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„So ein Sauhund“

Dietmar Wachter veröffentlicht mit „Der schöne Karl“ sein sechstes Buch

Nach fünf äußerst erfolgreichen Tirol-Krimis folgt nun der Schelmenroman „Der schöne Karl“ aus der Feder des Perjener Autors Dietmar Wachter. Dieser handelt von seinem Großonkel Karl, der ein äußerst dubioses, dafür umso unterhaltsameres Leben als Heiratsschwindler, Hochstapler und Betrüger führte. Am 9. Jänner lud der Autor in die Feindestillerie von Christoph Kössler in Stanz zur ersten Lesung.
14. Jänner 2025 | von Kathrin Gruber
„So ein Sauhund“
Lesung aus Dietmar Wachters neuem Roman „Der schöne Karl“ in Stanz: Otti Falch, Dietmar Wachter und Oswald Wachter machten den Leseabend in Stanz unvergesslich (v. l.). RS-Foto: Gruber
„Der schöne Karl – Von einem der die NSDAP betrog“ lautet der Titel von Dietmar Wachters Schelmenroman. Dieser wurde in der Feindestillerie von Christoph Kössler in Stanz erstmals präsentiert. Wachter erzählte von der Entstehung und den Herausforderungen des Romans. Immerhin benötigte er für dessen Fertigstellung ganze vier Jahre, während seine Krimis in vier bis sechs Wochen entstanden waren. Grund dafür waren die zeitintensive Recherchearbeit und Ahnenforschung. „Ich wurde oft auf interessante Stoffe für Romane angesprochen. Dann kam plötzlich aus dem Nichts diese Geschichte daher – unsere eigene Familiengeschichte“, erzählte Wachter. Die Geschichte sei Liebe auf den ersten Blick gewesen und das Resultat kann sich durchaus lesen lassen. Ausgewählte Passagen des Werkes gab der Vorarl­berger Hobbyschauspieler Oswald Wachter bei der Lesung zum Besten. Für die musikalische Umrahmung sorgte Otti Falch, der dem Abend ein besonderes Ambiente verlieh. Die edlen Tropfen des Hausherrn Christoph Kössler rundeten den gelungenen Lese-Abend geschmacklich ab.

DIE BESTEN GESCHICHTEN SCHREIBT DAS LEBEN. Während sich Dietmar Wachter seit 2022 „in polizeilicher Pension“ befindet, löst er in seinen fünf Krimis mit Inspektor Matteo Steininger einen Fall nach dem anderen. Seine Erfahrungen als Kriminalist kamen ihm auch bei „Der schöne Karl“ zugute. Gefragt waren akribische Recherchen, das Durchstöbern von Dokumenten und Führen von Zeitzeugengesprächen, die das Leben seines Großonkels wie ein Puzzle zusammensetzen. „Die leeren Jahre füllte ich nach dem Motto: So könnte es gewesen sein“, erklärte Wachter. Denn die Geschichte von Karl ist keine gewöhnliche. „Er war so ein Sauhund“, lachte der Autor kopfschüttelnd. Mitgebrachte Zeitungsausschnitte belegten dies ausführlich. „Es ziehen im Leben 1.000 Stoffe an dir vorbei, aber einmal im Leben trifft dich der richtige“, schwärmte er. Sein Roman bettet die Biografie von Karl „sorgsam in das Weltgeschehen ein“. Trotz kriminellem Hintergrund zaubert die Geschichte ein Schmunzeln in die Gesichter der Leser und entführt äußerst charmant und mitreißend in seine Welt.

ZUM INHALT. Als eines von sieben Kindern wurde Karl 1914 in Genf unter ärmlichen Umständen geboren. Schon früh zeigten sich die zahlreichen Talente des Buben im Nachahmen anderer Menschen und dem wortgenauen Nacherzählen und Erfinden von Geschichten. Aufgewachsen in Meran, trieb er sich mit zweifelhaften Viehhändlern herum und kam mit zwanzig Jahren erstmals wegen Einbruchs vor den Richter. Er zog nach Innsbruck, wo er sich zum Casanova mauserte. Mehrmals tauchte er wie ein U-Boot unter, ging mehrere Ehen unter falschem Namen ein, belog und betrog nicht nur die Frauenwelt, sondern auch die NSDAP. Er schmuggelte und fälschte, was das Zeug hielt, und lebte dank seiner dubiosen Machenschaften und seinem Charme ein Leben wie „die Made im Speck“. Selbst seinen Tod täuschte er gekonnt vor. Tatsächlich sei er 2011 in Arco am Gardasee verstorben.

EIN KRIMINELL ERFOLGREICHER AUTOR. Bei rund 150, oft ausverkauften Krimiabenden in mehreren Bundesländern und in Südtirol gab Dietmar Wachter Passagen aus seinen Büchern zum Bes­ten. Mit dabei waren bekannte und prominente Leser wie Franz Buchrieser, Sissi Wolf, Krista Posch, Lisa Hörtnagl und Julia Gschnitzer. Seit 2017 ist Dietmar Wachter Träger des Ehrenzeichens der Stadt Landeck. Im Jahr 2022 wurde ihm der „Ernst-Hinterberger-Preis“ im Wiener Rathaus verliehen.
Eine weitere Lesung – nach der Premiere in Stanz und jener am 14. Jänner in der Tyrolia in Landeck – findet am 30. Jänner um 19 Uhr in der Stadtbücherei in Landeck statt.
„So ein Sauhund“
Die Bücher wurden eifrig gekauft und vom Autor signiert. Dabei kamen auch persönliche Gespräche nicht zu kurz. RS-Foto: Gruber

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