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Vergessen und wiederentdeckt

Der Museumsverein Grünes Haus eröffnete die Sonderausstellung zu Ludwig Schmid-Reutte


Nach einleitenden Worten durch den Obmann des Museumsvereins und Kurator der Ausstellung Ernst Hornstein präsentierte GR Robert Pacher seine bisherigen Erkenntnisse über den Kunstmaler und Akademieprofessor Ludwig Schmid-Reutte. Ein engagiertes Team rund um Museumsleiter Ulrich Kößler, Erich Printschler und Hansjörg Fuchs hat es sich zur herausfordernden Aufgabe gemacht, die vielen Lücken rund um die Biografie und das Werk dieses Außerferner Künstlers zu schließen. Ca. 50 Interessierte folgten den spannenden Ausführungen der Vortragenden, die von der „Museumsmusig“ untermalt wurden.

M.Färber
15. Juni 2026
Vergessen und wiederentdeckt<br />
Das Werk „Ruhende Flüchtlinge“ zeigt besonders deutlich Schmid-Reuttes künstlerische Handschrift. Foto: M. Färber
AM ANFANG STAND ... wie so oft – ein Zufall: Im Sommer 2025 wurde die MS Untermarkt umgebaut und das großflächige Gemälde „Die Kartoffelernte“ von Ludwig Schmid-Reutte, das seit 1991 hier ausgelagert worden war, musste einen neuen Standort finden. Dank des 2024 erfolgten Umbaus des Grünen Hauses konnte eine passende und würdige Wandfläche für dieses Monumentalwerk gefunden werden. Der Museumsverein beschloss daraufhin, es zum Mittelpunkt einer Sonderausstellung zu machen. Zahlreiche intensive Nachforschungen zu Leben und Werk des Künstlers waren nötig. Noch bleiben viele Fragen offen, doch die Suche nach weiteren historisch belastbaren Quellen läuft. Die Sommerausstellung 2026 wird sicher das Interesse an diesem zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Maler wecken.

WER WAR LUDWIG SCHMID-REUTTE? Er wurde am 3. Jänner 1872 in Lechaschau als Sohn von Franz Anton Schmid, von Beruf Maurer, und Maria Theresia Lutz geboren. Schon früh fiel sein zeichnerisches Talent auf. Vorerst erlernte er den Maurerberuf, um seine Eltern finanziell zu unterstützen, doch bereits mit 16 Jahren immatrikulierte er such an der „Antikenklasse“ der Kunstakademie in München, wo er u. a. von Franz von Defregger unterrichtet wurde. Bald entwickelte Schmid-Reutte jedoch eine sehr eigenständige künstlerische Handschrift: Ausdrucksstarke Porträts, großformatige Figurenkompositionen sowie eine Fokussierung auf den menschlichen Körper wurden zu seinen Markenzeichen. Werke wie „Ruhende Flüchtlinge“ stehen für diesen Entwicklungsschritt. Einen gewichtigen Teil der Sonderschau stellt die von den Karlsruher Kollegen Carl Friedrich Schmitt-Spahn und Hans Thoma 1913 zur Verfügung gestellte Mappe mit 32 sogenannten „Lichtdrucken“ von Schmid-Reutte dar.

HOCH ANGESEHEN UND DANN FAST VERGESSEN. Nach seinem Studienabschluss in München gründete Schmid-Reutte zusammen mit seinem Kommilitonen Friedrich Fehr in München eine Maler- und Malerinnenschule. 1899 erhielt er eine Professur an der Großherzoglichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Dies war wohl der Höhepunkt seiner Karriere. Er unterrichtete pro Jahrgang an die 60 Schülerinnen und Schüler und war als Pädagoge äußerst beliebt und anerkannt. Seiner Heimat blieb Schmid-Reutte stets verbunden, was u. a. das Hinzufügen von „Reutte“ an seinen Familiennamen erklärt. Sein früher Tod am 13. November 1909 und die Tatsache, dass sich viele seiner Bilder in Privatbesitz befinden bzw. unsigniert blieben, machen sein Leben und Werk schwer fassbar, aber die Bemühungen des engagierten Teams des Museumsvereins umso spannender: Wer war Ludwig Schmid-Reutte und wie kann dieser zu Unrecht vergessene Künstler wieder zurück in die Gegenwart geholt werden?

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