Ein Lechtaler Wissensschatz wird Kulturerbe
Jahrhundertealtes Heil- und Nutzpflanzenwissen offiziell anerkannt – engagierte Menschen halten das wertvolle Erbe lebendig
„Wir sind immaterielles Kulturerbe!“ Die Freude im Lechtal ist groß: Das Lechtaler Heil- und Nutzpflanzenwissen wurde in das Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen. Die Anerkennung durch die Österreichische Unesco-Kommission würdigt einen über Generationen gewachsenen Wissensschatz, der die Menschen, die Natur und die Traditionen des Lechtals verbindet.
Sabine Schretter
22. Oktober 2026
Am 17. Oktober wurde das Lechtaler Heil- und Nutzpflanzenwissen in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Die Freude darüber ist groß. Foto: Privat
Hinter dieser besonderen Auszeichnung stehen Menschen, die ihre Heimat lieben, ihre Wurzeln kennen und sich mit viel Herzblut für den Erhalt und die Weitergabe des traditionellen Wissens einsetzen. Gemeinsam mit den Lechtaler Kräuterhexen und den Bezirksbäuerinnen tragen die Lechmed Kräuterwelt und die Lechmed Heilpflanzenschule dazu bei, das überlieferte Heil- und Nutzpflanzenwissen für kommende Generationen zu bewahren.
Dank an die Wegbereiter. Elke Klages hatte die Idee, das Lechtaler Heil- und Nutzpflanzenwissen für die Aufnahme in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes einzureichen. Sie gab damit den entscheidenden Anstoß. Josef Wildanger widmete sich mit großem Engagement der Ausarbeitung der Bewerbungsunterlagen. Er recherchierte, trug Informationen zusammen und bereitete die Einreichung mit viel Sorgfalt vor. Ihr Einsatz hat wesentlich dazu beigetragen, dass das Lechtaler Wissen nun diese besondere Anerkennung erfährt. Ein herzliches Vergelt’s Gott gilt aber auch all jenen, die diesen Wissensschatz über Generationen bewahrt, im Alltag angewendet und an andere weitergegeben haben. Denn immaterielles Kulturerbe lebt nicht allein von seiner Geschichte, sondern vor allem von den Menschen, die es pflegen und in die Zukunft tragen.
Ein Wissensschatz mit tiefen Wurzeln. Seit Jahrhunderten wissen die Menschen im Lechtal die Kraft heimischer Heil- und Nutzpflanzen zu nutzen. Die artenreichen Lechtaler Grasberge bilden dafür eine besondere natürliche Grundlage. Hier gedeiht eine Vielzahl von Pflanzen, deren Eigenschaften und traditionelle Verwendung über Generationen erforscht, erprobt und weitergegeben wurden. Vor allem in früheren Zeiten war dieses Wissen von großer Bedeutung. Bis zur Gründung der Stiftung „Wundarzt“ durch Johann Anton Falger im Jahr 1840, die eine erste provisorische medizinische Versorgung im Tal ermöglichte, spielten pflanzliche Heilmittel eine wesentliche Rolle in der Gesundheitsversorgung. Die Menschen lernten, Pflanzen sicher zu erkennen, geeignete Pflanzenteile zur richtigen Zeit zu sammeln und daraus Tees, Tinkturen, Öle oder Salben herzustellen. Auch bei der Versorgung erkrankter Tiere kamen und kommen Kräuter zum Einsatz. Doch das Lechtaler Pflanzenwissen reicht weit über die traditionelle Heilkunde hinaus. Die Herstellung von Kräuterprodukten und Lebensmitteln aus heimischen Pflanzen steht bis heute für Selbstversorgung, Naturverbundenheit und einen bewussten Umgang mit den Ressourcen der Region. Wie tief dieses Wissen in der Lechtaler Kultur verwurzelt ist, zeigen auch die überlieferten Pflanzennamen und mundartlichen Merksprüche. Einer davon beschreibt das Johanniskraut: „Johanniskraut wia d’Sunna geal, macht ruhiger s’Fuir und friedlig d’Seal.“
Gelebte Tradition mit Zukunft. Was einst vor allem innerhalb der Familien von einer Generation an die nächste weitergegeben wurde, vermitteln heute auch engagierte Vereine, Kräuterexpertinnen, Bezirksbäuerinnen, regionale Produzenten und Bildungseinrichtungen. Bei Kräuterführungen, Workshops und Kursen erfahren Interessierte, wo heimische Pflanzen wachsen, wann sie gesammelt werden und wie sie traditionell verarbeitet und verwendet werden.
