Die Stille, verbindende Poesie der Natur
Mauro Larcher aus Reuttes Partnerstadt Cles stellt erstmals in der Zeiller Galerie aus
Am Donnerstagabend, dem 13. August, fand die feierliche Vernissage der Ausstellung des Trentiner Künstlers Mauro Larcher mit dem Titel „Radici e Sedimenti“ („Wurzeln und Sedimente“) statt. Zahlreiche Kulturbegeisterte ließen sich diesen besonderen Kunstgenuss nicht entgehen.
M. Färber
17. August 2026
Bei der Eröffnung der Ausstellung in der Zeiller Galerie waren ( Bürgermeister Günter Salchner, Künstler Mauro Larcher, Galerist Alex Pergher, Veronika Kunz-Radolf und Künstler Marcello Nebl v. l.) anwesend. Foto: Robert Pacher
Nach einer kurzen Eröffnungsrede von Obfrau Veronika Kunz-Radolf begrüßte Robert Pacher, der Obmann des Ausschusses für Bildung, Kultur und Integration, die anwesenden Gäste. Anschließend würdigte der aus Mühlbach im Pustertal stammende Alex Pergher, der selbst Künstler, international tätiger Galerist und langjähriger Kurator des Stadtmuseums Brixen ist, das Werk von Mauro Larcher: „Ein Kunstwerk entsteht in der Einsamkeit, versucht aber, einen Dialog aufzubauen.“ Bürgermeister Günter Salchner betonte in seiner Ansprache den hohen Wert der „wirklich gelebten“ Städtepartnerschaft zwischen Cles und Reutte, die zwar erst seit 2024 offiziell besteht, aber bereits Jahre zuvor durch eine Schulpartnerschaft der HAK und HLW Reutte begonnen hat. Ob in den Bereichen Bildung, Sport oder Kultur – Cles und Reutte tauschen sich regelmäßig und auf sehr befruchtende Art aus. So kam es auch zur Ausstellung von Mauro Larcher, die durch den Künstler Marcello Nebl aus Cles vermittelt wurde. Nebl ist inzwischen Stammgast in Reutte und war ebenfalls bei der Vernissage anwesend. Die Stadt Cles liegt im westlichen Trentino auf 658 Metern Höhe und ist von Bozen aus über den Mendelpass erreichbar. Weite Apfelplantagen, der Stausee Santa Giustina am Eingang des Val di Sole und die Berge der Brenta-Gruppe dominieren ihre landschaftliche Umgebung. Mit gut 7.000 Einwohnern ist sie mit Reutte größenmäßig gut vergleichbar. Eine ähnliche Infrastruktur mit diversen Bildungseinrichtungen und einem Krankenhaus sowie etlichen historischen Bauwerken wie dem Palazzo Assessorile prägt das Erscheinungsbild der Partnerstadt.
WINDBÖEN, RAUREIF UND KRATZSPUREN. Auch nach den einleitenden und interessanten Informationen Perghers lässt sich Mauro Larchers Werk nur schwer in Worte fassen. Es zeugt von einer stetigen Suche nach alternativen Wegen. 1953 in Rubbio im Nonstal geboren, begeisterter Bergsteiger und Skifahrer, wurde er vor allem durch das bäuerliche Leben im Trentino geprägt. Nach einer mit 16 Jahren begonnenen Lehre zum diplomierten Druckgrafiker mit Schwerpunkt Fotografie in Bozen knüpfte er Kontakte zu Künstlerkreisen und wandte sich der Malerei zu. Mehr als 14 Einzel- und 20 Gruppenausstellungen, hauptsächlich in historischen Gebäuden, sowie zahlreiche Aufsätze und Diskussionen von namhaften Kunstkritikern zeugen von seinem Erfolg und seiner internationalen Anerkennung. In einem persönlichen Gespräch erklärte mir Larcher den Titel seiner Ausstellung: Die „Wurzeln” stellen die Verbundenheit zu seiner Herkunft dar, die „Sedimente”, also die Steinschichten, die seit Jahrmillionen unaufhörlich ein neues Ganzes bilden und gerade für die Brenta-Gruppe so charakteristisch sind, spiegeln die Kraft des Lebens wider. Als künstlerische Vorbilder nannte er die