125 Jahre Pioniergeist in der Energieversorgung
Innovationen von Wasserkraft bis Wasserstoff bei den EWR im Jubiläumsjahr 2026
16. März 2026 | von
Johannes Pirchner
Die EWR-Vorstände Richard Alber und Sebastian Freier (v. l.) präsentierten das Programm für 125 Jahre EWR. Foto: Pirchner
Das Jubiläumsjahr soll bewusst mehr sein als ein Rückblick auf die Unternehmensgeschichte. Die EWR verbinden den Anlass mit einem klaren Blick nach vorne und rücken damit die Herausforderungen und Chancen der Energiewende ins Zentrum.
PIONIERGEIST VON DAMALS LEBT WEITER. „Alles hat eigentlich so mit dem Licht begonnen“, sagte EWR-Vorstand Richard Alber mit Blick auf die Anfänge des Unternehmens. Vor 125 Jahren sei die Idee entstanden, das Wasser des Plansees zu nutzen, um die Region mit „einer nachhaltigen und vor allem auch einer leistbaren Energie“ zu versorgen. Dieser Pioniergeist sei für die EWR bis heute prägend. Alber verwies darauf, dass das Unternehmen mitten in einer Zeit großer Veränderungen stehe und gerade deshalb gut aufgestellt sei, „um die wichtigen Lösungen für unsere Versorgungsgebiete auch für die Zukunft zu schaffen“. Das Jubiläum sei daher nicht nur Anlass, auf den Beginn mit dem Kraftwerk am Plansee zurückzuschauen, sondern auch darauf, was heute bereits geleistet werde und was noch bevorstehe.
UNSER ANSPRUCH AN DIE ENERGIEVERSORGUNG. EWR-Vorstand Sebastian Freier ordnete die Aufgaben der EWR in die großen energiepolitischen Entwicklungen ein. Er verwies auf europäische Initiativen, auf den Green Deal, auf Klimaneutralität bis 2045 in Deutschland und bis 2050 in Tirol sowie auf das Ziel der Energieautonomie. Für die EWR gehe es darum, diese Rahmenbedingungen in konkrete Lösungen für die eigene Region zu übersetzen. „Wir wollen Versorgungssicherheit schaffen“, sagte Freier. Energie zum Kunden zu bringen bedeute heute mehr denn je, physikalische Gegebenheiten, schwankende Erzeugung und die Erwartungen der Menschen zusammenzubringen. Am Ende gehe es darum, dass Strom dann verfügbar ist, wenn er gebraucht wird, in der Früh ebenso wie am Abend oder in kalten Winternächten.
SPEICHERN UND STEUERN ALS ZENTRALE AUFGABE. Besonderes Gewicht legte Sebastian Freier auf die Frage, wie schwankende Stromerzeugung und eine verlässliche Versorgung zusammengebracht werden können. Mit dem Ausbau der Photovoltaik steige vor allem mittags und in den Sommermonaten die Strommenge im System deutlich an, während der Bedarf in den Abendstunden und im Winter hoch bleibe. „Die Kunst ist heute Speichern und Steuern“, sagte Freier. Dabei komme der Wasserkraft weiterhin eine zentrale Rolle zu. Schon die Geburtsstunde der EWR sei untrennbar mit Wasserkraftwerk verbunden gewesen und damit mit einer Form der Energiegewinnung, die bis heute grünen Strom liefert. Der Plansee selbst sei „nichts anderes als ein Speicherkraftwerk“ und ermögliche es, Wasser im Sommer zurückzuhalten und im Winter zur Stromproduktion zu nutzen. Gerade diese Kombination aus erneuerbarer Energie und Speichermöglichkeit mache die Wasserkraft zu einem wichtigen Baustein für eine stabile und nachhaltige Versorgung.
