Damit die Zukunft gelingt
Was braucht unsere Jugend? Ergebnisse des Jugendmonitorings 2026
Jugendmonitoring 2026: Diese Studie untersucht die Lebensbedingungen von jungen Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren. Im Mittelpunkt stehen die Bereiche finanzielle Situation, Belastungen, Bildung und Ausbildung, Arbeit und Zukunftsperspektiven sowie die Frage, wie optimistisch die jungen Menschen ihre Zukunft sehen. Geht der Bezirk Reutte im Gleichklang mit Österreich?
Bruno Dengg
17. August 2026
Tanja und Markus, Mitarbeiter der Mobilen Jugendarbeit der Stadtgemeinde Reutte sind im Großraum Reutte kompetente Ansprechpartner für die Jugendlichen. Foto: Dominik Somweber
Einleitend darf festgehalten werden, dass Studien jeglicher Art nie die individuelle Lebensrealität der beleuchteten Personengruppe zu hundert Prozent widerspiegeln, jedoch präzise Trends und quantitative Veränderungen im Wandel der Zeit darstellen können.
Der aktuelle Ist-Zustand in Österreich. Das zweite AK-Jugendmonitoring 2026 zeichnet ein klares Bild für unseren Staat und kann als repräsentative Studie zur Lebenssituation von 16- bis 29-Jährigen angesehen werden. Die nachfolgenden Ergebnisse bieten wichtige Einblicke in die verschiedensten Lebensbereiche. Die finanzielle Belastung durch die ständig wachsende Teuerung ist ein brandaktuelles Thema. Ein großer Teil der jungen Menschen kämpft spürbar mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten. Rund 30 Prozent der Jugendlichen mit eigenem Haushalt reicht das Einkommen nicht zum Leben. Sogar 17 Prozent derjenigen, die im elterlichen Haushalt wohnen, leiden unter dem gleichen Dilemma. Die Studie kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass nicht der Wohnort oder die Herkunft den Blick in die Zukunft prägen, sondern vor allem die soziale Klassenlage und der finanzielle Hintergrund. Ein Viertel der Befragten empfindet die Kosten für Aus- und Weiterbildung als große Belastung. Besonders betroffen sind einkommensschwache Gruppen. Diese können aufgrund fehlender Mittel gar nicht erst begonnen werden bzw. werden teilweise abgebrochen. Trotz dieser Widrigkeiten beschäftigt die Jugendlichen ihre Zukunft. Rund 72 Prozent möchten diese aktiv mitgestalten und sich gesellschaftlich einbringen. Der Wille zu Veränderung und Mitbestimmung ist also sehr groß, von „Weltuntergangsstimmung“ kann keine Rede sein. Viele junge Menschen sind hoch motiviert und haben konkrete Visionen. Sie sehen sich jedoch besonderen Hürden wie hohen Fixkosten, finanzieller Unsicherheit und weiteren Alltagsproblemen gegenüber, die es zu meistern gilt.
SICHERHEIT FÜR DIE ZUKÜNFTIGE GENERATION. Um Jugendlichen eine solide Basis und positive Zukunftsaussichten zu bieten, sind gezielte Entlastungen und strukturelle Reformen notwendig. Ganz oben auf ihrer Wunschliste stehen faire Bildungschancen und finanzielle Absicherung, leistbarer Wohn- und Lebensraum, notwendige Mobilität sowie gesellschaftliche Teilhabe. Um diese Ziele zu erreichen, sind Politik, Sozialpartner und die Gesellschaft als Ganzes in der Verantwortung, mehr Generationengerechtigkeit zu erwirken.
Viele Jugendliche – so auch Angela, blicken positiv in ihre Zukunft, müssen jedoch aufgrund der ständig steigenden Teuerung so manche Wünsche zurückstellen. Foto: Angela L.
Angela L.: „Einige junge Menschen blicken zwar zuversichtlich auf ihre Zukunft, doch dabei spielt Geld oft eine große Rolle. Viele möchten sich schon früh ein eigenes Leben aufbauen. Eine eigene Wohnung, eine gute Ausbildung und die Unabhängigkeit von den Eltern sind dabei wichtige Faktoren. Allerdings ist beispielsweise Wohnen sehr teuer und nicht für alle leistbar. Deshalb arbeiten einige junge Menschen neben ihrer Ausbildung, um etwas Geld zu verdienen. Dieses reicht jedoch oftmals gerade für die notwendigsten Ausgaben, sodass keine oder nur wenige Rücklagen übrig bleiben. Die Folge ist, dass bei Freizeitaktivitäten gespart wird.
Tanja und Markus (MOJA): Diese Institution der Stadtgemeinde Reutte ist eine niederschwellige mobile bzw. stationäre Jugendeinrichtung. Sie baut Kontakte zu ihrem Klientel auf und schafft entsprechende Angebote. Die beiden Betreuer verfügen über langjährige sozialpädagogische Erfahrung und sind ganzjährig kompetente Ansprechpartner für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 25 Jahren. Ihre Meinung zur Studie bzw. zur Realität in Reutte zeigt, dass die wesentlichen finanziellen Belastungen des täglichen Lebens, u. a. für Lebensmittel, Handy, Auto, Wohnung und Energie, auch den Bezirk treffen. Ebenso macht ihnen die wachsende Teuerung zu schaffen, die durch Sparmaßnahmen in den Bereichen Lebensunterhalt und Freizeit kompensiert werden muss. Im Bezirk Reutte herrscht schon seit Jahren fast „Vollbeschäftigung“, sodass die Jugendlichen zuversichtlicher in ihre Zukunft blicken können als österreichweit. Laut Tanja und Markus sind es am Ende des Tages „Werte“ wie Toleranz, Respekt, das Aufeinander Zugehen und die Möglichkeit, Erfahrungen selbst zu machen, die der Gesellschaft von morgen – trotz einer sich immer schneller verändernden Zeit – Sicherheit, Zufriedenheit und Zukunft bringen.




