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„Es ist nicht besser geworden“

Rafting im Obergricht nur mehr erschwert möglich

Harald Wolf von H2O Adventures bietet seit mehr als zwei Jahrzehnten u.a. Rafting am Inn im Obergricht an. Das tut er auch weiterhin, seit das GKI in Betrieb ist, muss er aber auch auf Strecken östlich von Zams ausweichen.

18. Juli 2023
„Es ist nicht besser geworden“
Harald Wolfs H2O bietet weiterhin Abenteuer, mitunter aber am Inn westlich von Zams. Foto: H2O Adventures
Von Daniel Haueis

Harald Wolf ist ein „alter Hase“ im Outdoorsport-Geschäft – auch Rafting bietet er seit mehr als zwei Jahrzehnten an. Früher gab’s aufgrund der Engadiner Kraftwerke einen Sunk und Schwall, aber jedenfalls mehr Wasser im oberen Inn. Am Wochenende konnte man früher kaum raften (da das Wasser zurückgehalten wurde), wochentags aber war’s fast immer möglich. Damals, so Wolf, waren es am Pegel Kajetansbrücke rund 2,5 Meter. Heute, nach Inbetriebnahme des Gemeinschaftskraftwerks Inn, gibt’s Sunk und Schwall immer noch, und die Schwankungen seien sogar größer geworden, so Wolf, aber es gibt weniger Wasser: nur mehr rund 1,7 Meter am Pegel Kajetansbrücke. Mit seiner langjährigen Erfahrung sagt Wolf, dass aus Sicherheitsgründen ein Pegel von zwei Metern nötig ist – ansonsten steigt die Gefahr, auf Steine aufzulaufen, wodurch das Boot hängen bleiben kann etc. Daher musste Wolf mit seinen Rafts schon im Herbst an ca. zwei Tagen pro Woche auf den Inn östlich von Zams oder Imst ausweichen. Im Juni seien ein paar Fahrten von Pfunds aus möglich gewesen, es sei aber nicht besser geworden: Aktuell müsse er sogar an drei bis vier Tagen woanders fahren.

GÄSTE ZUFRIEDEN – UNTERNEHMEN BELASTET. „Das Problem ist die Logistik“, sagt Wolf – er ist Partner der Tourismusverbände und biete als einzig verbliebenes Unternehmen im Bezirk noch Rafting an; 30 H2O-Adventure-Mitarbeiter sorgen für den Spaß von jährlich 20.000 Gästen. Und die Gäste seien auch durchaus zufrieden mit dem Angebot, das nun (je nach Schwierigkeitsgrad) halt großteils erst östlich von Zams startet. Aber H2O Adventure hat dadurch natürlich einen deutlichen Mehraufwand: Das betrifft etwa den Transport (Wolf hat einen Bus angemietet, um die Rafter wieder zum Ausgangspunkt zurückbringen zu können, denn nasse Gäste sind nicht jedes Busunternehmers Sache); es wurden auch kleinere Boote angeschafft, mit denen man auch bei weniger Wasser vielleicht noch fahren kann – da braucht’s halt wieder mehr Personal (ein Guide pro Raft). Wolf nimmt den Weg (meist nach Imst) in Kauf: „Der Weg ist noch vertretbar“, sagt er. Gaudi hat er aber keine, vor allem weil es bei einem Treffen mit der GKI GmbH vor Jahren noch geheißen habe: Einschränkungen des Raftingbetriebes seien nicht zu erwarten, falls es sie doch geben sollte, werde die GKI GmbH auf die Rafter nicht vergessen.

WIDERSPRÜCHLICHES. Die GKI GmbH antwortet auf eine entsprechende RUNDSCHAU-Anfrage mit Bekanntem: Vom Kraftwerk werde nicht nur saubere, erneuerbare Energie erzeugt: „Die ehemals stark schwankende Wasserführung im Inn wird vergleichmäßigt, indem der stark ansteigende Wasserabfluss bei Einsatz der Schweizer Spitzenkraftwerke durch die Turbinen des GKI geleitet wird. Die ehemals sehr geringen Restwassermengen in dieser Gewässerstrecke werden unter Ausnutzung der am Inn errichteten Wehranlage aufgebessert.“ Wolf hat, wie gesagt, andere Erfahrungen gemacht – auch vom Regelbetrieb des Dotierkraftwerks an der Wehranlage in Ovella seit Juni hat er nichts gemerkt. Und auch die Wasserstand-Messungen des Landes (https://wiski.tirol.gv.at) zeigen weiterhin einen deutlichen Schwall und Sunk. Am Pegel Kajetansbrücke waren es von 4. bis 9. Juli zwischen 152 und 198 cm (also unter den zwei Metern Mindestmenge, die Wolf als nötig erachtet), am Pegel Prutz schwankte der Inn gar um einen Meter (zwischen gut 60 und 166 cm). „Zu berücksichtigen ist jedenfalls, dass durch die geringen Niederschläge im Einzugsgebiet im heurigen Jahr unterdurchschnittliche Abflüsse im Inn verzeichnet wurden“, merkt die GKI GmbH an. Es wurde aber offensichtlich früher schon mit Einschränkungen gerechnet: Der Raftingsport in der Region sei im Verfahren neben zahlreichen anderen Aspekten berücksichtigt worden. „Dabei waren die ökologischen Vorteile … mit möglichen Änderungen bei den Nutzungsmöglichkeiten dieser Gewässerstrecke zu Wassersportzwecken abzuwägen.“ Gesprächsbereit ist die GKI GmbH aber: Seit Inbetriebnahme des Kraftwerkes seien keine Raftingunternehmen mit dem Kraftwerksbetreiber in Kontakt getreten, die GKI GmbH aber „war und ist bereit, an machbaren Lösungen mitzuarbeiten.“

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