ROLLE DER WASSERKRAFT IM ENERGIESYSTEM. Batterien könnten künftig vor allem bei der Verschiebung von Strom vom Tag in die Nacht eine Rolle spielen. Für die Verlagerung von Energie vom Sommer in den Winter seien jedoch andere Lösungen notwendig. Hier bleibe die Wasserkraft mit ihren natürlichen Speichermöglichkeiten ein entscheidender Faktor, um Angebot und Nachfrage auszugleichen. Parallel dazu arbeiten die EWR an weiteren Bausteinen der künftigen Versorgung. Dazu zählen der Ausbau von Photovoltaik auf Dachflächen und anderen nutzbaren Flächen, die Weiterentwicklung der Wärmeversorgung, der Ausbau der Stromnetze, die Verkabelung von Leitungen und die Ladeinfrastruktur. Zugleich soll der „Energieservice vor Ort“ ausgebaut werden, damit Kunden bei Fragen zu Tarifen, Photovoltaik, Speichern und weiteren Anwendungen konkrete Beratung erhalten.
EWR SETZT AUF WASSERSTOFF. Als besonders zukunftsweisend bezeichnete Freier „das Thema Wasserstoff“. Die EWR haben sich gemeinsam mit einem Partner an einer neuen Gesellschaft beteiligt, die Anfang Februar gegründet wurde und unter dem Namen Qantal Hydro International eine neue Technologie zur Herstellung von Wasserstoff weiterentwickeln soll. Der Ansatz unterscheide sich von herkömmlichen Elektrolyseanlagen. Laut Vorstand Freier wurde die Technologie bereits in einer Pilotanlage erprobt, nun gehe es darum, den Schritt zur großtechnischen Anwendung zu schaffen. Ziel sei es, Wasserstoff mit deutlich geringerem Energieeinsatz herzustellen. Freier sprach weiters von einem Vorteil von „30 bis 40 Prozent Energieeinsatz im Verhältnis zur Elektrolyse“. Für die EWR ist das Projekt ein Beispiel dafür, wie Pioniergeist heute aussehen kann: neue Technologien nicht nur beobachten, sondern aktiv mitentwickeln.
KLARER AUFTRAG AUS DER BEVÖLKERUNG. Zum Jubiläumsjahr haben die EWR auch Mitarbeiter sowie Kunden nach ihren Erwartungen befragt. Das Ergebnis wertete Richard Alber als „klarer Auftrag an uns“. 88 Prozent der Befragten vertrauen darauf, dass die EWR auch künftig eine sichere Versorgung gewährleisten. Als wichtigste künftige Aufgaben nannten die Befragten vor allem Versorgungssicherheit, Preisstabilität und Transparenz sowie die Stromgewinnung aus nachhaltigen Quellen. 69 Prozent der Befragten sehen die EWR bei der Stromgewinnung hier in einer tragenden Rolle. Zugleich zeigt die Befragung, dass die Energiezukunft für viele kein fernes Thema mehr ist: 45 Prozent gaben an, sich selbst bereits aktiv damit zu befassen, weitere 36 Prozent sind interessiert und sehen die Politik bei klaren und umsetzbaren Rahmenbedingungen in der Pflicht.
WÜNSCHE DER MITARBEITER UND KUNDEN. Auch bei den Wünschen an das Jubiläumsjahr ergab sich ein klares Bild. Kunden wünschen sich vor allem Einblicke hinter die Kulissen, Informationen über Wasserkraft und die Energiezukunft. Mitarbeiter möchten stärker auf die Geschichte des Unternehmens zurückblicken, das Geleistete gemeinsam feiern. Die EWR wollen beiden Erwartungen nachkommen.
DAS JUBILÄUMSJAHR MIT VIELEN VERANSTALTUNGEN. Vorstand Richard Alber betonte, das Jubiläum solle „ein Jubiläum für uns alle sein“. Deshalb sind im Laufe des Jahres zahlreiche Veranstaltungen geplant. Den Auftakt bildet am 27. März die Besichtigung des Kraftwerks Weißhaus, des größten Laufwasserkraftwerks der EWR. Am 22. April wird die Energiestudie Außerfern gemeinsam mit Partnern der Öffentlichkeit präsentiert. Am 8. Mai steht das Kraftwerk Plansee im Mittelpunkt, am 10. Juni folgt ein Festakt auf der Zugspitze, und am 18. September soll das modernisierte Kraftwerk Reutte festlich eröffnet werden.
