Heilwasser, aber kein Trinkwasser
Der Arsengehalt des Grinner Heilwassers liegt über dem österreichischen Grenzwert für Trinkwasser
Aus der Wildbadquelle in Grins sprudelt Heilwasser, das bei bestimmten Krankheiten auch für Trinkkuren empfohlen wird. Trinkwasser ist es laut Anschlag am Grinner Gemeindebrunnen aber keines.
25. August 2026
Das Grinner Heilwasser ist laut Anschlag am Gemeindebrunnen „Kein Trinkwasser“. Foto: Daniel Haueis
In Bescheiden der Landesregierung aus den Jahren 1982 und 1983 wurde die Wildbadquelle in Grins als Heilquelle anerkannt, die BH Landeck hat im Jahr 2007 festgelegt, dass sie gemäß dem Tiroler Heilvorkommen- und Kurortegesetz als „Magnesium-Calcium-Sulfat-Thermalquelle“ zu bezeichnen ist. Sie ist laut Land eine Heilquelle „sowohl für Bade- als auch Trinkkuren“: Badekuren seien bei Arthrose, traumatischen Schäden der Extremitäten, Neuralgien u.a.m. angezeigt, Indikationen für Trinkkuren seien etwa Verstopfung, Harnwegsinfektionen oder unterstützende Magnesium-Supplementierung. Da verwundert es, dass u.a. am Grinner Gemeindebrunnen neben dem „Heilwasser“-Schild ein Anschlag sagt: „Kein Trinkwasser“.
ARSENGEHALT ALARMIERT BÜRGERMEISTER. „Es ist viel zu viel Arsen drin“, sagt Bgm. Franz Benedikt, der den „Kein Trinkwasser“-Hinweis am Gemeindebrunnen persönlich angebracht hat. Geplant war, aus dem Wildbadquellen-Wasser ein Getränk zu machen – der Arsengehalt von 23 Mikrogramm pro Liter hat beim Bürgermeister aber die Alarmglocken schrillen lassen: Im österreichischen Trinkwasser sind aktuell maximal 10 Mikrogramm zulässig, ab 2028 gilt ein Grenzwert von gerade noch 4 Mikrogramm. Anorganisches Arsen wird als krebserregend eingestuft, da es in die Erbsubstanz eingreifen kann – die AGES – Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit geht bereits beim jetzigen Grenzwert von 10 Mikrogramm von einer „hohen Exposition“ aus. Dies gilt freilich für Trinkwasser, wovon man ja täglich größere Mengen zu sich nehmen soll und mit dem man z.B. Säuglingsnahrung zubereitet. Bgm. Benedikt sagte daher auch: „Eine Aufnahme in geringen Mengen ist zwar nicht akut gefährlich, ein dauerhafter Konsum erhöht jedoch das Risiko für Krebserkrankungen, Gefäßerkrankungen sowie Tumore …“ Auch Prim. Ewald Wöll, Interne-Chef am Krankenhaus St. Vinzenz und mit dem Grinner Heilwasser bestens vertraut, bezeichnet „eine unkontrollierte Aufnahme größerer Mengen“ als „nicht empfehlenswert“. Im Falle der Wildbachquelle Grins seien Arsen-Bedenken aber laut einem balneologischen Gutachten nicht angebracht, da die Trinkmenge dank der abführenden Schwefel- und Magnesiumkonzentration ohnehin eingeschränkt werden sollte. Wöll zitiert: „Es könne daher nicht davon ausgegangen werden, dass das zur Trinkkur angewendete Quellwasser zu einer Arsenintoxikation führen würde …“ Und: Therapeutische Bäder für Patienten mit „lower back pain“ (Kreuzschmerz) seien durchaus positiv zu sehen, der erhöhte Arsengehalt in diesem Zusammenhang völlig vernachlässigbar.
