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„Nicht in Vergessenheit geraten“

Historische Schafwollfabrik in Ried/Frauns leistet ganze Arbeit

In der Schafwollfabrik in Ried entsteht wertvolles Selbstgemachtes. Die historischen, wasserkraftbetriebenen Maschinen wurden von der Familie Schöpf in mühevoller Handarbeit wieder „zu neuem Leben“ erweckt. Dies erachten auch der Verband der Tiroler Museen sowie die Abteilung Kultur des Landes Tirol als erhaltenswert und statteten dem Museum kürzlich einen Besuch ab.
7. April 2026 | von Von Attila Haidegger
„Nicht in Vergessenheit geraten“
Michael Schöpf vor einer seiner Maschinen Foto: Attila Haidegger
Die Geschichte der Schafwollfabrik reicht bis ins Jahr 1915 zurück. Die damalige Loden- und Deckenfabrik wurde jedoch erst 1928 offiziell angemeldet. Schon damals wurden die Maschinen durch ein eigenes Kraftwerk im angrenzenden Beutelbach betrieben. 1931 kam ein zweites Kraftwerk hinzu. Direkt am Inn wurde ein schwimmendes Wasserrad installiert, das mittels Lederriemen über mehrere 100 Meter die Energie in die Fabrik übertrug. 1954 wurde das Innkraftwerk durch ein Hochwasser zerstört. Zu den besten Zeiten arbeiteten bis zu 25 Angestellte im Schichtbetrieb – damals war es ein „Bombengeschäft“, erklärte Michael Schöpf, der die Schafwollfabrik mit großer Leidenschaft betreibt.

WERTVOLLES AUS DER REGION. In den 60er-Jahren wurden in der Fabrik hauptsächlich Schafwolldecken, Strickwolle, Vlies und Teppiche hergestellt. Bis 2015 wurde das Geschäft noch weitergeführt, doch ein Teil der alten Maschinen war nicht mehr funktionstüchtig. Im Jahr 2020 gründete die Familie Schöpf den Verein Museum Schafwollfabrik. In mühevoller Handarbeit wurden die altehrwürdigen Maschinen in unzähligen Arbeitsstunden restauriert und wieder zum Laufen gebracht. Die Produktion läuft wieder und im Verkaufsschauraum werden Schafwollsocken, Strickwolle, Filzprodukte, Sitzauflagen und vieles mehr angeboten. Auch Führungen durch die Fabrik werden angeboten.

EINZIGARTIGE SAMMLUNG. Laut Gabriel Schöpf, dem Sohn von Michael Schöpf, ist diese Sammlung alter Maschinen einzigartig in Eu­ropa. Eines der künftigen Ziele ist es, die Sammlung archivarisch zu erfassen. Dabei soll eine relativ neue Software helfen, die Museen bereitgestellt wird. Vor drei Jahren erfolgte die Museumsregistrierung, die ein österreichweit anerkanntes Qualitätskriterium ist und die Voraussetzung für Förderungen darstellt. Gabriel Schöpf fände es außerdem wünschenswert, wenn sich zusätzliche Mitglieder fänden. Momentan zählt der Verein 35 Mitglieder. Das Wichtigste aber ist für Michael Schöpf: „Wir wollen nicht in Vergessenheit geraten.“
„Nicht in Vergessenheit geraten“
Staunten bei der Führung nicht schlecht: Lisa Noggler-Gürtler (Obfrau-Stv. Verband Tiroler Museen), Christine Weirather (Obfrau Verband Tiroler Museen), Gabriel Schöpf, Michael Schöpf und Johanna Böhm (Land Tirol, Abteilung Kultur; v. l.) Foto: Attila Haidegger
„Nicht in Vergessenheit geraten“
Das genaue Alter der Maschinen ist nicht bekannt. Als sicher gilt allerdings, dass die älteste aus den Jahren um 1890 stammt. Foto: Attila Haidegger
„Nicht in Vergessenheit geraten“
Gabriel Schöpf präsentiert stolz das hauseigene Produkt. Foto: Attila Haidegger

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