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Eines endet, eines bleibt

Aus für Sanna-Kraftwerk der ILF – Energie West bleibt

An der Sanna standen sich zuletzt zwei Kraftwerksideen gegenüber: ein seit Jahren umkämpftes Projekt und ein neuer, alternativer Ansatz. Nun zieht sich mit der ILF Consulting Engineers Austria GmbH ausgerechnet jener Projektentwickler zurück, der bereits 2011 mit den Planungen begonnen hatte. Damit verliert Energie West, die seit 2025 ebenfalls an einer Umsetzung arbeitet, ihren zentralen Mitbewerber.
21. April 2026 | von Herbert Tiefenbacher
Eines endet, eines bleibt
Die negativen Abstimmungen in den Jahren 2014 und 2015 in Pians (Bild), Landeck und Zams leiteten das Ende des Kraftwerksprojekts ein. Foto: Herbert Tiefenbacher
Nach Jahren der Planung ist eines der Kraftwerksprojekte an der Sanna Geschichte. ILF-Geschäftsführer Josef Mayr bestätigt: „Wir haben den Entschluss gefasst, unser Projekt nicht weiterzuverfolgen.“ Der entscheidende Faktor sei die fehlende Unterstützung vor Ort gewesen. „Vonseiten der sieben Gemeinden, mit denen ein Beteiligungsmodell vorgesehen war, ist das Interesse nur mehr sehr gering“, erklärt Mayr. Dabei handelt es sich um die Gemeinden Landeck, Zams, Stanz, Grins, Strengen, Pians und Tobadill. Auch ein neuerlicher Anlauf vor rund eineinhalb Jahren habe daran nichts geändert. „Irgendwann erreicht man einen Punkt, an dem klar wird, dass es nicht weitergeht“, sagt er. Für ILF sei daher festgestanden: Ein solches Projekt könne nur gemeinsam mit den Gemeinden umgesetzt werden – nicht gegen ihren Willen. Mayr ergänzte, er wünsche dem konkurrierenden Projekt „vielleicht ein besseres Händchen“ bei der Umsetzung.

HOHER AUFWAND FÜR ILF. Zuvor war bereits viel Vorarbeit geleistet worden. Das Projekt habe eine umfangreiche Entwicklungs- und Vorbereitungsphase durchlaufen. Für die Gemeinden seien daraus jedoch keine Kosten entstanden: „Es hat nie eine entsprechende Vereinbarung gegeben.“ Wie hoch die eigenen Investitionen waren, lässt Mayr offen. Nur so viel: „Die Kosten sind signifikant.“

KONZEPTE IM VERGLEICH. Inhaltlich unterscheiden sich das ursprüngliche und das neue Projekt deutlich. Während die früheren Planungen auch den Inn einbezogen und das Krafthaus im Bereich der großen Innkurve an der Gemeindegrenze zwischen Landeck und Zams vorgesehen war, konzentriert sich das neue Konzept ausschließlich auf die Sanna. Der geplante Standort rückt näher an die Mündung, in den Bereich der Pfadi-Au. Damit verändert sich der räumliche und technische Ansatz grundlegend.

NEUES KONZEPT. Damit liegt von Energie West nun ein eigenständiges Konzept vor. Das „Regionalkraftwerk Sanna“ versteht sich als Beitrag zur Energieoffensive „Tirol 2050 energieautonom“. Seitens des Unternehmens wird betont, dass der Stand des ILF-Projekts analysiert worden sei und sowohl technische als auch ökologische Bedenken sowie bisherige Erfahrungen in die neuen Planungen eingeflossen seien – etwa die problematische Geschiebesituation beim Lattenbach.

KONFLIKT UM PROJEKT. Das nun eingestellte Altprojekt hat eine lange und konfliktreiche Geschichte. Ausgangspunkt war ein Kriterienkatalog des Landes Tirol zur Wasserkraftnutzung aus dem Jahr 2011. In der Folge wurde ein Beteiligungsmodell mit sieben Gemeinden entwickelt, begleitet von teils intensiven und emotional geführten Debatten. Widerstand formierte sich früh – von Anrainern, Umweltinitiativen und Vertretern des Wildwassersports. Im Mittelpunkt standen ökologische Auswirkungen, wirtschaftliche Risiken und Sicherheitsfragen. Nach mehreren kippenden Gemeinderatsentscheidungen zwischen 2014 und 2015 wurde das Projekt schließlich auf Eis gelegt. Erst im Spätherbst 2024 brachte ILF eine mögliche Wiederaufnahme erneut ins Spiel, u.a. bei einem Informationsabend in ­Pians. Die Reaktionen zeigten jedoch rasch, dass die Vorbehalte geblieben sind – insbesondere zu Restwassermenge, Geschiebeverlagerung und Belas­tungen für Anrainer. Trotz inzwischen sachlich geführter Diskussion blieb die Skepsis deutlich spürbar. Mit dem endgültigen Rückzug von ILF ist dieses Kapitel nun abgeschlossen. An der Sanna bleibt damit vorerst nur noch ein Projekt in Vorbereitung.
Eines endet, eines bleibt
Informationsabend in Pians im November 2024: ILF-Projektleiter Thomas Greuter, ILF-Geschäftsführer Josef Mayr und Bgm. Harald Bonelli (v. l.) beim erneuten Anlauf des Projekts. Foto: Herbert Tiefenbacher

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