Die Aufnahme in das Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes würdigt deshalb weit mehr als altes Pflanzenwissen. Sie macht sichtbar, welchen kulturellen Wert die überlieferten Kenntnisse für das Lechtal haben und wie wichtig es ist, sie lebendig zu halten. Die Anerkennung ist zugleich Würdigung und Auftrag: Sie zeigt, was Menschen bewegen können, wenn sie sich ihrer Wurzeln bewusst sind, gemeinsam an einer Idee arbeiten und das Wissen ihrer Heimat mit Überzeugung an kommende Generationen weitergeben.
Dank an die Wegbereiter. Elke Klages hatte die Idee, das Lechtaler Heil- und Nutzpflanzenwissen für die Aufnahme in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes einzureichen. Sie gab damit den entscheidenden Anstoß. Josef Wildanger widmete sich mit großem Engagement der Ausarbeitung der Bewerbungsunterlagen. Er recherchierte, trug Informationen zusammen und bereitete die Einreichung mit viel Sorgfalt vor. Ihr Einsatz hat wesentlich dazu beigetragen, dass das Lechtaler Wissen nun diese besondere Anerkennung erfährt. Ein herzliches Vergelt’s Gott gilt aber auch all jenen, die diesen Wissensschatz über Generationen bewahrt, im Alltag angewendet und an andere weitergegeben haben. Denn immaterielles Kulturerbe lebt nicht allein von seiner Geschichte, sondern vor allem von den Menschen, die es pflegen und in die Zukunft tragen.
Ein Wissensschatz mit tiefen Wurzeln. Seit Jahrhunderten wissen die Menschen im Lechtal die Kraft heimischer Heil- und Nutzpflanzen zu nutzen. Die artenreichen Lechtaler Grasberge bilden dafür eine besondere natürliche Grundlage. Hier gedeiht eine Vielzahl von Pflanzen, deren Eigenschaften und traditionelle Verwendung über Generationen erforscht, erprobt und weitergegeben wurden. Vor allem in früheren Zeiten war dieses Wissen von großer Bedeutung. Bis zur Gründung der Stiftung „Wundarzt“ durch Johann Anton Falger im Jahr 1840, die eine erste provisorische medizinische Versorgung im Tal ermöglichte, spielten pflanzliche Heilmittel eine wesentliche Rolle in der Gesundheitsversorgung. Die Menschen lernten, Pflanzen sicher zu erkennen, geeignete Pflanzenteile zur richtigen Zeit zu sammeln und daraus Tees, Tinkturen, Öle oder Salben herzustellen. Auch bei der Versorgung erkrankter Tiere kamen und kommen Kräuter zum Einsatz. Doch das Lechtaler Pflanzenwissen reicht weit über die traditionelle Heilkunde hinaus. Die Herstellung von Kräuterprodukten und Lebensmitteln aus heimischen Pflanzen steht bis heute für Selbstversorgung, Naturverbundenheit und einen bewussten Umgang mit den Ressourcen der Region. Wie tief dieses Wissen in der Lechtaler Kultur verwurzelt ist, zeigen auch die überlieferten Pflanzennamen und mundartlichen Merksprüche. Einer davon beschreibt das Johanniskraut: „Johanniskraut wia d’Sunna geal, macht ruhiger s’Fuir und friedlig d’Seal.“
Gelebte Tradition mit Zukunft. Was einst vor allem innerhalb der Familien von einer Generation an die nächste weitergegeben wurde, vermitteln heute auch engagierte Vereine, Kräuterexpertinnen, Bezirksbäuerinnen, regionale Produzenten und Bildungseinrichtungen. Bei Kräuterführungen, Workshops und Kursen erfahren Interessierte, wo heimische Pflanzen wachsen, wann sie gesammelt werden und wie sie traditionell verarbeitet und verwendet werden.
Die Aufnahme in das Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes würdigt deshalb weit mehr als altes Pflanzenwissen. Sie macht sichtbar, welchen kulturellen Wert die überlieferten Kenntnisse für das Lechtal haben und wie wichtig es ist, sie lebendig zu halten. Die Anerkennung ist zugleich Würdigung und Auftrag: Sie zeigt, was Menschen bewegen können, wenn sie sich ihrer Wurzeln bewusst sind, gemeinsam an einer Idee arbeiten und das Wissen ihrer Heimat mit Überzeugung an kommende Generationen weitergeben.