KEINE VERMARKTUNG MEHR? Bgm. Franz Benedikt geht aber auf Nummer ganz sicher: „Grinner Heilwasser zu trinken, empfehle ich keinem.“ Er selbst trinkt es nicht mehr, auch nicht in kleinsten Mengen. Groß beworben wird der Genuss des Heilwassers also wohl nicht mehr, vom übermäßigen ist auf jeden Fall abzuraten. Die Trinkanwendung wurde aber auch schon früher aufgrund der abführenden Wirkung des Wassers nicht gerade forciert. Und auch aus der breitflächigen Nutzung als Therapeutikum für Rückenschmerzpatienten wird wohl nichts mehr werden: Das Projekt „Baden und Wandern in Grins“ hätte nach einem Probebetrieb im Sommer 2016 breit vermarktet werden sollen. Auch aufgrund ausbleibender Patienten blieb dieser Schritt aber aus. Zudem wurden Hoffnungen gedämpft: Eine Anerkennung der Bäder als Krankenkassenleistung sei äußerst unwahrscheinlich. „Schwierig ist das“, fasst Bgm. Franz Benedikt das Thema „Grinner Heilwasser“ zusammen.
ARSENGEHALT ALARMIERT BÜRGERMEISTER. „Es ist viel zu viel Arsen drin“, sagt Bgm. Franz Benedikt, der den „Kein Trinkwasser“-Hinweis am Gemeindebrunnen persönlich angebracht hat. Geplant war, aus dem Wildbadquellen-Wasser ein Getränk zu machen – der Arsengehalt von 23 Mikrogramm pro Liter hat beim Bürgermeister aber die Alarmglocken schrillen lassen: Im österreichischen Trinkwasser sind aktuell maximal 10 Mikrogramm zulässig, ab 2028 gilt ein Grenzwert von gerade noch 4 Mikrogramm. Anorganisches Arsen wird als krebserregend eingestuft, da es in die Erbsubstanz eingreifen kann – die AGES – Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit geht bereits beim jetzigen Grenzwert von 10 Mikrogramm von einer „hohen Exposition“ aus. Dies gilt freilich für Trinkwasser, wovon man ja täglich größere Mengen zu sich nehmen soll und mit dem man z.B. Säuglingsnahrung zubereitet. Bgm. Benedikt sagte daher auch: „Eine Aufnahme in geringen Mengen ist zwar nicht akut gefährlich, ein dauerhafter Konsum erhöht jedoch das Risiko für Krebserkrankungen, Gefäßerkrankungen sowie Tumore …“ Auch Prim. Ewald Wöll, Interne-Chef am Krankenhaus St. Vinzenz und mit dem Grinner Heilwasser bestens vertraut, bezeichnet „eine unkontrollierte Aufnahme größerer Mengen“ als „nicht empfehlenswert“. Im Falle der Wildbachquelle Grins seien Arsen-Bedenken aber laut einem balneologischen Gutachten nicht angebracht, da die Trinkmenge dank der abführenden Schwefel- und Magnesiumkonzentration ohnehin eingeschränkt werden sollte. Wöll zitiert: „Es könne daher nicht davon ausgegangen werden, dass das zur Trinkkur angewendete Quellwasser zu einer Arsenintoxikation führen würde …“ Und: Therapeutische Bäder für Patienten mit „lower back pain“ (Kreuzschmerz) seien durchaus positiv zu sehen, der erhöhte Arsengehalt in diesem Zusammenhang völlig vernachlässigbar.
KEINE VERMARKTUNG MEHR? Bgm. Franz Benedikt geht aber auf Nummer ganz sicher: „Grinner Heilwasser zu trinken, empfehle ich keinem.“ Er selbst trinkt es nicht mehr, auch nicht in kleinsten Mengen. Groß beworben wird der Genuss des Heilwassers also wohl nicht mehr, vom übermäßigen ist auf jeden Fall abzuraten. Die Trinkanwendung wurde aber auch schon früher aufgrund der abführenden Wirkung des Wassers nicht gerade forciert. Und auch aus der breitflächigen Nutzung als Therapeutikum für Rückenschmerzpatienten wird wohl nichts mehr werden: Das Projekt „Baden und Wandern in Grins“ hätte nach einem Probebetrieb im Sommer 2016 breit vermarktet werden sollen. Auch aufgrund ausbleibender Patienten blieb dieser Schritt aber aus. Zudem wurden Hoffnungen gedämpft: Eine Anerkennung der Bäder als Krankenkassenleistung sei äußerst unwahrscheinlich. „Schwierig ist das“, fasst Bgm. Franz Benedikt das Thema „Grinner Heilwasser“ zusammen.
Daniel Haueis 






