Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
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„Diese Arbeit macht mir große Freude“

Interview-Reigen zu den ersten Wochen im Amt – diesmal mit dem Grinner Bgm. Franz Benedikt

Am 14. März 2022 wurden die neugewählten Bürgermeis-ter Tirols in der Hofburg angelobt – unter ihnen zahlreiche neue Gesichter, so auch die drei erfolgreichen Wahlkämpfer aus Zams, Ried und Grins, denen es gelungen ist, die amtierenden Bürgermeister in ihren Gemeinden abzulösen. Die RUNDSCHAU hat sich entschlossen, die drei neuen Amtsinhaber zu fragen, was ihr Resümee der ersten Wochen ist. Den Interview-Reigen eröffnete der Zammer Bürgermeister Benedikt Lentsch, diesmal folgt der Grinner Ortschef Franz Benedikt.
24. Mai 2022 | von Von Herbert Tiefenbacher
„Diese Arbeit macht mir große Freude“<br />
Bgm. Franz Benedikt: „Ich möchte, dass die Bevölkerung bei größeren Projekten mitentscheidet.“ Foto: Florian Handle
Von Herbert Tiefenbacher

Rundschau: Seit wenigen Wochen bist du im Amt. Wie hat sich seitdem dein Leben verändert?
Franz Benedikt: Für mich hat ein komplett neuer Lebensabschnitt begonnen. Jeden Tag gibt es etwas Neues. Mein Tag beginnt um 7 Uhr im Bauhof und endet oft spät-abends. Kurz gesagt, mein Terminkalender ist immer voll.

RS: Dein klarer Wahlsieg (60,58%) bzw. die Abwahl deines Vorgängers kam für viele dann doch überraschend. Wie ist das Verhältnis zwischen dir und Alt-Bgm. Thomas Lutz und wie war die Übergabe?
Franz Benedikt: Für mich kam der Wahlsieg nicht sehr überraschend, da es doch einige Unstimmigkeiten in der Gemeinde gab. Alt-Bgm. Thomas Lutz und ich gehen respektvoll miteinander um. Die Amtsübergabe verlief vorbildlich.

RS: Versuche in einer Handvoll Worte zusammenzufassen, wie deine Anfangsphase bisher als Bürgermeister verlief?
Franz Benedikt: Natürlich war es eine turbulente, herausfordernde, aber dennoch interessante und spannende Zeit.

RS: Was hat sich unter deiner Führung bereits geändert und was wird sich noch ändern?
Franz Benedikt: Bereits geändert hat sich, dass ich das Amt hauptberuflich ausübe und geregelte Amtszeiten eingeführt habe. Ich bin so gut wie immer für die Bürgerinnen und Bürger erreichbar. Es stehen noch viele Projekte an und wir werden versuchen, diese zielorientiert abzuarbeiten.

RS: Wie lange hast du gebraucht, um dich zurechtzufinden und in wichtige Themen einzuarbeiten? Welche Projekte hast du bereits in Angriff nehmen können?
Franz Benedikt: Bei manchen Themen dauert es etwas länger, bei manchen weniger, mich einzuarbeiten. Da es jeden Tag etwas Neues gibt, lerne ich ständig dazu. Ich möchte mich besonders bei meinem Team bedanken, welches mich unterstützt und hinter mir steht. Bereits in Angriff nehmen konnten wir den Ausbau des LWL-Netzes und dessen Ortszentrale, den Ausbau der Wasserleitungen und die Kollaudierung der Wohnanlage Grinnerhof sowie des Mühlbachs. Wir haben auch schon mehrere kleine Projekte in Angriff genommen.

RS: Es stehen sicher noch wichtige Projekte an, welche sind das? Welche haben die höchste Priorität?
Franz Benedikt: Der Umbau der Sennerei Grins sowie die Sanierung und der Ausbau der Festanlage Scheibenbühel haben für mich die höchste Priorität. Weiters stehen die Bestellung eines neuen Feuerwehr-Tanklöschfahrzeugs, der Grundankauf und die Sanierung des Vorplatzes der Kirche, Leichen- und Florianikapelle an. Derzeit arbeiten wir auch sehr an einem Verkehrskonzept für die Gemeinde.

RS: Deine offene Art, mit der du auf die Grinner zugehst, wird sehr gelobt, wie oft zu vernehmen ist. Das bringt einen zur Frage, ob du vorhast, die Bevölkerung z. B. künftig stärker in wichtige anstehende Sachfragen einzubinden?
Franz Benedikt: Es wird einen LWL-Informationsabend geben und die Ausschüsse bemühen sich, bei ihrer Arbeit die Grinnerinnen und Grinner jeder Altersgruppe miteinzubeziehen. Bei größeren Projekten möchte ich, dass die Bevölkerung mitentscheidet.

RS: Deine Bürgerliste hat im Gemeinderat die Mehrheit. Wie sieht die Zusammenarbeit im Gemeinderat aus? Gibt es ein Miteinander, werden eure Ideen und Vorschläge konstruktiv diskutiert?
Franz Benedikt: 
Die Zusammenarbeit ist bis jetzt ganz gut, ich bin offen für Vorschläge und Ideen von allen Gemeinderätinnen und -räten. Man kann über alles reden und diskutieren, nicht jede Entscheidung kann aber einstimmig sein.

RS: Ist der Job so, wie du ihn dir vorgestellt hast?
Franz Benedikt: Die Arbeit als Bürgermeister macht mir wirklich große Freude und mir gefällt die Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern.

RS: Stell dir vor, die sechs Jahre dieser Amtszeit sind vorbei. Wie sollen die Grinnerinnen und Grinner von deiner Zeit als Bürgermeister sprechen?
Franz Benedikt: Die Bevölkerung soll spüren, dass ich mir Zeit für sie nehme, hilfsbereit bin und für alle Anliegen ein offenes Ohr habe. Im Idealfall denken sie sich: „Der Franz hat viel bewegt und verändert. Den würde ich wieder wählen!“

RS: Danke.

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