französischen Impressionisten, denen es meisterhaft gelang, das unentwegte Spiel des Lichts einzufangen. Larchers Werke strahlen auf den ersten Blick eine stille Poesie aus. Doch sie sind von der Kraft der Natur inspiriert und lassen den aufmerksamen Betrachter schon bald Windböen, Schneestürme, Raureif, Kälte sowie plötzliche Aufhellungen erahnen – und das trotz einer meisterhaften Abstraktion. Emaille, reine Pigmente, Klebstoff, Ölpastellkreide und Teer, durchzogen von Kratzspuren, sind Werkzeuge, die Larchers künstlerische Erzählungen erzeugen: Wurzeln und Sedimente des Lebens. Das „Zufällige“ seiner Kunst, das Alex Pergher in seiner einleitenden Laudatio hervorgehoben hatte, erschließt sich dem Kunstliebhaber bei aufmerksamem Betrachten und lässt ihn staunen. Die umgebende Natur mag überall anders sein, der bewusste Blick auf sie aber verbindet: im Fall von Larchers Werken die Trentiner Stadt Cles mit der Stadtgemeinde Reutte. Ein Besuch der noch bis 29. August dauernden Ausstellung in der Zeiller Galerie lohnt sich auf jeden Fall und lässt einen ganz besonderen Künstler der Städtepartnerschaft Cles-Reutte entdecken.
WINDBÖEN, RAUREIF UND KRATZSPUREN. Auch nach den einleitenden und interessanten Informationen Perghers lässt sich Mauro Larchers Werk nur schwer in Worte fassen. Es zeugt von einer stetigen Suche nach alternativen Wegen. 1953 in Rubbio im Nonstal geboren, begeisterter Bergsteiger und Skifahrer, wurde er vor allem durch das bäuerliche Leben im Trentino geprägt. Nach einer mit 16 Jahren begonnenen Lehre zum diplomierten Druckgrafiker mit Schwerpunkt Fotografie in Bozen knüpfte er Kontakte zu Künstlerkreisen und wandte sich der Malerei zu. Mehr als 14 Einzel- und 20 Gruppenausstellungen, hauptsächlich in historischen Gebäuden, sowie zahlreiche Aufsätze und Diskussionen von namhaften Kunstkritikern zeugen von seinem Erfolg und seiner internationalen Anerkennung. In einem persönlichen Gespräch erklärte mir Larcher den Titel seiner Ausstellung: Die „Wurzeln” stellen die Verbundenheit zu seiner Herkunft dar, die „Sedimente”, also die Steinschichten, die seit Jahrmillionen unaufhörlich ein neues Ganzes bilden und gerade für die Brenta-Gruppe so charakteristisch sind, spiegeln die Kraft des Lebens wider. Als künstlerische Vorbilder nannte er die französischen Impressionisten, denen es meisterhaft gelang, das unentwegte Spiel des Lichts einzufangen. Larchers Werke strahlen auf den ersten Blick eine stille Poesie aus. Doch sie sind von der Kraft der Natur inspiriert und lassen den aufmerksamen Betrachter schon bald Windböen, Schneestürme, Raureif, Kälte sowie plötzliche Aufhellungen erahnen – und das trotz einer meisterhaften Abstraktion. Emaille, reine Pigmente, Klebstoff, Ölpastellkreide und Teer, durchzogen von Kratzspuren, sind Werkzeuge, die Larchers künstlerische Erzählungen erzeugen: Wurzeln und Sedimente des Lebens. Das „Zufällige“ seiner Kunst, das Alex Pergher in seiner einleitenden Laudatio hervorgehoben hatte, erschließt sich dem Kunstliebhaber bei aufmerksamem Betrachten und lässt ihn staunen. Die umgebende Natur mag überall anders sein, der bewusste Blick auf sie aber verbindet: im Fall von Larchers Werken die Trentiner Stadt Cles mit der Stadtgemeinde Reutte. Ein Besuch der noch bis 29. August dauernden Ausstellung in der Zeiller Galerie lohnt sich auf jeden Fall und lässt einen ganz besonderen Künstler der Städtepartnerschaft Cles-Reutte entdecken.





