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Das Volk reagiert und regiert

Leserbrief

DI(FH) Siegfried Kerle
14. Juli 2026
Das Volk reagiert und regiert
In seinem Leserbrief spricht sich Siegfried Kerle für eine Section Controll aus. Foto: Kerle
Das Volk spricht und ist bereit, bei Themen, die seine Region betreffen, Verantwortung zu übernehmen und mitzuentscheiden. Die jahrzehntelange Aufklärungsarbeit von Bürgerbewegungen hat sich aus unserer Sicht bewährt. Allein eine Petition gegen das Fernpass-Paket wurde von 4.005 Personen unterzeichnet, daneben gab es weitere Initiativen. Mehrere Hundert Demonstranten kamen zum Katzenberg bei Reutte, um ihre Meinung kundzutun und Mitsprache zu fordern. Eine Fortsetzung soll folgen. Diese Bewegung sei nicht mehr zu stoppen. Viele hätten der schönen Worte der Politiker genug. Es gehe den Regierungen nie um die Interessen des Volkes. Sie kümmerten sich nicht darum, was gut für die Bevölkerung sei, sondern machten, was sie wollten. Sie seien keine Volksvertreter, sondern gehorsame Diener eines Systems, das im Verborgenen wirke und vom Wähler immer wieder unwissentlich bestätigt werde. Nun sei die Zeit für eine echte Demokratie, die vom Volk ausgehe.

Kaum jemand folgt noch der aus unserer Sicht illusorischen Annahme, dass ein Straßenausbau zu freier Fahrt führt. Das Potenzial, noch mehr Nord-Süd-Verkehr auf die Fernpass-Route zu lenken, ist enorm. Sprach man früher von vier Minuten Zeitersparnis durch einen Scheiteltunnel, so ist heute die sichere Verfügbarkeit der Strecke das zentrale Argument. Tatsächlich soll jedoch ein Geschäftsmodell im Außerfern umgesetzt werden. Sobald die Kosten für die Tunnel durch die Mauteinnahmen gedeckt sind, wird sich das „Fernpass-Paket“ als „Goldesel“ erweisen.

Die Bürger entlang der B179 und darüber hinaus sind fest entschlossen, sich durch eine Maut weder von den anderen acht Tiroler Bezirken abschneiden zu lassen noch dem Durchreiseverkehr einen „roten Teppich“ auszurollen. Sobald dies verhindert ist, muss aus unserer Sicht eine tatsächliche Lösung des Verkehrsproblems umgesetzt werden – und eine solche gibt es bereits.
Vorgeschlagen wird eine Art „Section Control“, wie sie abschnittsweise auf Autobahnen eingesetzt wird. Damit soll der gesamte Nord-Süd-Verkehr erfasst, dosiert und gelenkt werden. Für Fahrzeuge, die den Bezirk ausschließlich durchqueren, würde automatisch eine „Regio-Maut“ anfallen. Verkehr, der lediglich eine Bezirksgrenze überschreitet, wäre davon nicht betroffen. Ausweichverkehr abseits der B179 soll höher bemautet werden. Über finanzielle Anreize lasse sich vieles steuern. Diese Regelungen würden für alle Staatsbürger gleichermaßen gelten. Auch in der Schweiz werde bereits in diese Richtung gedacht. Laut Fachleuten sei eine solche „softe Lösung“ mit heutiger Technologie umsetzbar und rund um die Uhr ohne Personalaufwand wirksam. Weitere Informationen sind beim Verfasser erhältlich.

DI(FH) Siegfried Kerle,
Rieden/ Ehenbichl

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