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Tradition der Fasnacht

Fisser Blochziehen erlebt riesigen Andrang

Eine Schneefahrbahn wurde vom Kulturhaus an der Kirche vorbei zur Vorstatt, weiter zum Endpunkt des Umzugs vor dem Gemeindehaus gelegt. Beinahe das ganze Dorf war in das Geschehen involviert und Tausende Zuschauer aus Nah und Fern begleiteten diesen alten Fasnachtsbrauch. Pünktlich zu Beginn des Umzuges setzte heftiger Schneefall ein, der eine winterlich-mystische Stimmung aufkommen ließ.
27. Jänner 2026 | von Alois Pircher
60 Männer (Masken) bewegen den Bloch auf Schlitten. Foto: Alois Pircher
Foto: Alois Pircher
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Foto: Alois Pircher
Sicher bis ins 15. Jahrhundert lässt sich das Fisser Blochziehen zurückverfolgen. Man findet Aufzeichnungen über kirchliche Verbote in jenen vergangenen Tagen, dieser Brauch kann aber sicherlich auch noch älter sein. Früher waren das Blochziehen und ähnliche Fasnachtsbräuche in allen Gemeinden anzutreffen, heute wird dieses Brauchtum vor allem im Tiroler Oberland und im Raum Innsbruck am Leben erhalten. Der Bloch (ein Baum) symbolisierte einen Pflug, der nach der langen, harten Winterzeit die Erde aufbrach, um wieder das blühende Leben hervorzubringen. Der Winter war meist hart und entbehrungsreich, und die ganze Bevölkerung wünschte sich sehnlichst das Frühjahr herbei. Heute mag das in Tourismusorten wie Fiss ein wenig anders gesehen werden. Fasnacht wiederum meint die Nacht (den Tag) vor der Fastenzeit.

FASNACHTSVEREIN. Obmann des Vereins ist seit vergangenem Jahr Martin Pregenzer. Er ließ in seinen Begrüßungsworten durchblicken, wie aufwendig die Organisation eines solch großen Ereignisses ist. Es beginnt mit der Zuteilung der Masken, es soll ja niemand übergangen werden. Weiter geht’s mit der Organisation einer repräsentativen Zirbe und endet erst, wenn der Festtag glücklich und unfallfrei zu Ende gegangen ist. Apropos Baum: Der heurige Baum wurde im Gemeindewald geschlagen, war ca. 30 Meter lang, wog ganze sechs Tonnen und musste nach dem Einbringen im Dorf sicher versteckt (verwahrt) werden.

DIE FIGUREN. Sechzig Männer schoben und zogen in den jeweiligen Masken den Baum durchs Dorf. An Masken findet man die Schallner (sie stehen für die Jugend, den Elan – das Frühjahr), die Mohrelen, den Bajatzl, den Giggeler, die Hexen (sie stehen für die bösen Geister und wollen das Weiterkommen verhindern), den Schwoaftuifl (er bremst auch das Vorwärtskommen), unzählige Paare (sie repräsentieren verschiedenste Berufe), den Fuhrmann (er dirigiert die schwere Last durch die engen Gassen) und dann noch die unerlässlichen Helfer, den Miasmann (wilder Waldmensch) und den Bären. Begleitet wurde der Umzug von der Musikkapelle Fiss und zahlreichen Ehrengästen. Aus Wien scheute Staatssekretär Alexander Pröll nicht den weiten Weg, von der Tiroler Landespolitik waren LH Anton Mattle und LR Rene Zumtobel vertreten. Neben der NR Margreth Falkner und LA Beate Scheiber sah man auch viele Bürgermeister aus dem Bezirk, wie auch BH Siegmund Geiger.

26.600 EURO. Im Anschluss an den Umzug wurde der Baum traditionsgemäß versteigert. Nach einem heißen Bietergefecht zwischen Gartenbau Grassberger, dem Hotel Löwen-Bär (Serfaus) und Speckkaiser Karl Handl erteilte Bgm. Simon Schwendinger dem Oberländer Speckfabrikanten schlussendlich den Zuschlag.
Tradition der Fasnacht
Bär und Miasmann sind eingefangen. Foto: Alois Pircher
Tradition der Fasnacht
Der Fuhrmann gibt das Startsignal. Foto: Alois Pircher
Tradition der Fasnacht
Der Bajatzl sorgte für zusätzlichen Schneefall. Foto: Alois Pircher

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