Windkraft und Widerstand
Venet: Gemeinde Fließ prüft Windpark – Bürger skeptisch
Ein Windpark am Venet könnte die Fließer Gemeindekasse stärken und zur Tiroler Energieoffensive „Tirol 2050 energieautonom“ beitragen – doch Bürger fürchten Eingriffe in die Natur und sammeln bereits Unterschriften.
23. September 2025
Bgm. Alexander Jäger äußert sich zum Stand der Prüfungen für einen möglichen Windpark am Venet. RS-Foto: Tiefenbacher
Vor dem Einstieg der Pletzer Gruppe in die Venet Bergbahnen AG im Mai 2024 galt ein Windpark als möglicher Rettungsanker für das angeschlagene Seilbahnunternehmen. Der TVB TirolWest hatte dafür ein Jahr lang Winddaten erhoben; die Ergebnisse im Juni 2024 zeigten Potenzial. Der neue Mehrheitseigentümer Pletzer Gruppe entschied jedoch, das Projekt nicht weiterzuführen – ein Signal für die Gemeinde Fließ, das Vorhaben nun selbst voranzutreiben. Mehrere Betreiber wurden kontaktiert, das attraktivste Angebot legte der Energieversorger Verbund. „Wir führen laufend Gespräche“, erklärt Bgm. Alexander Jäger. Da die bisherigen Daten nicht ausreichen, folgt ein weiteres Jahr an Messungen.
TRANSPARENZ WICHTIG – UVP VORAUSSICHTLICH NÖTIG. Windkraft steckt in Tirol noch in den Anfängen. Umso wichtiger sei Transparenz, betont Jäger: „Die Bevölkerung wird mit schriftlichen Infos und öffentlichen Veranstaltungen eingebunden.“ Ein Schwerpunkt sei die Sorge um Infraschall. „Nach aktuellem Stand sind am Venet keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten. Die Standorte liegen weit entfernt von Wohngebieten.“ Voraussichtlich ist ein UVP-Verfahren nötig, das mehrere Jahre dauern kann. Mit einer Genehmigung rechnet Jäger frühestens 2032. Ursprünglich war von einem Windrad auf Fließer und drei auf Zammer Gebiet die Rede. Ob diese Variante technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, müssen weitere Datenerhebungen zeigen. Über die endgültigen Standorte entscheiden die Behörden gemeinsam mit dem Projektbetreiber. Gespräche mit den Zammer Grundstückseigentümern stehen noch aus. Auch Transportwege und Stromableitung müssen geprüft werden. Dafür soll eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Liste erstellt werden. Die Bürgerinitiative hat sich bisher nicht an die Gemeinde Fließ gewandt. „Mir liegt dazu noch nichts vor“, so Jäger.
WINDRADFREIER VENET. In der Gemeinde Fließ stößt das geplante Windkraftprojekt auch auf Kritik. Auf Initiative von Alois Handle haben zehn Bürger die Gruppe „Ein windradfreier Venet“ gegründet. Die Initiative befürchtet, dass die geplanten Anlagen das Landschaftsbild und die Nutzung der Almen verändern, die Erholung beeinträchtigen und auch für geschützte Tierarten wie den Rotmilan eine Gefahr darstellen könnten. Sprecherin Helene Knabl betont: „Die Berge und Almen sind Lebensraum, kein Technikstandort mit Elektroschrott.“ Neben ökologischen Bedenken kritisieren die Aktivisten vor allem die fehlende Transparenz. Trotz laufender Verhandlungen zwischen Gemeinde und Energieversorger erhalte die Bevölkerung kaum konkrete Informationen. „Mit Gesprächen, Veranstaltungen und über soziale Medien wollen wir die Menschen mit handfesten Fakten aufklären“, so Knabl.
INITIATIVE GEGRÜNDET. Bisher haben 70 bis 80 Personen unterschrieben. Helene Knabl betont: „Wir machen weiter“. Geplant sei nun die Gründung einer formellen Bürgerinitiative, für die mindestens 50 offizielle Unterstützer erforderlich seien. Damit würde der Widerstand eine institutionelle Basis erhalten. Juristisch unterstützt wird die Bewegung von der FPÖ Tirol. Die Diskussion in der Gemeinde Fließ steht noch am Anfang – und dürfte die Gemeinde noch länger beschäftigen.
TRANSPARENZ WICHTIG – UVP VORAUSSICHTLICH NÖTIG. Windkraft steckt in Tirol noch in den Anfängen. Umso wichtiger sei Transparenz, betont Jäger: „Die Bevölkerung wird mit schriftlichen Infos und öffentlichen Veranstaltungen eingebunden.“ Ein Schwerpunkt sei die Sorge um Infraschall. „Nach aktuellem Stand sind am Venet keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten. Die Standorte liegen weit entfernt von Wohngebieten.“ Voraussichtlich ist ein UVP-Verfahren nötig, das mehrere Jahre dauern kann. Mit einer Genehmigung rechnet Jäger frühestens 2032. Ursprünglich war von einem Windrad auf Fließer und drei auf Zammer Gebiet die Rede. Ob diese Variante technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, müssen weitere Datenerhebungen zeigen. Über die endgültigen Standorte entscheiden die Behörden gemeinsam mit dem Projektbetreiber. Gespräche mit den Zammer Grundstückseigentümern stehen noch aus. Auch Transportwege und Stromableitung müssen geprüft werden. Dafür soll eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Liste erstellt werden. Die Bürgerinitiative hat sich bisher nicht an die Gemeinde Fließ gewandt. „Mir liegt dazu noch nichts vor“, so Jäger.
WINDRADFREIER VENET. In der Gemeinde Fließ stößt das geplante Windkraftprojekt auch auf Kritik. Auf Initiative von Alois Handle haben zehn Bürger die Gruppe „Ein windradfreier Venet“ gegründet. Die Initiative befürchtet, dass die geplanten Anlagen das Landschaftsbild und die Nutzung der Almen verändern, die Erholung beeinträchtigen und auch für geschützte Tierarten wie den Rotmilan eine Gefahr darstellen könnten. Sprecherin Helene Knabl betont: „Die Berge und Almen sind Lebensraum, kein Technikstandort mit Elektroschrott.“ Neben ökologischen Bedenken kritisieren die Aktivisten vor allem die fehlende Transparenz. Trotz laufender Verhandlungen zwischen Gemeinde und Energieversorger erhalte die Bevölkerung kaum konkrete Informationen. „Mit Gesprächen, Veranstaltungen und über soziale Medien wollen wir die Menschen mit handfesten Fakten aufklären“, so Knabl.
INITIATIVE GEGRÜNDET. Bisher haben 70 bis 80 Personen unterschrieben. Helene Knabl betont: „Wir machen weiter“. Geplant sei nun die Gründung einer formellen Bürgerinitiative, für die mindestens 50 offizielle Unterstützer erforderlich seien. Damit würde der Widerstand eine institutionelle Basis erhalten. Juristisch unterstützt wird die Bewegung von der FPÖ Tirol. Die Diskussion in der Gemeinde Fließ steht noch am Anfang – und dürfte die Gemeinde noch länger beschäftigen.