PROGRAMM FÜR MITARBEITER. Dazu kommen Schulaktionen, Besuche in Kindergärten und Volksschulen, Sommercamps, Kunden-events zu Speicher- und Steuerungslösungen sowie interne Formate wie die „Pionierwerkstatt“. Auch für die Mitarbeiter ist einiges vorgesehen, darunter ein Sommerfest mit Familien und weitere gemeinsame Veranstaltungen, betonen Alber und Freier abschließend.
PIONIERGEIST VON DAMALS LEBT WEITER. „Alles hat eigentlich so mit dem Licht begonnen“, sagte EWR-Vorstand Richard Alber mit Blick auf die Anfänge des Unternehmens. Vor 125 Jahren sei die Idee entstanden, das Wasser des Plansees zu nutzen, um die Region mit „einer nachhaltigen und vor allem auch einer leistbaren Energie“ zu versorgen. Dieser Pioniergeist sei für die EWR bis heute prägend. Alber verwies darauf, dass das Unternehmen mitten in einer Zeit großer Veränderungen stehe und gerade deshalb gut aufgestellt sei, „um die wichtigen Lösungen für unsere Versorgungsgebiete auch für die Zukunft zu schaffen“. Das Jubiläum sei daher nicht nur Anlass, auf den Beginn mit dem Kraftwerk am Plansee zurückzuschauen, sondern auch darauf, was heute bereits geleistet werde und was noch bevorstehe.
UNSER ANSPRUCH AN DIE ENERGIEVERSORGUNG. EWR-Vorstand Sebastian Freier ordnete die Aufgaben der EWR in die großen energiepolitischen Entwicklungen ein. Er verwies auf europäische Initiativen, auf den Green Deal, auf Klimaneutralität bis 2045 in Deutschland und bis 2050 in Tirol sowie auf das Ziel der Energieautonomie. Für die EWR gehe es darum, diese Rahmenbedingungen in konkrete Lösungen für die eigene Region zu übersetzen. „Wir wollen Versorgungssicherheit schaffen“, sagte Freier. Energie zum Kunden zu bringen bedeute heute mehr denn je, physikalische Gegebenheiten, schwankende Erzeugung und die Erwartungen der Menschen zusammenzubringen. Am Ende gehe es darum, dass Strom dann verfügbar ist, wenn er gebraucht wird, in der Früh ebenso wie am Abend oder in kalten Winternächten.
SPEICHERN UND STEUERN ALS ZENTRALE AUFGABE. Besonderes Gewicht legte Sebastian Freier auf die Frage, wie schwankende Stromerzeugung und eine verlässliche Versorgung zusammengebracht werden können. Mit dem Ausbau der Photovoltaik steige vor allem mittags und in den Sommermonaten die Strommenge im System deutlich an, während der Bedarf in den Abendstunden und im Winter hoch bleibe. „Die Kunst ist heute Speichern und Steuern“, sagte Freier. Dabei komme der Wasserkraft weiterhin eine zentrale Rolle zu. Schon die Geburtsstunde der EWR sei untrennbar mit Wasserkraftwerk verbunden gewesen und damit mit einer Form der Energiegewinnung, die bis heute grünen Strom liefert. Der Plansee selbst sei „nichts anderes als ein Speicherkraftwerk“ und ermögliche es, Wasser im Sommer zurückzuhalten und im Winter zur Stromproduktion zu nutzen. Gerade diese Kombination aus erneuerbarer Energie und Speichermöglichkeit mache die Wasserkraft zu einem wichtigen Baustein für eine stabile und nachhaltige Versorgung.
ROLLE DER WASSERKRAFT IM ENERGIESYSTEM. Batterien könnten künftig vor allem bei der Verschiebung von Strom vom Tag in die Nacht eine Rolle spielen. Für die Verlagerung von Energie vom Sommer in den Winter seien jedoch andere Lösungen notwendig. Hier bleibe die Wasserkraft mit ihren natürlichen Speichermöglichkeiten ein entscheidender Faktor, um Angebot und Nachfrage auszugleichen. Parallel dazu arbeiten die EWR an weiteren Bausteinen der künftigen Versorgung. Dazu zählen der Ausbau von Photovoltaik auf Dachflächen und anderen nutzbaren Flächen, die Weiterentwicklung der Wärmeversorgung, der Ausbau der Stromnetze, die Verkabelung von Leitungen und die Ladeinfrastruktur. Zugleich soll der „Energieservice vor Ort“ ausgebaut werden, damit Kunden bei Fragen zu Tarifen, Photovoltaik, Speichern und weiteren Anwendungen konkrete Beratung erhalten.
