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Politik mit Mocktails

Jugendgemeinderat in Pfunds bringt sich ein

Dass junge Menschen der Kommunalpolitik etwas abgewinnen können, kann getrost als Seltenheit bezeichnet werden. Das bedeutet aber nicht, dass sie sich nicht effektiv an dieser beteiligen können. In Pfunds wurde kurz vor den Sommerferien ein Jugendgemeinderat gegründet, dessen Mitglieder die Entscheidungsträger der Gemeinde auf ihre Bedürfnisse aufmerksam machen.

22. Juli 2025
Politik mit Mocktails<br />
Sind das Sprachrohr der Jugendlichen in Pfunds: Emily Schaffenrath, Marie Kathrein, Nina Raack und Fabio Greil (vorne, v. l.; der Jugendgemeinderat besteht aus rund 12 Personen) mit ihren beiden Betreuern GR Daniel Thöni und Melanie Thöni. RS-Foto: Haidegger
Aktuell ist Pfunds wohl die einzige Gemeinde im Bezirk, die solch eine Organisation aufweisen kann. Betreut werden dessen Mitglieder von GR Daniel Thöni und dem beratenden Mitglied des Familien- und Jugendausschusses Melanie Thöni. „Die Beteiligung junger Menschen am politischen Geschehen war mir schon lange ein persönliches Anliegen. Mit dem Jugendgemeinderat schaffen wir eine wertvolle Möglichkeit, Jugendliche aktiv einzubinden, ihre Bedürfnisse sichtbar zu machen und ihnen eine Stimme zu geben“, so Daniel Thöni, der in Pfunds mittlerweile seit 20 Jahren Gemeinderatsmitglied ist.

SCHOOL-END-PARTY, SNACKAUTOMAT UND SKATEPARK. Wünsche und Äußerungen, wie man das Dorfleben für Heranwachsende attraktiver gestalten kann, hat der jugendliche „Think Tank“ viele: ein Snackautomat im Dorf, ein Skatepark, die Renovierung des Jugendzentrums etc. oder die Wartung von Bestehendem, wie neue Schutzmatten fürs Trampolin. Dass das Ganze aber kein Wunschkonzert ist, wird dem Jugendgemeinderat ebenfalls vermittelt. Wer was und wie angeht, muss wohlüberlegt sein und ausreichend diskutiert werden. Ganz wie im „echten“ Gemeinderat findet in regelmäßigen Sitzungen ein demokratischer Prozess statt, bei dem die Jugendlichen über ihre Kernanliegen abstimmen. Ihr erstes Projekt war die „School End Party“ beim Pavillon, die erstmals stattfand. Der Jugendgemeinderat baute eine Bar, schenkte Mocktails aus und organisierte einen DJ, zur Unterhaltung gab’s Dosenwerfen, Airbrush-Tattoos und mehr – alles von den Jugendlichen umgesetzt. „So lernen junge Menschen, wie kommunale Politik funktioniert und übernehmen Verantwortung“, so Thöni.

KEINE RECHTLICHE BINDUNG. Ein wirkliches politisches Gewicht haben die Entscheidungen des Jugendgemeinderates freilich nicht. Der Gemeinderat ist nicht verpflichtet, die Beschlüsse auch umzusetzen. Aber: „Die Jugend kann innerhalb dieses Gremiums mitreden, kommt mit der Gemeindepolitik in Kontakt und erhält Einblicke in die Arbeit des Gemeinderats. Wer weiß, vielleicht sind sie dann die künftigen Gemeinderäte“, so Bgm. Melanie Zerlauth, die den Jugendgemeinderat auch persönlich unterstützt. „Wer heute mitreden darf, bleibt auch morgen interessiert und engagiert – das stärkt die Gemeinde langfristig“, sind die beiden Betreuer GR Daniel Thöni und Melanie Thöni überzeugt.
Politik mit Mocktails<br />
Das Logo des Pfundser Jugendgemeinderates, das von den Jugendlichen entworfen wurde. Foto: Jugendgemeinderat Pfunds

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