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Kunst unter Sternen

Das Außerfern feierte die Nacht der Kultur mit einem tollen Programm

Als der Bezirk in den Samstagabendstunden zum Leben erwachte, schlug das kulturelle Herz der Region höher. Die diesjährige Nacht der Kultur bewies einmal mehr, wie facettenreich, lebendig und überraschend Kunst sein kann.

Bruno Dengg
28. September 2026
Kunst unter Sternen
Die Floriankapelle – ein schönes Kleinod in Reutte – bot den Besuchern Raum für Musik und zeitgenössische Kunst.

In unserer schnelllebigen, oft digital geprägten Welt sind Kunst und Kultur weit mehr als nur Freizeitinteressen. Sie stellen sowohl für Jung als auch für Alt das emotionale und intellektuelle Fundament unserer Gesellschaft dar. Kultur öffnet die Augen für andere Lebensrealitäten und lehrt uns, die Welt differenzierter zu sehen. Egal, ob Musik, Theater oder bildende Kunst: Sie stiftet Identität und Gemeinschaft und hält Körper und Geist beweglich. Kunst und Kultur schlagen Brücken für den generationenübergreifenden Dialog. Die Nacht der Kultur am vergangenen Samstag war beispielgebend dafür.

DER MUSEUMSVERBUND AUSSERFERN … besteht aus mehreren über den gesamten Bezirk verteilten Kulturvereinen, die für die Außerferner Nacht der Kultur verantwortlich zeichneten. Museen in Vils, Reutte, Breitenwang, Höfen, Bichlbach und Ehrwald präsentierten ihre Aktivitäten. So entstand ein gemeinsames Kulturerlebnis, das den Besuchern einen unvergesslichen Abend voller spannender Ausstellungen, stimmungsvoller Musik und faszinierender Geschichte bot.

VIELFÄLTIGES PROGRAMM. Kunstfenster Spaziergang: Die Künstlerin Daniela Eneidi Pahle organisierte heuer zum zweiten Mal einen Spaziergang entlang ausgewählter Schaufenster, in denen Künstler ihre Werke präsentierten – ein Kunstgenuss der anderen Art. Museum im Grünen Haus: Im Mittelpunkt stand die aktuelle Sonderausstellung zu Ludwig Schmid-Reutte, die einen interessanten Einblick in das Leben und Werk des Künstlers gab. Schon am Nachmittag wurden die Kinder vor dem Museum eingeladen, zu Pinsel und Farbe zu greifen, um die Kulturnacht kreativ und spielerisch für sich zu entdecken.

FLORIANSKAPELLE AUF DER KÖG. Wie auch in den Vorjahren verwandelte sich das Kleinod, bei dem Robert Pacher bereitwillig Auskunft gab, wieder in einen Raum für Musik und zeitgenössische Kunst.
Kunst unter Sternen
Eine besondere Location für die Nacht der Kultur war der Hangar SW Höfen. Wolfgang Falch gab Einblicke in die Fliegerei und präsentierte seine wertvollen alten, jedoch intakten Fluggeräte.Fotos: Dengg
KULTURFORUM BREITENWANG & ZEILERGALLERIE REUTTE. Im Foyer des Gemeindehauses Breitenwang sowie in der Galerie in Reutte präsentierten bei Vernissagen die Künstlerinnen Maria K. Allgaier und Bettina Ebert sowie als „Spezialgast“ der heimische Bildhauer Reinhard Kofler ihre Werke. Reinhard Kofler zeigte seine realistisch anmutenden menschlichen Skulpturen.

VILSART. VilsArt organisierte an mehreren Orten in der Stadt stimmungsvolle Ausstellungen und kreative Programmpunkte für Groß und Klein, u. a. in der Hammerschmiede und in St. Anna, sowie den gut besuchten Flohmarkt im Kaufhaus Zotz.

HEIMATMUSEUM EHRWALD. Dieses wartete mit der Ausstellung „Rudolf Gopas und seine Schüler Erich Steiner und Wolfgang Schennach“ auf. Das Zunftmuseum Bichlbach begeisterte mit der Sonderausstellung der Wahlbichlbacherin Lucia Kollbach-Lux mit Bildern ihres 50-jährigen Wirkens.

HANGAR SW HÖFEN. Wolfgang Falch beeindruckte nicht nur mit seinem Flugmuseum und dessen wertvollen Stücken, sondern auch mit seinem äußerst fachkundigen Vortrag „Blériot & Co – die frühe Fliegerei im Spiegel der Technik ihrer Zeit“. In seinem spannenden Einblick ließ er die Pionierzeit der Luftfahrt Revue passieren und erläuterte anhand einer Blériot, von der es nur noch drei weitere in Europa gibt, wie Flugzeuge und Motoren konstruiert wurden.

FAZIT. Alles in allem darf gesagt werden, dass die Außerferner Nacht der Kultur mit ihrer besonderen Vielfalt und ihren regionalen Besonderheiten glänzte. Sie war wieder einmal ein kraftvolles Zeichen dafür, dass Kunst und Kultur in der heutigen Zeit unverzichtbar sind und Jung und Alt gleichermaßen in ihren Bann ziehen. Schade ist nur, so berichteten mir zahlreiche Besucherinnen und Besucher, dass in fünf Stunden nur ein Bruchteil der tollen Museen und ihrer Veranstaltungen besucht werden konnte.

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