EWR SETZT AUF WASSERSTOFF. Als besonders zukunftsweisend bezeichnete Freier „das Thema Wasserstoff“. Die EWR haben sich gemeinsam mit einem Partner an einer neuen Gesellschaft beteiligt, die Anfang Februar gegründet wurde und unter dem Namen Qantal Hydro International eine neue Technologie zur Herstellung von Wasserstoff weiterentwickeln soll. Der Ansatz unterscheide sich von herkömmlichen Elektrolyseanlagen. Laut Vorstand Freier wurde die Technologie bereits in einer Pilotanlage erprobt, nun gehe es darum, den Schritt zur großtechnischen Anwendung zu schaffen. Ziel sei es, Wasserstoff mit deutlich geringerem Energieeinsatz herzustellen. Freier sprach weiters von einem Vorteil von „30 bis 40 Prozent Energieeinsatz im Verhältnis zur Elektrolyse“. Für die EWR ist das Projekt ein Beispiel dafür, wie Pioniergeist heute aussehen kann: neue Technologien nicht nur beobachten, sondern aktiv mitentwickeln.
KLARER AUFTRAG AUS DER BEVÖLKERUNG. Zum Jubiläumsjahr haben die EWR auch Mitarbeiter sowie Kunden nach ihren Erwartungen befragt. Das Ergebnis wertete Richard Alber als „klarer Auftrag an uns“. 88 Prozent der Befragten vertrauen darauf, dass die EWR auch künftig eine sichere Versorgung gewährleisten. Als wichtigste künftige Aufgaben nannten die Befragten vor allem Versorgungssicherheit, Preisstabilität und Transparenz sowie die Stromgewinnung aus nachhaltigen Quellen. 69 Prozent der Befragten sehen die EWR bei der Stromgewinnung hier in einer tragenden Rolle. Zugleich zeigt die Befragung, dass die Energiezukunft für viele kein fernes Thema mehr ist: 45 Prozent gaben an, sich selbst bereits aktiv damit zu befassen, weitere 36 Prozent sind interessiert und sehen die Politik bei klaren und umsetzbaren Rahmenbedingungen in der Pflicht.
WÜNSCHE DER MITARBEITER UND KUNDEN. Auch bei den Wünschen an das Jubiläumsjahr ergab sich ein klares Bild. Kunden wünschen sich vor allem Einblicke hinter die Kulissen, Informationen über Wasserkraft und die Energiezukunft. Mitarbeiter möchten stärker auf die Geschichte des Unternehmens zurückblicken, das Geleistete gemeinsam feiern. Die EWR wollen beiden Erwartungen nachkommen.
DAS JUBILÄUMSJAHR MIT VIELEN VERANSTALTUNGEN. Vorstand Richard Alber betonte, das Jubiläum solle „ein Jubiläum für uns alle sein“. Deshalb sind im Laufe des Jahres zahlreiche Veranstaltungen geplant. Den Auftakt bildet am 27. März die Besichtigung des Kraftwerks Weißhaus, des größten Laufwasserkraftwerks der EWR. Am 22. April wird die Energiestudie Außerfern gemeinsam mit Partnern der Öffentlichkeit präsentiert. Am 8. Mai steht das Kraftwerk Plansee im Mittelpunkt, am 10. Juni folgt ein Festakt auf der Zugspitze, und am 18. September soll das modernisierte Kraftwerk Reutte festlich eröffnet werden.
PROGRAMM FÜR MITARBEITER. Dazu kommen Schulaktionen, Besuche in Kindergärten und Volksschulen, Sommercamps, Kunden-events zu Speicher- und Steuerungslösungen sowie interne Formate wie die „Pionierwerkstatt“. Auch für die Mitarbeiter ist einiges vorgesehen, darunter ein Sommerfest mit Familien und weitere gemeinsame Veranstaltungen, betonen Alber und Freier abschließend.