Artikel teilen
Artikel teilen >

„Die Quellen wären gut“

In Landeck wird an einem wirklich innovativen Fernwärmenetz gearbeitet

An einem interessanten Projekt wird derzeit in der Stadtgemeinde Landeck im Hintergrund gearbeitet: an einem Fernwärmenetz. Zwei der drei geplanten Lieferanten der Fernwärme überraschen.

9. Juni 2026
„Die Quellen wären gut“
Schaut heiß aus, ist heiß und könnte bald Landecker Wohnungen wärmen: der Karbidabstich am Lichtbogenofen in der Donau Chemie in Landeck. Foto: RS-Archiv
Die Donau Chemie Landeck schaut nach vorne – in der Planung des Karbidproduzenten ist z.B. die Maschinenoptimierung im Kraftwerk Wiesberg vorgesehen und auch die Integration ins Landecker Fernwärmenetz, an dem die Stadt recht still und leise arbeitet. „Das Fernwärmenetz wird wohl kommen“, ist Donau-Chemie-Werksleiter DI Kurt Pachinger diesbezüglich optimis­tisch. Bemerkenswert daran ist, dass die Donau Chemie in erster Linie als Wärmelieferant Interesse zeigt, denn: „Die Abwärme ist leicht abgreifbar“, sagt Pachinger über Ofendeckel, Kontaktbacken des Karbidofens und Abstichschnauze, die allesamt wassergekühlt sind. Und auf dem DC-Gelände gibt’s gleich noch einen interessierten und ebenso potenten Wärmelieferanten: die Messer Austria GmbH, die aus der Abluft der Donau Chemie das CO2 herauswäscht und dabei ebenfalls jede Menge Wärme erzeugt – etwa durch eine Gastherme und die Kühlung des CO2 zu dessen Verflüssigung, bei der ebenfalls Wärme frei wird. Prokurist DI (FH) Mathias Heßler von Messer Austria scheint ebenfalls Feuer und Flamme für das innovativ-umweltschonende Projekt zu sein: „Es ist Gold wert, dass ein paar wirklich wollen“ – und er meint damit auch das Land Tirol: LH Anton Mattle wurde das Vorhaben bereits vorgestellt.

INNOVATIV. Bemerkenswert an diesem Fernwärmeprojekt ist der innovative Charakter: CO2 wird nicht mehr in die Luft entlassen, sondern „herausgefiltert“ und die bei der Verflüssigung frei werdende Wärmeenergie gemeinsam mit jener der Donau Chemie sinnvoll genutzt. Mit der zur Verfügung stehenden Wärmemenge können rund 3.000 Haushalte versorgt werden. Für die Stadtgemeinde ist VBgm. Ing. Mag. (FH) Thomas Hittler mit dem Projekt befasst. Er ist mit dem Fernheizwerk in Zams als drittem, diesmal weniger überraschenden Partner im Gespräch. Die Donau Chemie produziert nämlich im Jänner und Februar kein Karbid, da dies die Zeit der Reparatur und Wartung ist und zudem kaum Wasser für die Stromproduktion in Wiesberg zur Verfügung steht – damit gibt’s auch keine nutzbare Abwärme. Das Fernheizwerk in Zams kommt als Partner infrage, wenn das Zammer Fernwärmenetz nach Landeck ausgebaut wird (denkbar wäre auch ein anderes, erst zu bauendes Fernheizwerk). Thomas Hittler klingt jedenfalls grundsätzlich optimistisch: „Die Quellen wären gut … und den Wärmebedarf gibt es.“ Man sei in regem Austausch, um die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu erreichen. Ein Grundkonzept gibt’s, nun folgen Gespräche mit Fachunternehmen. „Eventuell gibt es eine Ausschreibung“, sagt Thomas Hittler – denn es gibt auch noch offene Fragen. Teuer wird nämlich in erster Linie die Infrastruktur (Fernwärmeleitungen u.ä.), wie auch Mathias Heßler sagt: „Das ist ein Horizont von 30 bis 50 Jahren“, meint der Messer-Prokurist über die Amortisationszeit. Und natürlich ist davon abhängig vor allem die Nachfrage zu klären – anders gesagt: Was kostet’s den Wärmeabnehmer? Nicht nur für Thomas Hittler ist klar: „Die Wärme muss konkurrenzfähig sein.“
„Die Quellen wären gut“
Donau-Chemie-Werksleiter Kurt Pachinger, Donau-Chemie-Vorstand Richard Frühwirth, Messer-Austria-Prokurist Mathias Heßler und VBgm. Thomas Hittler (v. l.): Von ihnen kann man Karbid, Kohlendioxid und vielleicht auch bald Heizwärme haben. Foto: Daniel Haueis

Aktuelle Artikel

Kommentare

0 Posts
Wir verwenden Cookies, Tracking- und (Re-) Targeting-Technologien. Damit wollen wir unsere Webseite nutzerfreundlicher gestalten und fortlaufend verbessern. Wenn Sie unsere Webseite weiter nutzen, stimmen Sie dadurch der Verwendung von Cookies zu – ausgenommen sind Cookies für Google-Marketing-Produkte.
Einverstanden
Weiter ohne Google-Marketing-Produkte.
Weitere Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.