besetzung für den Vorsitzenden, Helene Lauterbach gebührt eine militärische Auszeichnung für ihre Rolle, und Daniela Buchhammer berührte als trauernde Witwe. Dieses besondere Drama wird in der Winklbühne Prutz an den Wochenenden bis 25. September aufgeführt (20. September: Stadtbühne Imst.)
ZWISCHEN GESETZ UND GEWISSEN. In dem Gerichtsdrama geht es um den Kampfjetpilot Lars Koch, der bei einem Terroreinsatz den Befehl verweigerte und seinem Gewissen folgte. Ein islamistischer Terrorist hat ein Passagierflugzeug mit 164 Personen an Bord gekapert, mit dem Ziel, ein vollbesetztes Fußballstadion zu treffen. Zwei speziell dafür ausgebildete Kampfpiloten versuchen, den Jet mit Warnschüssen zur Landung zu zwingen. Da dies misslingt und die Zeit für den Flug ins Stadion knapp wird, entscheidet sich Koch für die Missachtung des Befehls und schießt das Flugzeug ab. Keiner der Passagiere überlebt.
MÖRDER ODER HELD. Nach der Erklärung von Kochs Verteidiger folgte die Beweisaufnahme. Oberstleutnant Helene Lauterbach schilderte das Geschehen an besagtem Tag in einem disziplinierten und strammen militärischen Auftritt. Fragen der Staatsanwältin brachte die Soldatin, die Befehle ausführt und nicht hinterfragt, in Bedrängnis. Der beschuldigte Pilot erörterte die Ereignisse aus seiner Sicht. Emotional schilderte er die Situation, für die er zwar ausgebildet wurde, aber hoffte, nie davon betroffen zu sein. Befehl befolgen oder seinem Gewissen folgen! Koch entschied sich für sein Gewissen, und er würde sich auch wieder so entscheiden, bekräftigte er vor Gericht. Im zweiten Teil der Verhandlung folgten die Plädoyers von Staatsanwalt und Rechtsanwalt. Die Anklage plädierte auf Mord in 164 Fällen und argumentierte u. a., dass Leben nicht gegen Leben aufgewogen werden dürfe. Es gehe um Prinzipien und um die Würde des Menschen. Worauf der Verteidiger bei seinem Plädoyer sogleich nachhakte. „Wegen eines Prinzips sollten 70.000 Menschen sterben?“ Der Angeklagte habe das kleinere Übel dem größeren vorgezogen. Terror sei Krieg, und jeder Krieg fordere seine Opfer. „Ulrike Raich“ beeindruckte in ihrer Rolle als Staatsanwältin mit Professionalität und brachte die „Schöffen“ schon ziemlich auf ihre Seite. Doch Verteidiger „Roland Schlamminger“ hatte vielleicht den Vorteil, sein Plädoyer zum Schluss vorzubringen (ein psychologischer Vorteil, da das zuletzt Gehörte eher haften bleibt), und mit seinem emotionalen und impulsiven Schlussplädoyer, hat er die „Schöffen“ überzeugt. Zwei Drittel der Schöffen stimmten für „unschuldig“ und somit ging Pilot Koch als freier Mann aus dem Gerichtssaal. Hannes Januska mimte seine Rolle als Angeklagter ungemein authentisch, Richter Franz Buchhammer war eine souveräne Besetzung für den Vorsitzenden, Helene Lauterbach gebührt eine militärische Auszeichnung für ihre Rolle, und Daniela Buchhammer berührte als trauernde Witwe. Dieses besondere Drama wird in der Winklbühne Prutz an den Wochenenden bis 25. September aufgeführt (20. September: Stadtbühne Imst.)








